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Nord-Ostsee-Kanal Nord-Ostsee-Kanal sechs Stunden dicht
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Nord-Ostsee-Kanal sechs Stunden dicht
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21:34 02.02.2019
Von Frank Behling
Schiffe stauen sich in Kiel im Kanal. Seit 14 Uhr werden keine Schiffe mehr in den Kanal gelassen. Quelle: Frank Behling
Brunsbüttel/Kiel

Kurz nach 20.30 Uhr erhielten in Kiel und Brunsbüttel die ersten Schiffe wieder freie Fahrt. Vorher hatten Techniker die IT-Systeme für die Verkehrsüberwachung wieder hochfahren können. Über sechs Stunden konnte durch die Software-Panne auf dem Kanal kein Schiff von der Zentrale in Brunsbüttel überwacht werden.

Das digitale System war am Mittag mit einer Softwarestörung ausgefallen. Ein Umschalten auf eine analoge Verkehrslenkung scheiterte aus Mangel an den dafür geschulten Nautikern.

Auch nach dem Start des Software-Systems gab es am Abend weiter Störungen. Die für die Schiffe in den Ausweichstellen aufgestellten Ampel-Anlagen funktionierten am Abend noch nicht.

Sperrung seit 14 Uhr

Die Einfahrt in den Kanal war seit 14 Uhr für alle Schiffe gesperrt. Die Revierzentrale Brunsbüttel informierte die Schiffe ausschließlich per Funk. Eine analoge Überwachung des Verkehrs wurde von der Verwaltung aus Kostengründen abgeschafft.

Eine Weiterfahrt der Schiffe und eine direkte Absprache der Lotsen wurde von der Revierzentrale aus Sicherheitsgründen untersagt, da die Fahrt ohne die Überwachung durch die Revierzentrale zu risikoreich sei, hieß es.

Zwölf Schiffe warten in Brunsbüttel, elf in Kiel

Zeitweise lagen in Brunsbüttel und auf der Elbe zwölf Schiffe in Warteposition. In Kiel warteten elf Schiffe auf der Förde und im Nordhafen. „Das Krisenmanagement ist nicht optimal. Es gibt weder Informationen noch einen Notfallplan“, so ein Lotse. Die Probleme mit der  Software der Verkehrsüberwachung waren bekannt.

Kritik gab es an der Informationspolitik auch von den Schiffsmaklern, die die Reedereien vertreten. "Es gab keine offiziellen Informationen. Wir haben die Kunden des Kanals schließlich selbst informiert", sagt Jann Petersen von der Maklerei UCA United Canal Agency.

Bereits am 2. Mai vorigen Jahres musste der Kanal stundenlang gesperrt werden, weil in Brunsbüttel die Systeme ausgefallen waren.

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