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Plön Lütjenburger Weisheit und Plöner Stolz
Lokales Plön Lütjenburger Weisheit und Plöner Stolz
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17:00 08.06.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Der längste Festumzug in Lütjenburg seit Jahren: 350 Gäste der Lütjenburger Gilde marschieren durch die Stadt.
Lütjenburg

Den ersten Szenenapplaus bekam Kröger, der als eine Art plattdeutscher Büttenreder auftrat, für die denkwürdige Beschreibung des Kreises Plön. „Der besteht aus Plöner Stolz, Preetzer Klatsch und Lütjenburger Weisheit.“ 

Die Lütjenburger würden sich auch mit ihren Soldaten vertragen. Das war 50 Jahre lang das Heer und nun die Luftwaffe in Todendorf. „Der Geruch hat sich allerdings etwas verändert. Man sagt ja, das Heer riecht nach Schweiß, die Luftwaffe nach Rasierwasser.“

"Nur der HSV"

Dabei dachte er sich nicht jeden Witz  selbst aus. Fündig wurde Kröger auch beim Lütjenburger Spirituosenhersteller D.H. Boll. Der brachte in seinen Geschäftsbedingungen tatsächlich folgende Regel unter:  „The Ostholsteiner wird leider nicht nach Bremen geliefert. Entsprechende Bestellungen gelten deshalb als pauschal nicht angenommen. Vielen Dank für ihr Verständnis. Nur der HSV.“

Kröger fand immer wieder aktuelle Bezüge zum Stadtgeschehen. Er warnte Lütjenburg davor, die Bahnstrecke nach Malente wieder zu eröffnen. Er erinnerte an eine mahnende Weisheit früherer Tage: „Mit jedem Zug kommt ein Dummer.“

Gildewurzeln älter als 1719

Der Festkommers mit 350 Gästen war der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen der Lütjenburger Schützen-Totengilde, deren Wurzeln noch älter sind. Das Jahr 1719 markierte eine Wiederbelebung alter Traditionen, die nach dem großen Nordischen Krieg  abgebrochen waren. 

Der Jubiläumstag begann mit einem großen Festumzug durch die Innenstadt mit 21 Fahnenordnungen von Gilden und Gästen aus Vereinen und Verbänden. Den Tross führte Gilde-Adjutant Andreas Wauter an.

"Ich finde das echt super"

Warum ist man Mitglied in der Lütjenburger Gilde? Philipp Anders ist zusammen mit einer Gruppe anderer junger Männer in die Vereinigung gekommen. „Ich finde das echt super.“ Ihm gefällt besonders der regelmäßige Stammtisch und die Gespräche. „Wenn man mal Hilfe braucht, kann man sie hier finden.“

Peter Hornicke ist in Lütjenburg geboren und zog vor einigen Jahren wieder in seine Heimatstadt. Eine Seltenheit. Der 68-jährige trat erst vor einem Jahr der Schützen-Totengilde bei. Der Gildeoberst habe ihn in die Mangel genommen. Da konnte er nicht mehr anders. „Ich schätze an der Gilde das Brauchtum und die Tradition.“

Frank Maguhn hingegen ist ein alter Hase, der seit 35 Jahren mitmarschiert und feiert. „Wunderbar“ beschreibt er das Gildeleben. Besonders mag er das Katerfrühstück am Tag nach dem Bürgervogelschießen. Da könne man schön alles besprechen, was so passiert ist.

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