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Plön Jahrgangstreffen nach 50 Jahren
Lokales Plön Jahrgangstreffen nach 50 Jahren
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19:51 26.08.2019
Von Dirk Schneider
Der Abschlussjahrgang 1969 der Plöner Realschule traf sich zum 50-jährigen Klassentreffen im Kreismuseum, um sich in fröhlicher Runde an die gute alte Schulzeut zu erinnern. Quelle: Dirk Schneider
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Plön

An den Sommer 1969 können sich Heide Beese, Norbert Gruhl, Thomas Kröger und Christian Albrecht noch gut erinnern. Zusammen mit 48 Mitschülern hatte das Quartett den Abschluss an der Plöner Realschule gemacht. Am Sonnabend trafen sich 37 Schüler des 69-Jahrgangs zum 50-jährigen Klassentreffen.

Angesichts der traurigen Tatsache, dass bereits zehn Mitschüler verstorben seien, sei diese eine sehr beachtliche Quote, freute sich Heide Beese über die große Resonanz auf die Einladung des Organisationsteams. Dieser Stammtisch, der sich drei- bis viermal pro Jahr mit meist acht Teilnehmern in Plön treffe, habe bereits vor eineinhalb Jahren mit der Vorbereitung des besonderen Jubiläums begonnen.

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Diaschau ließ die gute, alte Schulzeit aufleben

So startete die Veranstaltung nach einer fröhlichen Begrüßungsrunde mit einer bunten Diaschau, in der Bilder aus der guten, alten Schulzeit sowie von den vielen Klassentreffen seither gezeigt wurden. Vor allem eine Zusammenstellung von Porträts von damals bis heute hätten für große Heiterkeit gesorgt, sagt Beese. Und Bildmaterial sei reichlich vorhanden. Kein Wunder übrigens. Als ehemaliger Kreisarchivarin liege ihr das Sammeln und Bewahren von Zeitdokumenten quasi im Blut.

Seit 1974 haben die Zusammenkünfte Tradition. „Zunächst im Fünf-Jahres-Rhythmus und seit dem 40er-Jubiläum alle drei Jahre“, so Heide Beese. „Der eigentliche Zusammenhalt ist aber erst im Laufe der vergangenen Jahre gewachsen“, erinnert sich Christian Albrecht, der die Schulzeit mit gemischten Gefühlen in Erinnerung hat. „Vieles war mir zu streng.“ Vielleicht habe er damals, ohne es zu wissen, mit der 68er-Bewegung sympathisiert.

Wandertage und Ausflüge waren das Schönste für die Realschüler

Heide Beese hingegen kam trotz manch kleinerer Probleme im Unterricht – „ich war in Mathe einfach schlecht“ – mit den Lehrern gut zurecht. „Viele hatten eine kumpelige Art und haben uns gut auf das Leben vorbereitet“, sagt sie ohne Verklärung im Rückblick. Norbert Gruhl ist von dem Sportlehrer Herbert Krasemann begeistert. „Egal wie schwer, Krasemann hat jede Übung zunächst sauber vorgeturnt, das hat uns großen Respekt abgenötigt.“

Das Schönste im Schulalltag seien aber die Wandertage und Ausflüge gewesen, erinnert sich Thomas Köster an eine Klassenfahrt nach Amrum und die Abschlussfahrt nach Bielefeld, wo man sich die Miele-Werke und die Sennestadt, die vergleichbar mit Kiel-Mettenhof sei, als neueste Errungenschaft modernen Wohnens angeschaut habe. „Das wurde tatsächlich als großer Fortschritt angepriesen“, so Köster.

Dem gegenüber standen viele kleine Wanderungen ins Plöner Umland, die auch schon mal an heißen Tagen eingestreut wurden. „Es gab nämlich kein hitzefrei“, so Beese. Statt dann im Schulgebäude zu schwitzen, ging man ins grüne Klassenzimmer. So besuchte man mit dem Lehrer Ernst Hermann Fehlhaber, der ohnehin ein Faible für Heimatkunde gehabt habe, den Schulwald in Rathjensdorf.

Die Ausrichtung des aktuellen Treffens knüpfe vielleicht an diese Wissensvermittlung an, so Beese. Denn auf dem bunten Programm stand auch eine Führung durch die Sonderausstellung „Olsborg lebendig“ im Kreismuseum, bei der die Ex-Schüler viele Dinge aus der Plöner Frühgeschichte lernten. „Herr Fehlhaber hätte seinen Spaß gehabt“, ist Beese sicher. Mit einem gemütlichen Klönschnack im Restaurant Alte Schwimmhalle – „hier hatten wir tatsächlich unseren Schwimmunterricht, auf der Reitbahn und im Schlossparkstadion machten wir Sport“ – endete ein langer Schultag.

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