Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Nord-Ostsee-Kanal Dem Kanal gehen die Schlepper aus
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Dem Kanal gehen die Schlepper aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:38 30.01.2014
Von Frank Behling
Gerade die großen Schiffe nutzen gerne die Assistenz eines Schleppers, denn das erhöht die Sicherheit auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Der Massengutfrachter „Athena“ beispielsweise wurde vom Kieler Schlepper „Kitzeberg“ von Brunsbüttel nach Holtenau gebracht. Quelle: FB
Kiel

Allein zehn Mal mussten seit Sonntag Schlepper gerufen werden, um extrem große Schiffe von Brunsbüttel nach Kiel zu bringen. „Das lag an der Wetterlage, da ab Windstärke sechs viele große Schiffe Schlepper für die Durchfahrt nehmen müssen“, sagt Claudia Thoma von der Kieler Außenstelle der Generaldirektion Schifffahrt. „In Brunsbüttel waren dadurch die Schlepper so knapp, dass aus Cuxhaven Verstärkung kommen musste“, sagt Jürgen Funck von der Maklerei Sartori & Berger und ergänzt: „Wir haben festgestellt, dass Lotsen und Kapitäne auf die Sicherheit achten und im Zweifel lieber einen Schlepper ordern.“ „Es gibt eine russische Reederei, die sich in Kiel Schlepper für ihre Gastanker Tage im Voraus bestellt“, sagt Jann Petersen von der Maklerei UCA United Canal Agency. Die Kosten für eine Assistenz belaufen sich je Schleppertyp auf 4000 bis 6000 Euro.

 Von einer guten Auslastung spricht auch Ansgar Stalder von der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel. Von den sechs Schleppern in Kiel sind drei mit dem Kanal beschäftigt. Ein Schlepper ist für Notfälle in Bereitschaft, zwei Schlepper sind in der Werft.

 In Brunsbüttel ist die Lage ähnlich. „Wir haben vier Schlepper in Brunsbüttel, die aber auch für Einsätze in den Schleusen vorgehalten werden“, sagt Jan Schuchmann von der Hamburger Reederei Bugsier. Die Verlegung weiterer Schlepper nach Brunsbüttel sei aber noch nicht angedacht.

 Die Kanalbehörde belegt den Trend zu immer größeren Schiffen mit Zahlen. Im vergangenen Jahr kletterte die Größe des „Mittelschiffs“ erstmals auf über 6000 BRZ. 2010 war das durchschnittliche Schiff noch 4114 BRZ groß.

 Kommen immer größere Schiffe, führt das angesichts der stark reduzierten Schleusenverfügbarkeit in Brunsbüttel zu Engpässen. Die Wartezeiten hatten sich dort auf bis zu 14 Stunden summiert.

 Ein Engpass, über den Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gestern am Rande der Bundestagssitzung mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach. Dieser sei jederzeit willkommen, sich selbst ein Bild zu machen. Meyer fand nachdrückliche Worte: „Wir brauchen für die gesamte Sanierung und den Ausbau des Kanals in diesem Jahr einen verbindlichen Maßnahmenplan mit der entsprechenden Finanzierungsgrundlage.“ Bislang ist nur der Neubau einer zusätzlichen Schleusenkammer in Brunsbüttel finanziert.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!