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Plön Grünbrücken vernetzen Lebensräume
Lokales Plön Grünbrücken vernetzen Lebensräume
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12:07 22.07.2019
Von Silke Rönnau
Stiftungs-Geschäftsführer Walter Hemmerling (von links) und Projektleiter Björn Schulz stellen Verkehrsminister Bernd Buchholz die Autobahn-Unterführung für Wildtiere an der A 21 bei Stolpe vor. Quelle: Silke Rönnau
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Stolpe

Treffpunkt war am Montagmorgen die Unterführung der A 21 bei Stolpe, die vor rund fünf Jahren fertiggestellt wurde. In Schleswig-Holstein gebe es fünf Autobahn-Grünbrücken bei Brokenlande und Clashorn (A 7), Strukdorf (A 20), Kiebitzholm (A 21) und Segrahn (A 24), erläuterte Buchholz. Dazu kämen zahlreiche größere Wildtier-Tunnel oder kleinere Durchlässe. Neben der Unterführung in Stolpe sollen im Kreis Plön im Rahmen des Ausbaus der B 404 zur A 21 weitere Querungstunnel bei Nettelsee und Warnau entstehen.

Stiftung Naturschutz erhält 220.000 Euro für Monitoring

„Nur eine lückenlose und professionelle Kontrolle der Querungen stellt sicher, dass die bislang nachgewiesene hohe Wirksamkeit unserer Grünbrücken und Durchlässe für die Vernetzung von Tier- und Pflanzenlebensräumen auch dauerhaft erhalten bleibt“, erklärte Buchholz. Das Monitoring habe die Stiftung Naturschutz bisher ehrenamtlich übernommen, doch das sei nicht mehr zu leisten.

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Deshalb müsse diese Aufgabe durch finanzielle wie fachliche Hilfe für die Zukunft abgesichert werden. Das koste richtig Geld – doch letztlich gehe es nicht nur um Ökologie, sondern auch um Verkehrssicherheit. „Wenn Tiere die Tunnel und Brücken nutzen, laufen sie nicht über die Straße.“

Grünbrücken wichtig für die Artenvielfalt

Es sei wichtig, eine grüne Infrastruktur aufzubauen, die auch gut vernetzt sei, betonte Stiftungs-Geschäftsführer Walter Hemmerling. „Wir müssen sicherstellen, dass die Grünbrücken ihre Funktion für alle heimischen Arten erfüllen – vom majestätischen Rothirsch bis hin zum flugunfähigen Heidegrashüpfer.“ Nur wenn die Biotope der Tiere und Pflanzen miteinander vernetzt seien, könne man die Artenvielfalt in Schleswig-Holstein erhalten.

Doch nicht alle Arten nutzten die Querungshilfen, sagte Projektleiter Björn Schulz. Das Monitoring solle dabei helfen herauszufinden, warum das so sei. Manchmal müsse man neue Teiche für Amphibien oder Gehölzflächen anlegen.

Zwischen der A7 und der A21 hätten Straßenbau, Stiftung Naturschutz und zahlreiche Landeigentümer seit 2013 eine funktionierende Biotopvernetzung geschaffen. Als erfolgreiches Beispiel nannte Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, die Grünbrücke Kiebitzholm bei Bad Segeberg.

Seltene Arten breiten sich über Autobahnen hinweg aus 

Dort könne man sehen, dass sich sogar seltene und bedrohte Arten über Autobahnen hinweg wieder ausbreiteten, fügte Schulz hinzu. Selbst ein Wolf sei schon über diese Brücke gelaufen, was man anhand der GPS-Daten feststellen konnte. Die Fotofalle habe das Tier nicht erwischt. Mit den neuen finanziellen Mitteln könne man auch mehr Kameras aufstellen.

Problem sei allerdings, dass immer wieder Menschen die Querungshilfen nutzten, bedauerte Schulz. „Die Menschen müssen begreifen, dass diese Bauwerke ausschließlich für Tiere gedacht sind.“ Auch Minister Buchholz wurde deutlich: „Diese Bauwerke sind zu meiden!“, sagte er mit Verweis auf Fotofallenbilder, die oft mehr Menschen als Tiere zeigten.

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