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Ostholstein Bad Schwartau kämpft um Trog für Gleise
Lokales Ostholstein Bad Schwartau kämpft um Trog für Gleise
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10:00 17.02.2019
Ein Zug der Regionalbahn steht im Bahnhof von Bad Schwartau. Es gibt weiterhin Streit um die Bahnanbindung der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung. Die Stadt Bad Schwartau im Kreis Ostholstein verlangt von der Deutschen Bahn, die Gleise im Bereich der Stadt in einem sieben Meter tiefen Trog zu verlegen. Quelle: Markus Scholz/dpa
Bad Schwartau

Es gibt weiterhin Streit um die Bahnanbindung der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung. Die Stadt Bad Schwartau im Kreis Ostholstein verlangt von der Deutschen Bahn, die Gleise im Bereich der Stadt in einem sieben Meter tiefen Trog zu verlegen.

Dadurch sollen die Anwohner besser vor dem erwarteten Zuglärm geschützt werden. Das Geld dafür soll aus dem Maßnahmenpaket für übergesetzliche Schutzmaßnahmen kommen, über das der Deutsche Bundestag voraussichtlich im Sommer entscheiden will.

Kompromissbereitschaft erforderlich

Dafür müsste sich Bad Schwartau allerdings mit der Bahn auf eine Lösung einigen. Doch eine solche Einigung ist derzeit nicht in Sicht. Für den bestmöglichen Schutz der Menschen und der Umwelt sei auf allen Seiten Kompromissbereitschaft erforderlich, mahnte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Bereits im Dezember 2018 hatte Buchholz in einer Rede die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden daran erinnert, dass es Geld für übergesetzlichen Schutz nur für einvernehmliche Lösungen zwischen Gemeinden und Deutscher Bahn gebe.

17 Monate Bauzeit

Der Bundestag hatte im Januar 2016 beschlossen, dass für neue Bahnstrecken des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN) in begründeten Fällen auch Schutzmaßnahmen gefördert werden können, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen. Über die Finanzierung entscheidet der Bundestag.

Bad Schwartau beziffert die Kosten für den geforderten Sieben-Meter-Trog auf 90 Millionen Euro, die Bauzeit soll 17 Monate betragen. 

Streckensperrung zwischen Lübeck und Kiel

Während dieser Zeit müsste die Strecke zwischen Lübeck und Kiel voll gesperrt werden. „Wir verstehen nicht, warum die Bahn sich gegen diese Lösung sperrt“, sagte Bürgermeister Uwe Brinkmann. Ein unabhängiger Gutachter sei zu dem Ergebnis gekommen, das diese Troglösung technisch machbar sei und für Bad Schwartau als Kurort sei Lärmschutz besonders wichtig, sagte er.

Bahn schätzt Kosten auf 178 Millionen Euro

Die Bahn geht dagegen von Kosten von 178 Millionen Euro aus. In der von Bad Schwartau genannten Summe seien die Kosten für Bahnsteige, Bahnsteigzugänge, Überführungen, Lärmschutzwände, Gleise und Signaltechnik noch nicht enthalten, sagte Bahnsprecher Peter Mantik.

„Außerdem müsste die Strecke dafür für fast zwei Jahre gesperrt werden und der Bau würde erhebliche Eingriffe auch in Privatgrundstücke erfordern“.

Lärmschutzwände würden Ort zerschneiden

Das Land Schleswig-Holstein habe bereits signalisiert, dass es einer Sperrung der von täglich 6900 Fahrgästen genutzten Strecke nur für höchstens zwölf Monate zustimmen werde.

Der Bau bei laufendem Betrieb würde das Vorhaben nach Angaben der Bahn auf geschätzt knapp 300 Millionen Euro verteuern. Die von der Bahn angebotene Akzeptanzlösung – einen zweieinhalb Meter tiefen Trog, für dessen Bau die Strecke nur zwölf Monate gesperrt werden müsste – lehnt Bad Schwartau bislang ab. Die dabei notwendig werdenden Lärmschutzwände würden den Ort zerschneiden, sagte Brinkmann.

Landrat Sager hofft auf Einigung

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager hofft nach wie vor auf eine Einigung. „Die Menschen in Bad Schwartau haben ein Recht auf bestmöglichen Lärmschutz. Deshalb brauchen wir eine gute, tragfähige und von allen akzeptierte Lösung für die Stadt“, sagte er.

Falls es zu keiner Einigung kommt, bekäme Bad Schwartau bei einer Zustimmung des Bundestages überhaupt kein Geld für übergesetzliche Schutzmaßnahmen, sagte Sager. „In diesem Fall werden wir gegen die Hinterlandanbindung klagen“, kündigte Brinkmann an.

Von RND/dpa

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