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Nord-Ostsee-Kanal Flucht aus Afrika endete in Brunsbüttel
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Flucht aus Afrika endete in Brunsbüttel
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11:44 11.11.2019
Von Frank Behling
Der Frachter "Amiko" kam mit einem blinden Passagier aus Nordafrika in Brunsbüttel an. Quelle: Frank Behling
Brunsbüttel

Wie die Bundespolizei am Montag mitteilt, hatte die Reederei des unter litauischer Flagge fahrenden Frachters die deutschen Behörden beim Einlaufen in die Hoheitsgewässer informiert.

Das Frachtschiff "Amiko" war auf dem Weg von Algerien über Ipswich in Großbritannien nach Apenrade in Dänemark. Als die Beamten Freitagabend gegen 18.30 Uhr in der Schleuse in Brunsbüttel an Bord des 100 Meter langen Schiffes gingen, fanden sie den blinden Passagier. 

Ohne Papiere aus Algerien

Da der Mann über keine Ausweisdokumente verfügte, wurde er durch die Beamten von Bord genommen und erkennungsdienstlich behandelt. Dabei konnte mit polizeilichen Mitteln die Idenität des Mannes festgestellt werden, da seine Daten bereits gespeichert waren.

Die dann folgenden Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass der 25-jährige Algerier sich
bereits vor einem Monat in dem algerischen Hafen Mostaganem bei Oran an Bord der "Amiko" geschlichen hatte. Die Besatzung bemerkte den Flüchtling erst auf See.

Erst Anzeige, dann Asylantrag

Nach Anzeigenerstattung wegen unerlaubter Einreise in die Bundesrepublik stellte der Algerier laut Bundespolizei einen Asylantrag. Es ist einer der ersten Fälle, bei dem ein Flüchtling aus Nordafrika auf dem Seeweg nach Schleswig-Holstein kommt. "So etwas ist schon sehr ungewöhnlich", sagt Hanspeter Schwarz von der Bundespolizeiinspektion Flensburg.

Er wollte mit einem Frachter nach Dänemark, flog aber am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel auf: Ein Mann aus Algerien muss nun mit einer Anzeige rechnen. Er will jedoch Asyl.

KN-online (Kieler Nachrichten) 11.11.2019
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