Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Ostholstein NABU klagt vor Bundesverwaltungsgericht
Lokales Ostholstein NABU klagt vor Bundesverwaltungsgericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:14 30.04.2019
Von Heike Stüben
 Eine Visualisierung zeigt den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark von der dänischen Seite. Quelle: Lina Schlapkohl/Femern AS
Anzeige
Fehmarn

Der NABU hat nach Zustellung des Planfeststellungsbeschlusses Klage beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Untertunnelung des Fehmarnbelt eingereicht.

"Die Planer haben statt einer vernünftig ausgelasteten Bahnverbindung einen kombinierten Eisenbahn- und Straßentunnel geplant. Ein auf 100 Jahre angelegtes Projekt dieser Größenordnung ist komplett überdimensioniert. Mit Blick auf den wachsenden Druck durch die Klimakrise ist vor allem eine weitere Förderung des Straßenverkehrs völlig unverantwortlich“, erklärte Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU.

Anzeige

Schlechter Zustand der Ostsee

„Insgesamt ist der ökologische Zustand der Ostsee heute schon Besorgnis erregend, denn rechtlich verbindliche europäische Umweltziele werden reihenweise verfehlt. Die marinen Ökosysteme sind durch Eintrag von Schad- und Nährstoffen, Überfischung, Rohstoffabbau, Schifffahrt und Bauvorhaben massiv überlastet“, so Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU.

Politik und Wirtschaft müssten entsprechend der Klimakrise handeln. "Dazu gehört auch, fragwürdige Projekte nach 20 Jahren Planung unter Umständen ganz fallen zu lassen, zumindest aber veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.“

„Um die Belastung der Ostsee zu verringern, muss der Vorhabenträger einen eingleisigen, bergmännisch gebohrten Bahntunnel realisieren. Diese Variante wird auch im Planfeststellungsbeschluss als ökologisch verträglichste hervorgehoben.“

Das ist im Fehmarnbelt geplant

Dänemark plant im Fehmarnbelt zwischen der dänischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn einen 20 Kilometer langen Absenktunnel. Dazu haben Deutschland und Dänemark 2008 einen Staatsvertrag, der 2009 in Bundestag und Folketing ratifiziert wurde.

Dänemark verpflichtet sich zum Bau und Betrieb der festen Fehmarnbeltquerung sowie dänischer Hinterlandanbindung. Deutschland garantierte im Staatsvertrag den zweigleisigen, elektrifizierten Ausbau der Bestandsstrecke zwischen Puttgarden und Lübeck sowie den durchgehend vierstreifigen Ausbau der E 47/B 207 auf dieser Strecke.

Anzeige