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Nord-Ostsee-Kanal Kanal: Taucher starten neuen Versuch
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Kanal: Taucher starten neuen Versuch
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09:24 23.09.2019
Von Frank Behling
Keine Schiffe in Sicht. Die beiden großen Schleusen in Brunsbüttel sind ausgefallen. Quelle: Frank Behling
Brunsbüttel

Am Sonnabend war das elbseitige Tor der großen Südschleuse ausgefallen. Das Schleusentor fuhr sich im Schlick am Grund fest. Dort haben am Sonntag sechs Taucher und ein Hopperbagger versucht, den Schlick zu lösen. Es gelang jedoch nur zum Teil.

Arbeiten an laufen auf Hochtouren

Diese Arbeiten wurden am Montag wieder aufgenommen. Zeitgleich gingen am Montag auch Techniker des Amtes an der großen Nordschleuse an die Arbeit. Dort sollen am elbseitigen Schleusentor neue Unterwagen in einer Torbahn eingebaut werden. Auf diesen Torunterwagen wird das über 1100 Tonnen schwere Schleusentor geführt.

Da in Brunsbüttel beide Schleusenkammern ausgefallen sind, ist der Nord-Ostsee-Kanal derzeit für große Schiffe nicht passierbar. Nur Schiffe mit einer Länge von bis zu 125 Metern und einer Breite von höchstens 22 Metern können den Kanal noch passieren.

Freigabe eventuell erst am Mittwoch

Wann die Arbeiten an den beiden Schleusentoren in Brunsbüttel beendet sind, steht noch nicht fest. Der Einbau der Torunterwagen könnte Mittwochabend oder Donnerstagmorgen abgeschlossen werden. Dann wäre diese Kammer wieder klar.

"Bei der Südkammer müssen wir sehen, wie die Arbeiten verlaufen. Wenn es den Tauchern gelingt, die Torbahn von dem Schlick zu befreien, nehmen wir diese Kammer sofort wieder in Betrieb", so Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel auf Nachfrage.

Kritik am Krisenmanagement

Aktuell sind etwa 20 Techniker, Taucher und Seeleute an beiden Arbeitsstellen im Einsatz. Auch mehrere Schiffe und ein Bagger befinden sich in der Schleuse.

Da es am Wochenende am Nord-Ostsee-Kanal immer noch keine Eingreiftruppe für Notfälle gibt, hatten am Wochenende Lotsen und Schiffsmakler Kritik am Krisenmanagement geübt. Und die Erfüllung der Zusagen des Bundesverkehrsministeriums eingefordert.

Schlechte Nachrichten für den Hamburger Hafen und die Reeder. Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt für Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge voll gesperrt. Die Reparatur eines Schleusentores ist am Sonntag in Brunsbüttel gescheitert. Am Montag will in die Kanalbehörde über das weitere Vorgehen beraten.

Frank Behling 22.09.2019

In der Südschleuse in Brunsbüttel sind Taucher mit der Fehlersuche im Einsatz. Wie berichtet, sind seit Sonnabend von den acht Schleusenkammern nur noch drei einsatzbereit. Fast 30 Schiffe mussten bis zum Sonntagmorgen abdrehen und den Weg um Skagen nehmen.

Frank Behling 22.09.2019

Der Nord-Ostsee-Kanal ist für große Schiffe gesperrt. Grund ist der Ausfall der beiden großen Schleusenkammern in Brunsbüttel. Erstmals seit 2013 geht für große Schiffe in der meistbefahrenen künstlichen Seewasserstraße nichts mehr. Für die Fehlersuche fehlen Taucher.

Frank Behling 21.09.2019