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Nord-Ostsee-Kanal Geduldsprobe für „Seabourne Quest“
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Geduldsprobe für „Seabourne Quest“
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20:40 04.08.2014
Von Frank Behling
Kreuzfahrer „Seabourn Quest“ passiert den Containerfrachter „Pollux“ im Binnenhafen. Der Kreuzfahrer musste stundenlang vor der Schleuse warten, da zurzeit nur eine Kammer in Kiel einsatzbereit ist. Quelle: FB
Kiel

Fast fünf Stunden musste das 195 Meter lange Schiff auf der Förde warten, ehe es gegen 11 Uhr in die große Nordschleuse einlaufen durfte. Grund für die Verzögerungen sind Bauarbeiten für einen Schacht, der zum Bau eines Tunnels unter der Schleuse benötigt wird. „Dafür mussten Anker der Schleusenmauer durchbrochen werden. Diese Arbeiten werden wohl noch knapp drei Wochen dauern“, erklärt Matthias Visser vom Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Um die Standsicherheit der Schleusenmauer nicht zu gefährden, dürfen während der Arbeiten am Tag von 7 bis 17 Uhr keine großen Schiffe in die Schleusenkammer einlaufen.

 Da gleichzeitig die beiden kleinen Schleusen aufgrund von Bauwerksschäden auch außer Betrieb sind, kommt es tagsüber zu längeren Wartezeiten für Schiffe. Besonders die Sportbootkapitäne brauchen viel Geduld. Sie waren sonst während der Sommermonate immer durch die kleinen Schleusen geführt worden. Das geht in diesem Sommer nicht, da die kleinen Schleusen aufgrund von großen Rissen nicht betrieben werden können.

 Deshalb müssen sich die Sportboote die eine große Schleusenkammer mit Frachtern, Tankern und Kreuzfahrtschiffen teilen. Das führt zu erheblichen Verzögerungen, da die Sportboote sich in der großen Nordschleuse erst ihre Plätze suchen müssen. Außerdem müssen die Frachter beim Einlaufen ihre Propeller erst abstellen, um die leichten Sportboote nicht zu beschädigen. Das alles kostet natürlich Zeit. „Wir arbeiten aber an einer Lösung. Es ist geplant, die Sportboote auch bald tagsüber durch die große Südschleuse zu lassen. Dort müssen aber erst die Arbeiten an den Rollen abgeschlossen sein“, sagt Visser.

Für die Sportbootkapitäne hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau extra ein Infotelefon geschaltet. Dort können Sportskipper erfahren, wann sie Chance auf einen Platz in der Schleuse haben. Der Schleusenmeister ist für Anfragen von Sportbootfahrern unter der Nummer 0431/3603152 erreichbar. Zudem werden auch Auskünfte über Funk erteilt.

Für die „Seabourne Quest“ war es die letzte Kanalpassage in diesem Jahr. Das Schiff der Reederei Seabourne beendete gestern die Sommersaison in der Ostsee. Sie startet am Mittwoch von Dover die Atlantiküberquerung nach Kanada und weiter in die Karibik. Ein Wiedersehen wird es erst am 28. Mai nächsten Jahres geben, wenn sie von Barcelona kommend durch den Kanal in die Ostsee zurückkehrt. Eine Kabine an Bord des 2011 gebauten Schiffes kostet dort pro Person und Tag zwischen 500 und 1000 Dollar.

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