Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Nord-Ostsee-Kanal NOK: Zahl der Schiffe auf dem Tiefpunkt
Lokales Nord-Ostsee-Kanal NOK: Zahl der Schiffe auf dem Tiefpunkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 23.01.2020
Von Frank Behling
Ein Bild, das seltener geworden ist: Andrang an der Schleuse in Kiel-Holtenau. Quelle: Frank Behling
Kiel

Für die Kanalverwaltung der einzige Lichtblick sind die steigenden Ölpreise, die in den vergangenen Wochen wieder mehr Reeder veranlasst haben, den Weg zwischen Nord- und Ostsee durch den Kanal abzukürzen.

„Das Jahr war kein leichtes Jahr für alle, die mit dem Kanal zu tun hatten“, bilanziert Jens-Broder Knudsen, Geschäftsführer der Agentur Sartori & Berger. Die Ursache für den Einbruch bei den Passagezahlen hat aus Knudsens Sicht vor allem einen Grund: „Wir hatten fast ein halbes Jahr in Kiel nur eine Schleusenkammer, das hat zu sehr langen Wartezeiten geführt. So etwas lässt sich kein Reeder bieten und sucht sich Alternativen.“ Martin Finnberg, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II aus Kiel, stellt fest: „Reeder informieren sich heute per E-Mail über Wartezeiten. Die Schifffahrt reagiert dann sofort und nimmt andere Wege.“

Kanalsteurer auch vom Rückgang betroffen

Die Lotsen spüren Verkehrseinbrüche sofort auch finanziell, da sie Freiberufler sind. „Der Verkehr hat sich aber auf einem niedrigen Nievau stabilisiert“, sagt Alexander Knop vom Verein der Kanalsteurer. Auch die Kanalsteurer sind von dem Rückgang betroffen, da ihr Verein die Einnahmen von den Reedern nach geleisteten Passagen bekommt.

Lesen Sie auch

Rekord im Hafen: 30.000 Passagiere an einem Tag

Die offizielle Jahresbilanz des Nord-Ostsee-Kanals will die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS) am Freitag in Kiel vorstellen. Dazu gehören auch Daten über die Entwicklung von Schiffsgrößen und die beförderte Gütermenge. Bei den Lotsen, Kanalsteurern und Schiffsmaklern ist der Einbruch bei den Verkehrszahlen aber schon jetzt angekommen.

Schiffe im Nord-Ostsee-Kanal werden immer größer

Seit 1950 hat die Zahl der Schiffspassagen konstant über 30.000 gelegen, teilweise sogar bei über 60.000 pro Jahr. Erst 2016 wurde mit 29.284 Passagen die 30.000er-Marke unterschritten. „Die Schiffe werden aber immer größer“, sagt Knop. Moderne Containerfrachter könnten oftmals zwei ältere Schiffe ersetzen. Deshalb wird die Zahl der transportierten Güter in der Branche mit Spannung erwartet. Die Schiffsmakler Sartori & Berger und UCA United Canal Agency hatten zum Jahresende wieder eine Zunahme an größeren Schiffen registriert.

Positive Impulse für den Kanal geben die wachsenden Ölexporte aus Russland, die zum Teil durch den Kanal transportiert werden. Aber auch der Transit großer Massengutfrachter für Getreide und Kohle hat gegen Ende des Jahres wieder leicht zugenommen.

Weitere Nachrichten aus dem Nord-Ostsee-Kanal lesen Sie hier.

Die Wasserschutzpolizei hat auf der Schleuse in Kiel-Holtenau eine Kontrolle durchgeführt. Das Ergebnis sei "erfreulich positiv", teilte die Behörde am Dienstagmorgen mit.

14.01.2020

Ein deutscher Frachter hat am Sonntagabend am Nord-Ostsee-Kanal ein Schleusentor gerammt. Es entstand am Schiff und dem Tor Sachschaden. Verletzt wurde aber niemand. Das Unglück passierte um 19 Uhr als der Frachter „Timbus“ in Kiel aus dem Kanal ausschleusen wollte.

Frank Behling 13.01.2020

Wenn in Kiel von dreckiger Luft die Rede ist, denkt wohl jeder sofort an den Theodor-Heuss-Ring. Dabei ist die Straße nicht der einzige Ort in der Stadt, an dem es Klagen gibt. Astrid (63) und Jens-Uwe Köllen (56) aus Kiel-Wik wohnen 100 Meter Luftlinie vom Nord-Ostsee-Kanal (NOK) entfernt. In ihrem Wohnzimmer entdeckten sie nun dunkle Verfärbungen. „Der Qualm der Schiffe hat sich bei uns abgesetzt“, meint Jens-Uwe Köllen.

Kristiane Backheuer 25.12.2019