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Ostholstein Happy End: Verlorene Eheringe sind wieder da
Lokales Ostholstein Happy End: Verlorene Eheringe sind wieder da
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17:51 21.05.2019
Romantische Trauung im Strandkorb: Doch leider konnten Sarah-Lee (35) und Thorsten Hencke (43) beim Jawort keine Ringe tauschen. Quelle: Privat
Schashagen

Es war wie in einer dieser Hollywood-Komödien. Endlich war der große Tag von Sarah-Lee und Thorsten Hencke gekommen. Vor zehn Jahren hatte sich das Paar aus Lüneburg an Heiligabend in einer Disco kennengelernt, nun wollten sie heiraten – am Strand von Bliesdorf, im Strandkorb, bei strahlendem Sonnenschein. Doch plötzlich, schon während der Zeremonie, brach die Mutter der Braut in Tränen aus. Ein Alptraum: Die Ringe waren spurlos verschwunden. Drei Tage nach der Trauung sind sie wieder aufgetaucht. Der Barkeeper der Hochzeit hat sie gefunden.

Eigentlich sei es der Plan gewesen, dass ihr Hund „Pepe“ die Ringe während der Trauung zum Strandkorb bringe, erzählt Sarah-Lee Hencke. Die Mutter der 35-Jährigen hatte sie mit einer Schleife am Halsband des Vierbeiners befestigt. Allerdings nicht fest genug – kurz vor dem Jawort löste sich das Band, die Ringe verschwanden. Die Hochzeitsgäste seien aufgesprungen, hätten mehrere Minuten den Strand abgesucht. Ohne Erfolg.

Hochzeit im „Bootshuus“ an der Ostsee geht schief

Das Hochzeitspaar musste improvisieren. „Meine Trauzeugin und ihr Mann haben uns spontan ihre Ringe für die Trauung geliehen“, erzählt die Braut. Es sei ein Schreckensmoment gewesen, aber das Paar habe es mit Humor genommen und trotzdem eine wundervolle Hochzeit am Strand und auf der Terrasse vom Bliesdorfer Restaurant „Bootshuus“ gefeiert. Doch die Mutter von Sarah-Lee Hencke habe sich sehr schlecht gefühlt. „Sie hat sich die Schuld gegeben“, erzählt Sarah-Lee Hencke. Die Tochter befürchtete: Ihre Mutter werde ihres Lebens nicht mehr froh, wenn die Ringe nicht doch noch auftauchten.

Das frisch vermählte Paar musste nach der Hochzeit zurück nach Lüneburg. Doch zuvor starteten sie noch eine große Suchaktion, hängten Plakate an Campingplätzen und in Hotels auf, posteten Aufrufe auf Facebook. Auch die Lübecker Nachrichten berichteten über die verschwundenen Ringe. Viele Menschen wollten helfen, buddelten am Strand von Bliesdorf, suchten den Sand ab. Einige brachten sogar einen Metalldetektor mit.

Neustädter sucht Ringe mit Metalldetektor

Auch Rasul Alikhanov hat den Strand abgesucht. Der 23-Jährige hatte einen entscheidenden Vorteil: Der Neustädter hat als Barkeeper auf der Hochzeit gearbeitet und beobachtet, wo der Hund sich überall aufgehalten hat. „Ich habe der Mutter der Braut versprochen, dass ich die Ringe für sie finde“, erzählt Rasul Alikhanov.

Sein Versprechen brach er nicht. Geduldig suchte er stundenlang nach Feierabend den Strand ab, lieh sich dafür extra einen Metalldetektor von seinem Vater. Er habe ein Helfersyndrom, sagt Alikhanov. Mit seiner Firma „i-Tüpfelchen“ begleitet er Senioren im Alltag. Nach drei Tagen dann, endlich, fand er einen Ring im Sand und einen im Gebüsch.

Finder fährt von Schashagen nach Lüneburg

Nach seinem Fund rief Rasul Alikhanov die Mutter der Braut an. „Sie wollte sofort ins Auto steigen und von Lüneburg hierher fahren“, sagt er, „aber sie hat am Telefon geweint und da habe ich gedacht, dann steige ich eben ins Auto.“ Außerdem habe er gewollt, dass das Ehepaar die Ringe vor der Hochzeitsreise bekommt. Und so fuhr der junge Mann die 150 Kilometer nach Lüneburg und brachte dem Ehepaar die Ringe persönlich vorbei.

Rasul ist unser Held“, sagt Sarah-Lee Hencke. „Wir sind so dankbar, dass er die Ringe doch noch gefunden hat“. Sie haben ihm einen Finderlohn von 500 Euro gezahlt. 200 Euro davon will Rasul Alikhanov an das Kinderhaus Grömitz spenden. Das Paar hätte aber auch nicht gedacht, dass so viele Menschen beim Suchen der Hochzeitsringe mithelfen. „Wir sind jedem Einzelnen dankbar für die große Unterstützung.“

Nach der ganzen Aufregung solle nun erstmal Ruhe einkehren. „Wir starten am Donnerstag in die Flitterwochen Richtung Tallinn“, erzählt die Braut. Nach der Hochzeitsreise wolle das Ehepaar dann noch einmal zum „Bootshuus“ nach Bliesdorf fahren – und sich ganz gemütlich bei einem Eisbecher endlich die Ringe übergeben.

Saskia Bücker/LN

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