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Nord-Ostsee-Kanal Engpass droht: Auf dem Kanal werden die Fähren knapp
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Engpass droht: Auf dem Kanal werden die Fähren knapp
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09:48 07.11.2019
Von Frank Behling
Weil die "Stolpmünde" in Sehestedt schlapp machte, musste nach einem Ringtausch die Fährstelle Fischerhütte für einige Tage geschlossen werden. Quelle: pae: Uwe Paesler
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Kiel

„Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass wir über mehrere Tage eine Fährstelle komplett schließen mussten“, bestätigte Matthias Visser, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau.

Schranke stürzte nach dem Öffnen herunter

Auslöser war am Freitag ein Unglück mit der Fähre „Stolpmünde“ in Sehestedt. Aufgrund eines technischen Fehlers stürzte eine Schranke kurz nach dem Öffnen wieder herunter. Verletzt wurde dabei niemand. „Die Fähre wurde in unsere Werft nach Rendsburg gebracht und durch die Fähre ’Memel’ ersetzt“, sagte Visser.

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Dadurch ergaben sich neue Probleme. Denn die „Memel“ musste von der Fährstelle in Audorf abgezogen werden. Die dort entstandene Lücke wurde durch die Ersatzfähre „Danzig“ geschlossen. Als am Sonntag dann auch die „Danzig“ ausfiel, musste die Rufbereitschaft des Fährbetriebs der Behörde reagieren. „Es wurde die Ersatz-Fähre aus Fischerhütte abgezogen und die Fährstelle bis Dienstag geschlossen“, so Visser. Beide Ersatzfähren sind nun in der Werft. Ein weiterer Ausfall könnte nicht mehr kompensiert werden. 

Einige Fähren sind inzwischen fast 70 Jahre alt

Dass es schnell zu einem Engpass auf dem Kanal kommen kann, ist bereits seit Jahren bekannt. „Mit großem Einsatz haben unsere Mitarbeiter in der Werft die Flotte aber immer wieder einsatzbereit bekommen“, so Visser. Einige Fähren haben inzwischen 67 Dienstjahre auf dem Kiel.

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Im November 2018 wurden deshalb in Estland für 21 Millionen Euro drei Neubauten bestellt. Ende nächsten Jahres soll die erste der drei Fähren die Werft Baltic Workboats verlassen. 

Bernd Buchholz: Seit Jahren auf Verschleiß gefahren

„Mit den Kanalfähren ist es wie mit den Schleusen. Es wurde hier über Jahrzehnte nicht wirklich in neue Schiffe investiert und auf Verschleiß gefahren. Deshalb ist der Bund hier gefordert, schnell Abhilfe zu schaffen“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

5,4 Millionen Menschen pendeln pro Jahr über den Kanal

Die Autofähren sind für den landwirtschaftlichen Verkehr von großer Bedeutung. „Aber auch die Logistikwirtschaft im nördlichen Landesteil ist auf diese Fähren angewiesen. Besonders angesichts der Probleme mit der Rader Hochbrücke brauchen wir diese Fähren“, so Buchholz.

Nach Angaben der Schifffahrtsverwaltung pendeln pro Jahr 5,4 Millionen Menschen per Fähre über den Kanal. Laut Statistik werden 3,7 Millionen Autos und fast 180.000 Lkw transportiert. 

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