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Ostholstein Nabu stellt Bedarf grundsätzlich infrage
Lokales Ostholstein Nabu stellt Bedarf grundsätzlich infrage
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14:43 14.03.2016
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Unter der Ostsee soll ein Tunnel gebaut werden. Quelle: Femern A/S
Berlin/Kiel

Gegner der festen Fehmarnbelt-Querung sehen sich durch ein aktuelles Gutachten gestärkt. Demnach stagniert der Schienengüterverkehr von und nach Skandinavien seit Jahren oder ist sogar leicht rückläufig. Es gebe aktuell keine Indikatoren für eine Mengenzunahme, heißt es in dem Gutachten, das das Hamburger Beratungsunternehmen HTC im Auftrag der Naturschutzorganisation Nabu erstellt hat. Dies unterstreiche den fehlenden Bedarf eines Fehmarnbelt-Tunnels, teilte der NABU am Montag in Berlin mit.

„Der Bedarf für einen Neubau entlang des Fehmarnbeltes ist schlicht nicht vorhanden“, sagte NABU-Geschäftsführer Leif Miller. „Das dort investierte Geld würde an anderer Stelle einen deutlich größeren Nutzen entfalten.“ Für den Bau des 19 Kilometer langen Tunnels sind derzeit 7,1 Milliarden Euro angesetzt. Diese Summen trägt Dänemark. Deutschland müsste die Anbindung ans Hinterland finanzieren. Die Kosten werden auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt.

Der Nabu sieht in der bestehenden Jütlandroute an Flensburg vorbei eine sinnvolle Alternative zu dem Tunnel-Neubau. Mit einem adäquaten Ausbau dieser Strecke ließen sich die europäischen Verkehrsziele eines ungehinderten Warenflusses zwischen Nord- und Südeuropa kostengünstiger und ökologisch verträglicher erreichen.

Der Linke-Obmann im Verkehrsausschuss des Bundestages, Herbert Behrens, sagte, die Verkehrsprognosen zur Fehmarnbeltquerung seien aus der Luft gegriffen. Zwei Drittel der Schienenmengen würden der Studie zufolge von der bestehenden Jütlandroute lediglich auf die Beltquerung verlagert. „Das derzeit teuerste Infrastrukturprojekt Europas ist weder volkswirtschaftlich noch verkehrstechnisch zu rechtfertigen.“

Der schleswig-holsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Volker Dornquast kritisierte die Arbeitsweise des Nabu. Die Organisation lasse kein Mittel aus, um in der Bevölkerung Stimmung gegen das vertraglich zwischen Dänemark und Deutschland vereinbarte Projekt zu machen. „Als öffentlich geförderter Verein soll der Nabu an Planungen mit- und auf sie einwirken.“ Dazu dürfe man nicht in Fundamentalopposition gehen.

Das dänische Parlament hatte in der vergangenen Woche den Willen bekräftigt, den Tunnel zu bauen — trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen. Das Projekt zieht sich vor allem darum hin, weil die deutsche Genehmigung noch nicht vorliegt. Im Gegensatz zu Dänemark hatte es in Deutschland Tausende Einwendungen etwa von Naturschützern gegen den Tunnelbau gegeben. Diese rechnen weiter damit, dass sie das Mammutprojekt verhindern können.

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