Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Nord-Ostsee-Kanal Bergungsaktion startet im Morgengrauen
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Bergungsaktion startet im Morgengrauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:35 29.03.2018
Von Frank Behling
An der Schleuse in Kiel-Holtenau wird heute Nacht die "Matador 3" erwartet. Donnerstagfrüh soll der große Schwimmkran mit der Bergung des beschädigten Schleusentores beginnen. Quelle: Frank Behling
Kiel

An der Schleuse in Kiel-Holtenau beginnt am Donnerstag der schwerste Teil der Bergung des ramponierten Schleusentores. Der niederländische Schwimmkran „Matador 3“ ist im Nord-Ostsee-Kanal auf dem Weg nach Kiel und wird am Donnerstagmorgen an der Südschleuse in Position gebracht. Danach sollen die Experten aus Rotterdam mit der  Bergung des schwer beschädigten Schleusentores beginnen. Die „Matador 3“ ist einer der größten Schwimmkräne Europas und kann bis zu 1800 Tonnen heben. 

Taucher haben das Schleusentor in den vergangenen zehn Tagen in zwei Teile zerschnitten und auf den Abtransport vorbereitet. Die „Matador 3“ soll mit seinem gewaltigen Ausleger in Position gehen. Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau mitteilt, werden die dann folgenden Arbeiten zum Ausbau des Schleusentores je nach Wetterlage den gesamten Donnerstag andauern und bis in die Nacht zum Freitag gehen.

Die Besatzung des niederländischen Schwimmkrans soll die beiden Hälften des Schleusentores nacheinander aus dem Wasser heben und auf einen bereitliegenden Ponton heben. Mit diesem Ponton soll das Schleusentor dann zur Werft German Naval Yards Kiel in Gaarden gebracht und dort abgeladen werden.

Das rund 1000 Tonnen schwere Schleusentor war in der Nacht zum 20. Februar von dem Containerfrachter „Akacia“ gerammt und schwer beschädigt worden. Der Einsatz des Schwimmkrans ist vom Wohnmobilstellplatz am Scheerhafen aus gut für Interessierte zu beobachten.

Wenn die Bergung erfolgreich verläuft, könnte in der nächsten Woche mit dem Einbau eines Ersatztores begonnen werden. Wenn das klappt, sind Ende kommender Woche wieder beide großen Schleusenkammern in Kiel-Holtenau einsatzbereit.

