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Ostholstein Hähnchenmast: Betrieb geplant für 260 000 Tiere
Lokales Ostholstein Hähnchenmast: Betrieb geplant für 260 000 Tiere
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00:24 27.05.2019
Zehntausende Küken: So oder ähnlich soll auch der Betrieb auf Fehmarn später einmal aussehen. Wichtig ist den fehmaraner Investoren hygienische Reinheit im Stall, die Aufzucht ohne Antibiotika, ein guter Boden, viel Licht und frisches Wasser. Quelle: hfr
Fehmarn

An diesem Großprojekt scheiden sich die Geister: Zwei Investoren von der Insel Fehmarn planen zwischen Kopendorf und Gollendorf den Bau einer Hähnchenmastanlage in großem Stil. Neben der 15.000 Quadratmeter großen Aufzuchthalle soll es noch einen Schleusenbereich sowie eine Biogasanlage zur Verwertung der Gülle geben. 260.000 Küken sollen dort bis zur Schlachtreife aufgezogen werden. Die haben sie nach 42 Tagen erreicht. Dann erfolgt der Abtransport zum Schlachthof, die Desinfektion der Ställe – und die neue Küken-Generation zieht ein.

Etwa 30 Hähnchenmastanlagen gibt es in Schleswig-Holstein: Im Kreis Ostholstein laut Kreisverwaltung keine weitere Anlage, im Kreis Segeberg sind es vier Betriebe, im Kreis Plön drei. Die durchschnittliche Größe liegt bei 100.000 Tieren. Aber die Hähnchenmäster haben allesamt ein Problem: die Akzeptanz. Ihre moderne Geflügelhaltung wird als „Massentierhaltung“ betitelt.

„Der Verbraucher will preiswertes Hähnchenfleisch“

 „Obwohl gleichzeitig die Mehrheit der Verbraucher doch gerne preiswertes Hähnchenfleisch konsumiert“, hält Investor Falk Voß-Hagen (42) dagegen. Er führt in Kopendorf bereits einen Schweinemastbetrieb. Gemeinsam mit Malte Hagen (24), einem staatlich geprüften Agrar-Betriebswirt und Fachmann für Geflügelaufzucht, will er jetzt auch in die Hähnchenmast einsteigen.

Voß-Hagen spricht von einem völlig neuen Konzept für die Anlage: große Fensterflächen – weit über dem gesetzlichen Standard, ausreichend Platz, hygienische Reinheit und eine Tierproduktion ohne Antibiotika. Das sei ihm wichtig, genau so wie in seinem Schweinemastbetrieb. Für die vergangenen Jahre legt er im LN-Gespräch Untersuchungsberichte vor die allesamt belegen, dass keine Antibiotika verwendet wurden.

Bauern müssen über Alternativen nachdenken

Voß-Hagen sagt: „Fehmarn ist mehr als nur Tourismus mit ,Bulli-Festival’ und ,Rapsblütenfest’. Auf der Insel leben auch Bauern. Und deren Ackerflächen reichen kaum noch zum Überleben. Deshalb müssen wir über Alternativen nachdenken.“

Doch regt sich in der Nachbarschaft sich bereits Widerstand. In der Alten Schule von Petersdorf war die geplante Mastanlage Thema einer großen Infoveranstaltung. Bürger äußerten ihre Sorgen, sprachen von einer Belastung des Grundwassers und Gefahren durch die Gülleausbringung für die Böden.

Mastanlage für eine Tourismusinsel schwierig

Auch Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) ist nicht begeistert. „Eine Mastanlage in dieser Größe ist für eine Tourismusinsel schwierig.“ Um auch künftig Einfluss nehmen zu können, hat die Politik bereits die Änderung des Bebauungsplanes 174 beschlossen – der regelt die Auflagen beim Bau von Großbetrieben zur Tierhaltung. „Wir wollen zumindest versuchen, das Heft des Handelns in der Hand zu behalten“, sagt Weber.

Ein kurzes Küken-Leben

Die Verweildauer der Hähnchen beträgt in den Mastbetrieben in der Regel 42 Tage. Die Tiere werden als Ein-Tages-Küken angeliefert. Bereits nach sechs Wochen gelten sie als schlachtreif. Da die Tiere in dieser Zeit enorm an Größe und Masse zulegen, wird ein Drittel sogar schon nach 35 Tagen zum Schlachthof gefahren. So haben die übrigen Hähnchen in der letzten Lebenswoche mehr Platz. Schlachtereien sind vor allem in Niedersachsen, Hessen und in den neuen Bundesländern.

Gut gemeint, aber entschieden wird an anderer Stelle: Genehmigungsbehörde für Großanlagen dieser Art ist in Schleswig-Holstein das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Bisher gab es nur ein Beratungsgespräch, noch keine Anträge. Aber die beiden Investoren sind guter Hoffnung, mit ihrem Konzept die Baugenehmigung zu erhalten.

Louis Gäbler

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