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Plön Zeugnisse gab es neben Schillers Büste
Lokales Plön Zeugnisse gab es neben Schillers Büste
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10:00 25.05.2019
Von Silke Rönnau
Der Abiturjahrgang 1969 nahm noch einmal Platz im TV-Raum des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Preetz. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Unterrichtet wurden sie damals in zwei Klassen mit 24 und 13 Schülern. Fast alle sind zum Jubiläumstreffen gekommen und dafür sogar aus Frankreich und Schweden angereist. Die Führung durch das Schulgebäude übernimmt Reinhard Kopiske, der dort nicht nur jahrelang die Schulbank gedrückt hat, sondern 1977 als Lehrer zurückkehrte und über 40 Jahre Mathematik und Physik unterrichtete.

Wolfgang Jerratsch, der in seiner Jugend Jerry genannt wurde, erinnert sich, dass es früher schon Wahlfächer gab. So konnte man sich zwischen Kunst und Musik entscheiden, erzählt er. „Beim Sportunterricht wurden beide Klassen zusammengeworfen, dann aber die Mädchen und Jungen getrennt.“ Und es gab viele Arbeitsgemeinschaften.

Die liebte auch Bärbel Paeßens, geborene Hallmann. Neben dem Schulchor besuchte sie die Theater-, Physik-, Chemie- und Deutsch-AG. „Ich habe alles mitgenommen, was sich außerhalb der Unterrichtsstunden mitnehmen ließ“, berichtet sie lachend.

Grandiose Lage in der Natur

„Was mir so gefallen hat, ist die Lage in der Natur – grandios und faszinierend“, schwärmt Annette Treu, geborene Mund. „Da haben wir uns auch mal während des Unterrichts verflüchtigt.“ Das hätten sie gar nicht als Schwänzen empfunden, sondern nur als gedankliche Auszeit gesehen, lacht sie und spricht auch die schöne Laufstrecke durch den Wald in den Wehrberganlagen an. „Ein Albtraum“, wirft Bärbel Paeßens ein, „das ist bei mir für immer mit Seitenstechen verbunden.“

Sie sei damals völlig ahnungslos im Physikunterricht gewesen, gesteht Annette Treu. Erst als sie die Lichtgeschwindigkeit gemessen hatten, stieg ihr Interesse an dem Fach – auch wenn sie sich nicht mehr erinnern kann, ob der Versuch geklappt hat. „Ich habe dann ausgerechnet einen Mathematiker und Physiker geheiratet.“ Eine große Bedeutung habe ihr Klassenlehrer Ingo Bubert für sie gehabt, der einzige junge Lehrer unter vielen älteren Kollegen. Sie bedauere sehr, dass damals nicht über die NS-Zeit gesprochen wurde.

Mit dem Lineal gab es Schläge auf die Hand

Auch Gudrun Sührk-Becker spricht begeistert über ihren Klassenlehrer, der sie mit seinen neuen Methoden mitgerissen habe. „Und er ist mit uns nach Paris auf Klassenfahrt, das war damals schon was Besonderes.“

Aber es gibt auch schlechte Erinnerungen. Eine Lehrerin habe ihr in der fünften Klasse mit dem Lineal auf die Finger geschlagen. „Ich hatte immer Angst, dass ich meine Hausaufgaben vergesse.“ Sie hatte zuvor die zweiklassige Grundschule in Pratjau besucht. Der Sportunterricht am Gymnasium war für sie eine Offenbarung. „Ich hatte vorher nie ein Sportgerät gesehen.“

Aus dem Fenster gestiegen

Natürlich haben sie auch Streiche gespielt. „Wir haben einfach mal die Lehrerin im Kunstraum eingeschlossen“, verrät sie. Und sie sei aus dem Fenster gestiegen und in den Wehrberg verschwunden. Mit 18 hatte sie bereits ein eigenes Auto, mit dem sie verbotenerweise in den Pausen zu Bäcker Schnoor fuhren, um Rumkugeln zu holen.

Beim Rundgang geht es am Musikraum vorbei in die alte Aula mit der Büste von Friedrich Schiller. Dort wurden einst die Zeugnisse verteilt, erinnern sich die Ehemaligen. Über ein paar Stufen gelangen sie hinunter in den TV-Raum. „Der hat sich überhaupt nicht verändert“, sagt Kopiske. Und eine Mitschülerin erinnert sich: „Hier haben wir Klassenfeste gefeiert.“

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