Liveticker: Bergung an der Schleuse Kiel-Holtenau

  • 30.03.18 15:41
    Ende gut.... Der maritime Schwertransport hat die Werft German Naval Yards in der Innenförde erreicht. Im Laufe des Abends soll der große Portalkran der Werft das Schleusentor vom Ponton „Hörn 20“ über die Pier ins Dock 8a heben. Damit endet diese bisher einmalige Bergungsaktion am Nord-Ostsee-Kanal. Der Schwimmkran „Matador 3“ wurde auch wieder entlassen. Der niederländische Kran nimmt noch seine zwei in der Zufahrt zur Südkammer ausgelegten Anker auf und wird dann durch die Nordkammer in den Kanal einschleusen. An der Südschleuse will die Besatzung übernachten. Morgen früh startet der Kran mit seinem Begleitschlepper „Jan Leenheer“ bei Sonnenaufgang seine Rückreise durch den Kanal nach Rotterdam.
  • 30.03.18 14:56
    Der letzte Akt der Schleusentor👍-Bergung hat begonnen. Schlepper „Holtenau“ ist mit dem Ponton „Hörn 20“ auf dem Weg zur Innenförde. Gegen 17:30 Uhr soll das Gespann bei German Naval Yards sein.
  • 30.03.18 14:11
    Das Lösen der acht Stahlseile gestaltet sich wieder etwas umständlicher als erwartet. Mit der Hilfe des Arbeitspontons werden die Schäkel gelöst. Wenn das erfolgt ist, startet der Schlepper „Holtenau“ mit dem Schwertransport in Richtung Innenförde.
  • 30.03.18 11:07
    Die letzte Phase beginnt. Am Nachmittag werden die Schäkel der acht Ketten gelöst. Danach kann das Schleusentor auf dem Ponton zur Werft German Naval Yards gebracht werden. Der Schwimmkran „Matador 3“ hat dann seine Arbeit getan.
  • 30.03.18 09:57
    Und abwärts: Der Schwimmkran setzt das Tor auf die vorbereitete Position auf dem Ponton. Hunderte Ausflugsgäste verfolgen das Manöver von dem Wohnmobilstellplatz aus.
  • 30.03.18 09:46
    Das Mittagessen ist gesichert. Ein Seemann sammelte mit einem Eimer mehrere Aale vom Deck des Pontons. Sie waren mit dem Wasser aus dem Schleusentor gespült worden.
  • 30.03.18 09:40
    Die Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal ist vorübergehend für Schiffe gesperrt worden. Der Schlepper „Holtenau“ muss in der nächsten Stunde den Ponton „Hörn 20“ unter dem schwebenden Schleusentor positionieren.
  • 30.03.18 09:33
    Der Anblick eines schwebenden Schleusentores lockt viele Ausflügler in den Scheerhafen. Inzwischen sind die Parkplätze rund um die Zufahrt zum Scheerhafen gut belegt.
  • 30.03.18 08:58
    Der Abtransport beginnt. Schwimmkran „Matador 3“ fährt mit dem Schleusentor langsam rückwärts aus der Zufahrt heraus. Am Wohnmobilstellplatz verfolgen mehrere Zuschauer das Geschehen. Der Uferbereich ist jedoch aus Sicherheitsgründen gesperrt.
  • 30.03.18 08:50
    Das zweite Teil des Schleusentores schwebt über dem Wasser.
  • 30.03.18 08:43
    Der Hebevorgang läuft zügig. Das zweite Teil des Schleusentores ist bereits aus dem Wasser.
  • 30.03.18 07:30
    Der Schwimmkran „Matador 3“ geht in Position. Der zweite Akt beginnt.
  • 30.03.18 05:15
    Feiertag ist auf Schleuse Arbeitstag. Mit Tagesanbruch starteten die Besatzungen der Bergungseinheiten wieder mit den Aktivitäten. Im Laufe des Vormittags soll die zweite Hälfte des Schleusentors gehoben werden. Die Teams der Werft Nobiskrug und der Firmen Taucher Knoth und Nordseetaucher haben bereits vier Ketten durch das Tor gezogen. An diesen Ketten werden jetzt die Bergungsteams im Laufe des Morgens den Schwimmkran „Matador 3“ befestigen. „Ich bin mit dem Ablauf der Arbeiten sehr zufrieden. Wir sind sehr gut vorangekommen“, sagt Diethard Stier (Foto) von der Bereichsleiter Stahlbau der Rendsburger Nobiskrug-Werft. Er ist auch der Projektleiter der Schleusentor-Bergung und koordiniert die Maßnahmen. Gegen 9 Uhr soll der Hebevorgang beginnen. Für 11 Uhr ist der Schlepper „Holtenau“ mit dem Ponton „Hörn 20“ bestellt. Auf „Hörn 20“ soll „Matador 3“ gegen Mittag die zweite Hälfte des zerstörten Schleusentores abstellen. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Bergungsarbeiten sogar schon am Nachmittag beendet werden. Beim ersten Teil der Bergung hatte der Schwimmkran „Matador 3“ am Donnerstag 680 Tonnen an den beiden Haken. Das zweite Teil des Schleusentores soll laut Bergungsmannschaft deutlich leichter sein. Das Gesamtgewicht des etwa 1912 gebauten Tores liegt bei rund 1000 Tonnen.
  • 29.03.18 20:36
    Der Abtransport der ersten Schleusentor-Hälfte hat begonnen. Nach dem Lösen aller acht Schäkel kann sich der Schwimmkran „Matador 3“ wieder zur Schleuse verholen. Der Schlepper „Holtenau“ bringt jetzt das schrottreife Schleusentor zur Werft German Naval Yards nach Gaarden. Dort wartet der Portalkran auf den Einsatz. Mit dem Portalkran wird das halbe Schleusentor ins Trockendock 8a gehoben. Der Schwimmkran „Matador 3“ und der Arbeitsponton „TK9“ gehen vor der Südschleuse in eine Ruheposition für die Nacht. Bei Tagesanbruch setzen die Teams ihre Arbeit fort.
  • 29.03.18 19:44
    Die Teams der Werft Nobiskrug und der Besatzungen der Schiffe müssen länger als geplant arbeiten. Ursprünglich war geplant, dass das kaputte Schleusentor auf dem Ponton gegen 21 Uhr bei der Werft German Naval Yards durch den SFK-Schlepper „Holtenau“ angeliefert wird. Durch die widerspenstigen Schäkel könnte es Mitternacht werden. Zur Unterstützung ist der Kranponton „TK9“ zum Schleusentor gefahren. Mit dem Mobilkran von „TK9“ werden die Schäkel gelöst.
Tickaroo Liveblog Software

Am Nord-Ostsee-Kanal sind am Dienstagmorgen die Beschäftigten der Schleusen in Kiel und Brunsbüttel in einen Warnstreik getreten. Der Warnstreik soll bis Mitternacht gehen. Die Festmacher und Schleusenmeister legten kurz vor 7 Uhr die Arbeit nieder.

Frank Behling 20.03.2018

Die große Südschleuse wird nicht mehr im März einsatzbereit. Die Bergung des Schleusentores verzögert sich um mehrere Tage. Grund sind Probleme beim Durchtrennen des Bauwerks.

Frank Behling 14.03.2018

Rückschlag bei den Bergungsarbeiten an der Holtenauer Schleuse. Das Verfahren mit dem Diamant-Seil ist gescheitert. Jetzt müssen Taucher ran und sollen das Tor mit Schneidbrennern unter Wasser trennen. Nachteil: Dieses Verfahren dauert wesentlich länger.

Frank Behling 14.03.2018