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14:47 11.04.2015
Von Frank Behling
Das Spezialschiff "Tong Yuan" wurde 2012 in China gebaut und kann bis zu 11000 Kubikmeter Baggergut pro Fahrt aufnehmen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Um 14 Uhr passierte das Schiff "Tong Yuan" die Eisenbahnhochbrücke in Rendsburg. Das 131 Meter lange Schiff ist eines von mehreren Spezialschiffen, mit denen der chinesische Baukonzern China Communication Construction Company (CCCC) bis September eine Zufahrt zum neuen russischen Großhafen Bronka graben will. 13 Millionen Kubikmeter Meeresboden sollen dort entfernt werden, damit zukünftig Containerschiffe mit einem Tiefgang von 14 Metern den neuen Hafen anlaufen können. Die neue Anlage umfasst 200 Hektar und ist einer der größten Terminalneubauten für Container, Fähren und Spezialschiffe im Ostseeraum. Für die Freigabe des Hafens fehlt nur noch tiefes Fahrwasser.

Den Auftrag zum Bau der neuen Fahrrinne hatte der russische Hafenbetreiber Bronka im Februar an den chinesischen Konzern vergeben. Die Chinesen schicken jetzt eine Vielzahl von Baugeräten nach St. Petersburg. Die "Tong Yuan" macht den Anfang. Das Spezialschiff wurde 2012 in China gebaut und kann bis zu 11000 Kubikmeter Baggergut pro Fahrt aufnehmen und abtransportieren. Auf den Saugbagger "Tong Yuan" folgt das Schwesterschiff "Tong Xu". Dieser Bagger ist derzeit im Ärmelkanal unterwegs. Die beiden Bagger haben die 12000 Seemeilen lange Reise von China zur Ostsee innerhalb von 40 Tagen bewältigt. 

Welche Dimension der Bau der Fahrrinne in St. Petersburg hat, verdeutlicht der Vergleich mit dem Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals. Für die 15 Kilometer Kanalstrecke zwischen Kiel und Königsförde sollen bis 2022 etwa 6,5 Millionen Kubikmeter Erdreich weggebaggert werden. Die chinesischen Bagger brauchen für die 13 Millionen Kubikmeter in St. Petersburg nur sechs Monate.