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Plön Zweimal drohte schon das Aus
Lokales Plön Zweimal drohte schon das Aus
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07:00 22.09.2017
Von Hans-Jürgen Schekahn
Nimmt er die Kreisfahne Fahne als Geschenk oder als Trophäe? 2007 überreicht der damalige Kreispräsident Werner Kalinka (links) an Innenminister Ralf Stegner, anfänglich ein Befürworter der Fusion mit Ostholstein, die Fahne mit dem Kreiswappen. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Ende der 1960er-Jahre unter dem damaligen Ministerpräsidenten Helmut Lemke plant die Landespolitik eine neue Verwaltungsstruktur. Die Landkreise sollen zusammengelegt werden. Doch als die Reform 1970 in Kraft tritt, bleibt der Kreis Plön wie durch ein Wunder erhalten, während um ihn herum alles verschmilzt. Es erinnert ein wenig an das kleine gallische Dorf von Asterix, das sich standhaft verteidigt und uneinnehmbar ist. Die Plöner Kreispolitik von damals besitzt zwar keinen Zaubertrank, wohl aber einen Landrat Alfons Galette. In seinen 18 Jahren als Landrat begründet er die Verkehrsbetriebe. Er begleitet den umfangreichen Ausbau des Kreishauses, der Klinik Preetz oder den Bau der Kreisfeuerwehrzentrale in Plön. Galette genießt in Schleswig-Holstein einen exzellenten Ruf als Verwaltungsfachmann. Auch der damalige Ministerpräsident Lemke und sein Innenminister Hartwig Schlegelberger begegnen ihm mit Respekt. Zeitzeugen beschreiben eine Diskussion im Prinzensaal am Plöner Marktplatz als entscheidend. Lemke und Schlegelberger stellen sich den Bürgern, die ihren Kreis behalten wollten. Keine angenehme Aufgabe. Galette argumentiert klar, wie sparsam seine Verwaltung funktioniere und einer anderen Ordnung nicht bedürfe. Am Ende lässt Lemke sinngemäß den Satz fallen: „ Wir werden noch einmal darüber nachdenken.“ Galette hat gesiegt. Er kann aber nicht verhindern, dass zehn Prozent der Kreisfläche mit Orten wie Flintbek dem Kreis-Rendsburg-Eckernförde zugeschlagen werden. Die Landesregierung kann nicht anders handeln. Der Aderlass an Gemeinden ist ein Signal an das übrige Schleswig-Holstein, dass man auch den Kreis Plön in die Reform einbindet, wenn man ihn denn schon nicht auflösen kann. Eine Rechtfertigung gegenüber den Kreisen, die auch gerne eigenständig geblieben wären – aber keinen Landrat von politischem Gewicht hatten.

Fusion mit dem Kreis Ostholstein?

Rund 35 Jahre später in Zeiten der Großen Koalition in Kiel gibt es die Idee, die Kreise Plön und Ostholstein zusammenzulegen. Ein glühender Befürworter ist der Innenminister Ralf Stegner (SPD). Ein entschiedener Gegner zu diesem Zeitpunkt Landrat Volkram Gebel. Der Chef im Kreishaus lässt an seinen Dienstwagen sogar das Kennzeichen „PLÖ - N 1867“ anbringen. Eine Hommage an das Gründungsjahr des Kreises und ein politisches Statement. Auch das Fest zum 140. Kreisjubiläum fällt 2007 besonders pompös aus. Am Ende des Prozesses tauschen Stegner und Gebel die Positionen. Stegner geht auf einmal alles viel zu schnell. Gebel will plötzlich die Fusion, weil damit laut eigenem Gutachten Millionen eingespart werden können. Das hatte zwar auch das Land vorher schon behauptet, aber das wollte keiner hören. Im Sommer 2009 fällt die Entscheidung. Der Plöner Kreistag stimmt mit 30 zu 14 gegen ein Zusammengehen mit dem Nachbarn Ostholstein. SPD, Grüne, FDP und die Wählergemeinschaften sind dagegen, nur Teile der CDU dafür. Die Gründe der Ablehnung sind vielfältig. Wie sieht die Zukunft der kreiseigenen Klinik Preetz aus, wenn in Ostholstein die Krankenhäuser schon privatisiert sind? Müssen die Plöner die hohen Kosten für die Abfallbeseitigung beim Nachbarn mitfinanzieren über eine einheitliche Müllgebühr? Wie groß wird der Einfluss auf Plöner Seite sein, wenn man in einer Fusion nur der Juniorpartner ist? Der ostholsteinische Landrat Sager sagt damals enttäuscht: „Wir hätten die Fusion gemacht."

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