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Nord-Ostsee-Kanal Meyer: Nord-Ostsee-Kanal kostet Millionen
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Meyer: Nord-Ostsee-Kanal kostet Millionen
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13:10 01.02.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Quelle: Behling
Berlin/Kiel

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hat in Berlin die Stagnation beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) kritisiert. „Der momentane Stillstand bei der Sanierung und dem Ausbau des NOK verursacht in der maritimen Wirtschaft einen volkswirtschaftlichen Schaden allein durch Wartezeiten in Brunsbüttel von mindestens 200 Millionen Euro“, sagte Meyer am Freitag beim 4. Maritimen Frühstück des Gesamtverbands Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und der IHK Schleswig-Holstein.

Meyer forderte den Bund auf, für diese wichtige Wasserstraße pro Jahr ein Prozent des Bundes-Verkehrsetats bereitzustellen. „Um die Leistungsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Häfen zu festigen und weiter auszubauen, ist der Nord-Ostsee-Kanal als Verkehrsader unabdingbar“, betonte Meyer. „Wenn die norddeutschen Bundesländer dafür an einem Strang ziehen, wird diese nationale Aufgabe gelingen“, sagte Meyer laut IHK-Pressemitteilung. Der Kanal sei „unverzichtbares Bindeglied“ zwischen den deutschen Nordseehäfen und dem wachsenden Ostseeraum. Wegen der maroden Schleusen in Brunsbüttel müssen Schiffe immer wieder warten, bis sie in den Kanal einfahren dürfen.

Vertreter der Häfen und der IHK forderten insbesondere den Neubau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel als Voraussetzung für die anschließende Sanierung der beiden vorhandenen Schleusenkammern. Die Funktionalität der Schleusen müsse dauerhaft gewährleistet sein, um die Wettbewerbsfähigkeit der Seehäfen zu sichern, hieß es.

Meyer würdigte die schleswig-holsteinische Hafenwirtschaft als Wirtschafts- und Jobmotor. Das Land unterstütze die Häfen bei ihren Bestrebungen, sich insbesondere für neue Märkte wie der Offshore-Windenergiebranche zu öffnen. Dafür stelle das Land unter anderem maßgeblich öffentliche Fördermittel für den Bau einer vor allem für Offshore-Zwecke geeigneten Multi-Purpose-Pier (Mehrzweckpier) in Brunsbüttel zur Verfügung. Auch der vom Wirtschaftsministerium geförderte neue Offshore-Windenergie-Hafen in Osterrönfeld bei Rendsburg sowie der in der Umsetzung befindliche Hafenausbau auf Helgoland bilden wichtige Standbeine für den Zukunftsmarkt Offshore.

Nach Angaben des GvSH haben die Häfen in Schleswig-Holstein im Jahr 2012 über 50 Millionen Tonnen Ladung umgeschlagen. Im Vergleich zum Jahr 2011 konnte somit erneut eine Steigerung der Umschlagsmenge von über zwei Prozent verzeichnet werden. Zusätzlich fertigten die Häfen circa 15 Millionen Passagiere ab und sicherten dabei den Angaben zufolge rund 50 000 Arbeitsplätze.

Der Nord-Ostsee-Kanal verfehlte 2012 sein Rekordergebnis von 2008 nur knapp, wie die Schifffahrtsdirektion Nord Ende Januar mitteilte. Fast 35 000 Schiffe mit einer Ladung von 104 Millionen Tonnen passierten im vergangenen Jahr die Wasserstraße. Das bisherige Spitzenergebnis wurde 2008 mit einer Gesamtladung von etwa 105 Millionen Tonnen erreicht.