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Plön Sehnsucht nach einem Saal in Lütjenburg
Lokales Plön Sehnsucht nach einem Saal in Lütjenburg
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14:04 13.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Ilse Allwardt ist seit 1989 Vorsitzende des Kleinen Kulturkreises in Lütjenburg. Sorgsam hebt sie das Gästebuch von den Anfängen aus, auch wenn es an einer Seite schon ein bisschen eingerissen ist. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Lütjenburg

Wie ist der Kleine Kulturkreis vor 30 Jahren entstanden?

Ilse Allwardt: Es gab ein Konzert von der Kreismusikschule. Das waren fortgeschrittene Musiker, die in Lütjenburg ein Konzert geben wollten. Aber das sollte auch ein bisschen finanziert werden. Es stellte sich heraus: Das ist alles nicht so einfach. Damals ging ich zur Sparkasse, die eine Zuschuss gab. Die Zuschauer und die Kreismusikschule fanden das sehr schön. Da kam die Idee, man müsste in der Stadt regelmäßig etwas veranstalten. Nicht nur Musik. 

Künstler sind Künstler und manchmal nicht ganz einfach. Was haben Sie alles erlebt?

Schwierig war die Lesung mit einem sehr bekannten deutschen Literaten. Von seinem Büro bekam ich die Frage: Können Sie dafür überhaupt eine Bürgschaft aufbringen? 900 D-Mark wollte er haben. Dafür sollte jemand bürgen. Das war damals viel Geld. Und dann kam er. Er war eine Künstlerpersönlichkeit. Zum Nachmittag wollte er ein Tässchen Kaffee haben. Da habe ich gedacht: Lade ihn ein und mache einen schönen Quarkkuchen. Dann sagt er zu mir: Quarkkuchen, nee, den mag ich eigentlich gar nicht. Aber er aß vier Stücke.

Sie haben auch eine nette Episode auf Gut Waterneversdorf gehabt. Da ging es um einen Tisch...

Es war ein bekannter Schauspieler, der zu einer Lesung anreiste. Wir waren Gäste auf dem Gut. Der Tisch, an dem er lesen sollte, passte ihm nicht. Wir haben Graf von Waldersee gefragt, ob er helfen könne. Der Graf ist mit dem Schauspieler durch das ganze Herrenhaus geturnt, aber er fand nichts, was ihm gefiel. In einer Abstellkammer entdeckte er schließlich einen ihm genehmen Tisch. 

Wird es den Kleinen Kulturkreis in 30 Jahren auch noch so geben?

Bestimmt nicht. Es sei denn, wir finden jemanden, der das mit Herzblut weiterführt. Herzblut gehört dazu. Man muss durchhalten wollen, um der Sache willen. Man muss davon überzeugt sein: Hier unser Lütjenburg, das braucht so etwas. 

Welche Veranstaltung war für Sie ein besonderer Höhepunkt in den 30 Jahren?

Ein Highlight war die Veranstaltung mit Daniel Richter (Anmerkung der Redaktion: Richter stammt aus Lütjenburg und ist heute ein international bekannter Maler) in Hohwacht. Er hat seine Bilder gezeigt und Kommentare dazu gegeben, auch zu seiner Entwicklung. Daniel Richter ist eine große Erscheinung, mindestens 1,90 Meter. Und ich habe ja nicht so viel zu bieten. Da sagt dieser große Mensch vorher im Foyer etwas nervös: Sagen Sie mal Frau Allwardt, da sitzen ja so viele Leute, so viele ehemalige Lehrer. Ich sage: Herr Richter, die können nicht bieten, was Sie im künstlerischen Bereich geleistet haben.

Gab es noch ein zweites besonderes Ereignis?

Harry Rowohlt! Diese Künstler bekommt man ja nur über eine Agentur. Die hatte zugesagt. Und dann wurde Harry Rowohlt krank und musste absagen. Als Normalsterblicher bekommt man keine Telefonnummer von dem Künstler, damit man keinen direkten Kontakt aufnimmt. Rowohlt entschuldigte sich persönlich auf einer Karte. Und da war seine Telefonnummer drauf. Nach ein paar Jahren ging es ihm wieder besser. Ich habe ihn dann angerufen. Das macht man eigentlich nicht. Ich scheine aber den richtigen Ton getroffen zu haben. Rowohlt sagte, er habe es mir versprochen – und er löse seine Versprechen immer ein. Und er sagte weiter: Ich komme zum selben Gehalt wie vor Jahren vereinbart.

Wen würden Sie für eine Auftritt verpflichten, wenn das Geld keine Rolle spielt?

Das ist utopisch, aber ich hätte gerne die German Brass. Das ist ein Bläserensemble, das in Kappeln beim Musik Festival gespielt hat. Das war so irre. Es war großartig! Es trieb einen die Tränen in die Augen.

Stichwort Veranstaltungsorte in Lütjenburg: Sie sind ja häufig in Hohwacht. Was wünschen Sie sich in der Stadt für einen Raum?

Der müsste Platz haben für 200 bis 300 Zuschauer. Und auch eine Atmosphäre, die man verändern kann. Es ist wichtig, für die jeweiligen Veranstaltungen einen richtigen Rahmen zu bringen. Wir benötigen eine feste Bühne, Scheinwerfer, Mikrofone. Damit man das nicht jedes Mal hin- und herschleppen muss. Das ist ein Drama. Darüber spreche ich seit 30 Jahren. Das wird sich nie erfüllen.

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