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Ostholstein 45 Kinder auf Campingplatz erkrankt
Lokales Ostholstein 45 Kinder auf Campingplatz erkrankt
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16:45 19.09.2019
Einsatzkräfte der Feuerwehr, Mitarbeiter des Roten Kreuzes und ein Mann in einem blauen Schutzanzug stehen in Grömitz vor einem Zelt und einem Rettungswagen. Quelle: Arne Jappe/dpa
Grömitz

Es sind Szenen wie im Film. Weil sich zahlreiche Jugendliche am Mittwochabend im Jugendcamp Grömitzam Blankwasserweg in Lensterstrandimmer wieder übergeben mussten, sind Rettungsdienst und Feuerwehr mit einem Großaufgebot angerückt. Um die jungen Patienten vor Ort behandeln und isolieren zu können, bauten die mehr als 100 Einsatzkräfte eine mobile Krankenstation mit beheizten Zelten auf. Sanitäter trugen Schutzanzüge, Handschuhe und Mundschutz.

Anfangs waren es 15 Jugendliche, die im Camp über schwere Magen-Darm-Beschwerden klagten. Am Abend stieg die Anzahl der Erkrankten auf insgesamt 47, am Donnerstagmorgen waren es bereits 51 (49 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren und zwei Erwachsene). Nach LN-Informationen sind vor allem Mädchen erkrankt. Unter anderem betroffen sind Schüler der achten Klasse der IGS Roderbruch in Hannover. Sie waren auf Klassenfahrt in Lensterstrand.

Eltern von betroffenen Kindern reisten sofort nach Lensterstrand

Ab Donnerstagmittag dürfen die ersten Kinder das Gelände verlassen. Einige von ihnen werden von ihren Eltern abgeholt, andere steigen in bereitstehende Busse. Eine Klasse aus dem Vogtland fährt geschlossen ab und wie eine Lehrerin gegenüber den LN betont: „Bei uns sind alle keimfrei.“ Nicht ganz so gut ging es der 13-jährigen Emily aus Hannover. „Mir war die ganze Zeit schlecht, aber jetzt ist es wieder gut.“ Sie wurde von ihrem Vater abgeholt. Mitschüler Louis hatte Glück, er zeigte keine Symptome. „Vielen anderen war die ganze Zeit schlecht, sie haben sich übergeben und hatten Bauchschmerzen“, erzählt der 13-Jährige.

Nur noch vier Personen mit Beschwerden

Entwarnung gab es am frühen Nachmittag auch vom Kreis Ostholstein. „Die Beschwerden der Betroffenen haben sich stabilisiert“, teilte die stellvertretende Sprecherin Annika Sommerfeld mit. Keiner sei schwer erkrankt. Jedoch hätten vier Personen weiterhin mit Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen.

Um zu vermeiden, dass sich weitere Menschen – sollte es sich bei der Ursache um einen Virus handeln – anstecken, sind laut Einsatzleiter Robin Kühl vom Deutschen Roten Kreuz alle Erkrankten isoliert worden. Die Zufahrt zum Gelände wurde mit Flatterband abgesperrt. Auch Eltern, die gestern Abend gegen 20.45 Uhr telefonisch von der Elternvertretung über die Krankheitsfälle im Camp informiert wurden und sofort nach Lensterstrand reisten, mussten dort zunächst warten und wurden erst Donnerstagmittag auf das Gelände gelassen.

Am Morgen waren noch zehn Einsatzkräfte vor Ort, mehrere kümmerten sich um die Erkrankten. Da sie durch das Erbrechen viel Flüssigkeit verloren hatten, wurde diese ihnen in der Krankenstation wieder zugeführt.

Mitarbeiter des Kreises nehmen Proben vor Ort

Um die Ursache für die Erkrankungswelle ausfindig zu machen, nahmen Mitarbeiter des entsprechenden Fachdienstes des Kreises Ostholstein am Donnerstag auf dem Gelände noch einmal Proben. Diese sollten dann „schnellstmöglich“ im Labor untersucht werden, betonte Annika Sommerfeld am späten Vormittag gegenüber den LN. Etwa drei Stunden später teilte sie mit, dass die Ergebnisse ab kommenden Montag erwartet würden. Die Ursache sei nach wie vor unbekannt.

Patienten haben viel Flüssigkeit verloren

Im Einsatz sind beziehungsweise waren Sanitäter aus EutinSüselGöhl, Neustadt und aus Lübeck. Warum die Betroffenen nicht in Krankenhäuser gebracht wurden, hatte Einsatzleiter Dr. Philip Sautergestern Abend so erklärt: „Wir versuchen, das hier vor Ort abzuarbeiten, damit wir nicht unnötig die Kliniken im Kreis Ostholsteingefährden.“ Annika Sommerfeld weist darauf hin, dass die Krankenhäuser in der Region grundsätzlich die Kapazitäten für die Versorgung der Kinder gehabt hätten, in diesem Fall habe man sich aber für die mobile Krankenstation entschieden, weil das effektiver sei.

Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) hatte sich noch am Abend ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. „Ich wurde aus einer Sitzung heraus alarmiert und bin sofort hierher geeilt“, berichtete er. Die Gemeinde hätte kurzfristig Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt für mögliche weitere Krankenstationen.

Ähnliche Fälle auch in Weissenhäuser Strand

Kurz vor Mitternacht wurden den Einsatzkräften dann noch weitere Fälle gemeldet. Allerdings nicht aus Grömitz, sondern aus Weissenhäuser Strand. Dort zeigten ebenfalls sechs Jugendliche einer Gruppe ähnliche Symptome. Die Lehrkräfte wurden angewiesen, die Schüler zu isolieren. Das Gesundheitsamt schickte noch in der Nacht Mitarbeiter nach Weissenhäuser Strand. Bis zum Morgen gab es dort offenbar keine weiteren Krankheitsfälle. Nach LN-Informationen gibt es zudem keine Hinweise, dass die Fälle in Lensterstrand und Weissenhäuser Strand zusammenhängen. Erst hatte es geheißen, dass die Jugendlichen Kontakt miteinander gehabt hätten.

Von RND/arj/ser

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