Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Ostholstein 900-facher Protest gegen Kürzungen in der Behindertenhilfe
Lokales Ostholstein 900-facher Protest gegen Kürzungen in der Behindertenhilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 20.04.2010
Eutin

Sie kamen aus dem ganzen Land, aus Meldorf, Flensburg, Kiel und Neumünster, was Reinhard Ehmke-Sohns, Geschäftsführer der Ostholsteiner Behindertenhilfe als Organisator, besonders bewegte, weil sich so viele Menschen mobilisieren ließen. „In den Köpfen ist noch nicht angekommen, dass die Leute in der Lage sind, sich zu Wort zu melden, bezieht uns mit ein“, appellierte Ehmke-Sohns an die Politiker. Angesichts der deutschen Geschichte, als Menschen mit Behinderung getötet wurden, sei es unanständig, in diesem Bereich wieder sparen zu wollen.

Mit selbst gebastelten Plakaten, Bannern und Instrumenten hatte sich die Menge zunächst an den Schlossterrassen versammelt, wo Marion Schwarz und Sibylle Scharbau, beide Mütter von Kindern mit Behinderung, Andrea Wiese und Nadine Rehmann als Beiratsmitglieder sowie Betriebsratsvorsitzender Martin Zaremba ihrer Sorge Ausdruck gaben. „Politiker, redet mit uns, nicht über uns“, forderten Andrea Wiese und Nadine Rehmann. Viele Kollegen mit Handicap seien unsicher und ängstlich: „Werden wir in Zukunft noch so leben wie heute? Wir wollen unsere Zukunft selbst gestalten, und dafür kämpfen wir.“

„Wir bemühen uns, die Kinder zu selbstbestimmten Menschen zu erziehen, jetzt machen wir wieder zwei Schritte zurück, das kann nicht sein“, erklärten Marion Schwarz und Sibylle Scharbau: „Es ist kein Privileg, ein Mensch ohne Behinderung zu sein, das kann jedem passieren.“ Martin Zaremba befürchtete eine Qualitätsminderung bei der Betreuung: „Wir leisten professionelle Arbeit zum Nutzen der Gesellschaft. Warum sollen wir schlechter bezahlt werden als Kreisbedienstete?“

Nach einem Marsch durch die Innenstadt formierten sich die Demonstranten vor dem Eutiner Kreishaus, wo Dirk Mitzloff, stellvertretender Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung, forderte, mit verlässlichen Zahlen zu argumentieren. Günther Ernst-Basten, Vorstand des Paritätischen Landesverbandes, hatte einen Brief an Ostholsteins Landrat Reinhard Sager als Vorsitzenden des Landkreistages formuliert. Darin wird das Gremium aufgefordert, sich für verlässliche Rahmenbedingungen und tragfähige soziale Strukturen zugunsten von Menschen mit Behinderung einzusetzen. Ernst-Basten: „Wir werden die beabsichtigten Einschnitte nicht hinnehmen, denn die Menschen sind stark verunsichert: Können sie sich auf die Hilfen noch verlassen?“

Der Landesrahmenvertrag läuft spätestens Ende März 2011 aus und regelt bisher, welche Leistungen gegenüber Menschen mit Behinderungen zu erbringen sind, die Finanzierung sowie Tariflöhne. Die Aufhebung des Vertrages würde für die Ostholsteiner Behindertenhilfe mit ihren 800 Plätzen in Werkstätten und Wohngruppen bedeuten, dass sie von 300 nicht behinderten Mitarbeitern 60 entlassen müsste. Die Lebenshilfe hat 125 Mitarbeiter und betreut ambulant rund 500 Menschen, zumeist Kinder und Jugendliche, im Kreisgebiet und müsste sich von 25 Mitarbeitern trennen. Die Verbände fordern eine Einbeziehung der Politik bei anstehenden neuen Verhandlungen zwischen Landkreis- und Städtetag, Sozialministerium und Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände und haben in Eutin Gespräche mit Kreistagsfraktionen aufgenommen. og

Ostholstein Vorgeschmack auf die Menschenkette am 24. April Eutin: Probe-Protest

Eutin. Es war zwar ein ernster Hintergrund, die Stimmung war bei der kurzen „Mini-Menschenkette“ gegen Kernenergie am Sonnabend in der Eutiner Fußgängerzone aber trotzdem sehr gut.

19.04.2010
Ostholstein Feier erinnerte auch an den vorangegangenen Streit Timmdorfer Ruheforst ist eingeweiht

Malente. „Unter allen Wipfeln ist Ruh'“, lautet das Motto des Ruheforstes Holsteinische Schweiz. Doch damit rund um das Gelände für Waldbestattungen wieder Frieden einkehren wird, muss noch mancher Streit begraben werden.

16.04.2010
Ostholstein Betreuer des Malenter Wildgeheges machen sich Sorgen um die Idylle Eine kleines Eekholt ist die Vision

Malente. Eine Rotte Wildschweine suhlt sich in einer Lichtung. Ein Rudel Damwild äst auf der Wiese. Einige Rotwildhirschkühe streifen durch den Wald.

14.04.2010