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Plön Ein Junge (6) erdachte die Wellenform
Lokales Plön Ein Junge (6) erdachte die Wellenform
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06:47 14.08.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Jochen Schöning plante als Architekt die Aussichtsplattform Flunder in Hohwacht. Für ihn eine Abwechslung zu Häusern. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Hohwacht

Durch das Segeln lernte er die dänische Insel Aero kennen und lieben. Seit 15 Jahren lebt Schöning dort, ist aber in Hohwacht aufgewachsen. Zum Flunder-Geburtstag reiste er noch einmal in seine alte Heimat.

Wie sind Sie auf die Form der Flunder gekommen?

Jochen Schöning: Ich saß mit meinem damals sechsjährigen Sohn Oliver zusammen. Er konnte schon damals gut zeichnen. Ich sagte, er solle irgendetwas mit Wellenbewegungen aufmalen. Und da hat er eine Welle gezeichnet. Die hat mich inspiriert. Das war vor über 15 Jahren bei mir zu Hause am Esstisch.

Und wer hatte die Idee, überhaupt eine Plattform zu bauen? 

Ich war 40 Jahre Ortsplaner für die Gemeinde Hohwacht. Gelder standen für den Bau zur Verfügung. Die Gemeinde wollte eigentlich einen Steg bauen. So eine Art Badesteg. Ich wurde vom Bürgermeister gefragt, ob ich mir darüber Gedanken machen könnte. Dabei ist die Flunder entstanden. Ich habe gleich den Namen mitgeliefert, weil sie eben die Form des Fisches hat. Als ich der Gemeindevertretung die Pläne vorstellte, waren alle sehr angetan. Und die Zuschüsse kamen in ausreichender Größe. So haben wir das hingestellt.

Alles rund. Es gibt hier kaum Ecken. Ist das Ihr Stil? 

Es ist gefälliger. Es ist aber nicht unbedingt mein Stil. Ich kann auch ganz klassisch etwas entwerfen. Ich fand diese Form aber am interessantesten.

Gab es Probleme beim Bau?

Es war nicht einfach, die Flunder durchzubekommen. Das muss ich ganz klar sagen. Der damalige Bauamtsleiter des Kreises Plön war nicht gerade hilfreich. Das wollte ich mir nicht bieten lassen. Die Gemeindevertretung hat dreimal darüber ohne Gegenstimme über die Flunder abgestimmt. Ich habe mich deswegen beim damaligen Landrat Volkram Gebel beschwert. Der hat ein Gespräch anberaumt und das Projekt konnte losgehen.

Haben sie eine Erklärung dafür, dass Menschen gerne solche Aussichtsplattformen oder Seebrücken am Meer aufsuchen?

 Ich glaube, der Blick ins Wasser von oben ist angenehm. Man sieht den Boden. Hier ist es an einigen Stellen krautig, dann wieder sandig. Es ist hier immer eine gute Seeluft, die von allen Seiten die Plattform überströmt.

Ist die Flunder Ihr größtes Bauwerk, was Sie als Architekt entworfen haben?

Nein. Bestimmt nicht das größte. Aber es war einzigartig. Ich habe so etwas vorher nicht gemacht und hinterher auch nie wieder.

Was ist denn Ihr größtes Bauwerk?

Das waren Wohn- und Mehrfamilienhäuser. Viele Anbauten für Schulen. Mein Büro hatte auch den Wettbewerb für den Bau des Hauses des Kurgastes auf Amrum gewonnen. Das ist leider nichts geworden, weil die sich auf der Insel nicht einig waren. Das wäre etwas Tolles und ganz Großes geworden.

Informationen zur Flunder

Die Flunder schwebt drei Meter über der Ostsee. Das zentrale Element ist der 24 Meter hohe Pylon mit goldener Kuppe. Von seiner Spitze tragen Stahlseile die Hauptlast der Aussichtsplattform, die zusätzlich auf Rohren fest im Grund verankert ist.

720 000 Euro kostete der Bau der Konstruktion. 80 Prozent der Summe trugen Land und Kreis. Knapp 400 Quadratmeter groß ist die Aussichtsfläche. Doch nicht nur Strandbummler kommen. Junge Paare können sich hier trauen lassen. Pastoren halten Gottesdienste ab. Es werden Yoga-Kurse auf ihr angeboten, und es gibt kleine Konzerte sowie gelegentlich ein Ostseefrühstück. Besonders beliebt ist das Strandleuchten.

Hohwachts Bürgermeister Karsten Kruse sieht in der Konstruktion ein „Alleinstellungsmerkmal“ des Ortes. Die relativ geringe Größe der Konstruktion stört ihn nicht. „Hohwacht ist nicht groß. Die Flunder muss es auch nicht sein.“

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