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Plön 1500 Wildunfälle im Kreis Plön sind zu viel
Lokales Plön 1500 Wildunfälle im Kreis Plön sind zu viel
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10:04 17.10.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Die Polizei kontrolliert in Schlesen und an weiteren Stellen rund um Schwentinental im Kreis Plön und klärt über Wildunfälle auf. Dabei sind auch regionale Fernsehteams. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Kreis Plön

Am Mittwochnachmittag wurde Schlesen an der L 211 zum Drehort: Mehrere Fernsehteams und Journalisten schauten der Polizei bei einer großen Kontrolle auf Höhe der Straße Seebrook über die Schulter. Mehr als 60 Autofahrer wurden innerhalb von rund drei Stunden herausgewunken – 14 davon waren übrigens zu schnell unterwegs. Aber alle, nicht nur die Temposünder, mussten den Beamten vor allem diese Frage beantworten: Wie gut kennen Sie sich mit Wildunfällen aus?

Einen Flyer mit nützlichen Tipps vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein bekamen die kontrollierten Autofahrer zusätzlich in die Hand gedrückt. Bis 20 Uhr waren die Einsatzkräfte außerdem noch als mobile Kontrolleure rund um Schwentinental oder auch in Lütjenburg unterwegs.

1500 Wildunfälle gab es 2018 im Kreis Plön

Es ging um Aufklärung. Das Wissen über Wildunfälle sollte aufgefrischt werden, denn in den Herbstmonaten Oktober und November hat Wildwechsel Hochkonjunktur. Frühe Dunkelheit, schlechtere Sicht und rutschige Fahrbahnen sind der Grund. Viele Wildtiere gehen in der Dämmerung los. „Dafür wollen wir sensibilisieren“, machte Einsatzleiter Andreas Bäumler von der Dienststelle Schwentinental deutlich. „Wir haben 1500 Wildunfälle im Kreis Plön. Das ist eine heftige Zahl, das ist einfach zu viel“, sagte er. Wildunfälle machten damit im vergangenen Jahr 36 Prozent aller Verkehrsunfälle im Kreis aus.

„Wo haben Sie Warndreieck, Warnweste und Verbandskasten?“ Diese Utensilien wollte die Polizei bei der Kontrolle von allen Autofahrern sehen. Bei den meisten lag alles griffbereit im Kofferraum. „Diese drei Dinge sind sehr wichtig. Es kann jedem passieren, dass er als Erster bei einem Unfall auftaucht und sie braucht“, betonte Polizeisprecher Björn Gustke. Zum Beispiel die Warnweste, manchmal als überflüssig belächelt, sollte angelegt werden, um gesehen zu werden. "Man soll ja nicht selber das nächste Opfer werden."

Wildwechsel: Warnschilder an den Straßen sollen ernst genommen werden

Die Warnschilder an den Straßen im Kreis Plön, die auf Wildwechsel hinweisen, stünden nicht ohne Grund da. Es sei wichtig, sie ernstzunehmen und sich an das vorgeschriebene Tempo zu halten. „Wildtiere können Geschwindigkeiten ab 50 Kilometer pro Stunde gar nicht mehr einschätzen, sie laufen einfach los“, so Gustke.

Auch der ADAC warnt in einer Übersicht: Beim Zusammenstoß mit einem Wildtier wirken enorme Kräfte. Die Wucht, mit der etwa ein Wildschwein bei Tempo 60 in eine Pkw-Frontscheibe einschlägt, entspreche dem Gewicht eines ausgewachsenen Nashorns – 3,5 Tonnen.

Leider seien viele Fahrer unbelehrbar, wie Bäumler immer wieder selber feststellt. Statt mit vorgeschriebenen 70 km/h werde er selbst in kurvenreichen Waldgebieten nicht selten mit Tempo 100 überholt. „Und dann wundern sich die Leute, dass es so viele Wildunfälle gibt.“

Was tun bei einem Wildunfall?

Bei Wildunfällen immer die Polizei über den Notruf 110 verständigen

Was ist zu tun, wenn ein Tier an der Fahrbahn auftaucht? Ein Autofahrer hat seine Fahrschulzeit noch gut im Kopf: „Ich habe es so gelernt: Licht abblenden, abbremsen, nicht ausweichen.“ Korrekt. Hupen sollte man auch noch, rät der Jagdverband.

Ist ein Unfall passiert, sollte man die Polizei über den Notruf 110 rufen. Egal zu welcher Uhrzeit, rät Gustke. Von der Leitstelle aus werde dann ein Jäger eingeschaltet, der schnellstmöglich zur Unfallstelle kommt. Melden sollte man übrigens jeden Wildunfall – selbst wenn ein Tier wegläuft und unverletzt erscheint.

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