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Nord-Ostsee-Kanal Lange Wartezeiten am Nord-Ostsee-Kanal
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Lange Wartezeiten am Nord-Ostsee-Kanal
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12:59 22.03.2015
Von Frank Behling
Der Frachter versuchte noch, mit Anker-Hilfe zu bremsen. Dennoch fuhr er mit großer Wucht ins Schleusentor. Quelle: Frank Behling
Brunsbüttel

Der Aufprall war so heftig, dass der Wulstbug des griechischen Frachters unter zypriotischer Flagge das Tor 3 durchbohrte und sogar Stahlplatten auf der gegenüberliegenden Außenseite zerteilte. Eine Notreparatur des Schiebetores ist nicht mehr möglich. Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel mitteilte, muss das beschädigte Tor bis Mai ausgebaut werden.

Einsatzbereite Reservetore gibt es in Brunsbüttel gegenwärtig  keine mehr. Für die größeren Schiffe mit einer Länge von über 125 Meter steht deshalb nur noch eine große Schleusenkammer zur Verfügung. Die Folgen waren am Sonntag Wartezeiten von bis zu sieben Stunden in Kiel und Brunsbüttel. In Kiel werden aus Sicherheitsgründen nur so viele Schiffe in den Kanal gelassen, wie in Brunsbüttel Warteplätze vorhanden sind. 

Der in Limassol auf Zypern registrierte Unglücksfrachter gehört einer Reederei aus Athen und ist erst sieben Jahre alt. Nach dem Unfall verhängte die zuständige Berufsgenossenschaft BG Verkehr ein Auslaufverbot.  Der  Bug ist aufgerissen, die Maschinenanlage wird untersucht und außerdem muss die Regulierung des Schadens geklärt werden. Die „Saint George“ war nach Angaben der Polizei auf dem Weg von Amsterdam nach Lübeck. Als Ursache der Havarie scheidet nach Mitteilung der Wasserschutzpolizei ein technisches Versagen aus. Eine Überprüfung der Maschinenanlage habe keine Auffälligkeiten ergeben, hieß es am Wochenende. Die Ermittlungen konzentrieren sich jetzt auf mögliche Bedienungsfehler durch die Mannschaft.

Der Schaden an der Schleuse und Schiff beläuft sich auf mindestens 2,2 Millionen Euro. Es ist damit der größte Havarieschaden in einer Kanalschleuse seit über 20 Jahren.

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