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Nord-Ostsee-Kanal Kreuzfahrer zieht im Kanal den Mast ein
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Kreuzfahrer zieht im Kanal den Mast ein
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09:31 03.09.2019
Von Frank Behling
Die „Amera“ des Bonner Kreuzfahrtveranstalters Phoenix unter der Levensauer Hochbrücke. Quelle: Frank Behling
Kiel

Zwei Wochen nach ihrer Taufe absolvierte die "Amera" am Montag ihre Premiere unter neuem Namen auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Das 1989 in Turku (Finnland) gebaute Schiff war nach einer sechswöchigen Überholung im August zur Flotte des Bonner Kreuzfahrtanbieters Phoenix Reisen gestoßen.

Der Nord-Ostsee-Kanal steht dabei traditionell auf dem Fahrplan von Phoenix. Die 204 Meter lange und 39501 BRZ große "Amera" gehört zu den größten Kreuzfahrtschiffen, die den Nord-Ostsee-Kanal passieren können. Haupthindernis sind dabei die zehn Kanalbrücken, die nur eine Höhe von 40 Metern über dem Wasserspiegel erlauben.

Klappmast spart Umweg um Skagen

Die "Amera" ist aber deutlich höher als 40 Meter und müsste eigentlich den Weg um Skagen nehmen. Beim Bau in Finnland wurde dem Schiff einst ein Klappmechanismus in den Signalmast eingebaut. Deshalb kann die "Amera" den Kanal sicher passieren. Dadurch spart das Schiff zwischen 600 und 700 Kilometer beim Weg um Skagen.

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal gehört das elegante Schiff zu den Stammkunden. Seit dem Bau 1989 hat es bereits rund 100 Mal den Nord-Ostsee-Kanal passiert. Dabei trug das Schiff die Namen "Royal Viking Sun", "Seabourn Sun" und "Prinsendam" und fuhr für Reedereien wie Cunard, Seabourn oder Holland America Line. Jetzt soll es auch regelmäßig als "Amera" für Phoenix den Kanal passieren.

Nord-Ostsee-Kanal ist ein Höhepunkt mit Hindernissen

"Der Kanal ist für unsere Passagiere ein Höhepunkt", sagt Michael Schulze, Schiffsreisen Direktor bei Phoenix. Da aber die Wartezeiten vor den Schleusen durch die Reparaturen und Wartungsarbeiten so lang sind, mussten zuletzt sogar Reisen umgeplant werden. Am 19. August wurde wegen der Wartezeiten vor dem Kanal der Besuch in einem dänischen Hafen für die "Amadea" gestrichen. 

Das Schiff nahm deshalb Kurs auf Kiel und wartete am Ostseekai auf eine freie Schleuse. "Der Nord-Ostsee-Kanal ist für uns gerade nicht planbar. Wir würden ja auch etwas dafür bezahlen, wenn wir dann eine Schleusenkammer zu einer festen Zeit buchen könnten, das geht aber am Nord-Ostsee-Kanal leider nicht", so Schulze.

"Amera" am 12. September 2019 zurück im Kanal

Auch die "Amera" hatte am Montag zwei Stunden Verspätung, die das Schiff später auf der Ostsee mit höherer Geschwindigkeit aufholte. Am 12. September 2019 soll die "Amera" den Nord-Ostsee-Kanal erneut passieren. Das Schiff kommt dann von Aerösköbing und soll nach Bremerhaven.

Ob die Passage dann planmäßig verläuft, wird sich erst an dem Tag zeigen. In der Schleuse in Kiel-Holtenau ist noch bis zum 27. September 2019 nur eine Kammer für Schiffe verfügbar. Als Konsequenz hat die Reederei alle Uhrzeiten für Kanalpassagen aus den Fahrplänen streichen lassen.

"Amera" kommt 2020 nach Eckernförde

Die letzte Kanalpassage in diesem Jahr wird die "Amera" am Tag der Deutschen Einheit haben. Dann soll sie morgens in Kiel einschleusen.  Für 2020 hat die Reederei den Kanal auch wieder im August und September im Programm. Dann wird es auch einem Abstecher nach Eckernförde geben.

Die für 835 Passagiere ausgelegte "Amera" gehört aufgrund ihrer Größe zu den eher kleineren Kreuzfahrtschiffen für das klassische Segment. 

Die "Amera" passierte am Montag erstmals den Nord-Ostsee-Kanal unter der Flagge von Phoenix Reisen.

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