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Plön Schwimminseln nur mit Aufsicht
Lokales Plön Schwimminseln nur mit Aufsicht
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06:00 27.07.2019
Von Silke Rönnau
Badeinsel und Steg sorgten in Dersau bisher für attraktiven Badespaß. Der Steg sollte vor allem das verstärkt in flachem Wasser auftretende Zerkarien-Problem mildern. Am Freitag kam die Anordnung vom Amt Großer Plöner See, die Geräte vorübergehend abzubauen.
Badeinsel und Steg sorgten in Dersau bisher für attraktiven Badespaß. Der Steg sollte vor allem das verstärkt in flachem Wasser auftretende Zerkarien-Problem mildern. Am Freitag kam die Anordnung vom Amt Großer Plöner See, die Geräte vorübergehend abzubauen. Quelle: Anne Gothsch
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Dabei geht es um Haftungsfragen: Sobald es Einrichtungen wie Rutschen, Schwimminseln, Badestege oder Ähnliches gebe, sei eine permanente Aufsicht erforderlich, teilt Pressesprecherin Konstanze Ziemke-Jerrentrup von der Deutschen Gesellschaft für Badewesen mit.

Unbewachte Badestellen seien oft im Laufe der Jahre entstandene Plätze an Flüssen oder Seen, an denen die Menschen ins Wasser gingen. „Aber wenn man dort eine Schwimminsel verankert, kann man sie nicht weiterhin als Badestelle deklarieren.“ Ohne Aufsicht kämen Kommunen ihren Sorgfaltspflichten nicht nach. Das sei aber tatsächlich für viele ein Problem. „Man könnte für eine gewisse Zeit eine Aufsicht hinstellen und abends die Schwimminsel einziehen“, schlägt sie vor.

"Es hat nie Ärger mit der Badeinsel gegeben"

Als „praxisfern“ bezeichnet das Jörg Bülow, Geschäftsführer des Gemeindetags Schleswig-Holstein. „Da wird wieder mal die Eigenverantwortung der Menschen zurückgestellt.“ Fassungslos reagiert auch Kai Johanssen, Amtsvorsteher im Amt Preetz-Land und Bürgermeister der Gemeinde Schellhorn, die neben Kirchbarkau und Honigsee eine Schwimminsel hat. „In den acht Jahren hat es nie Ärger gegeben, weder mit Vandalismus noch mit Rückmeldungen über Verletzungen.“

Bei rund 30 Grad im Schatten wurden am Freitag in Dersau am Großen Plöner See Rutsche, Steg und Badeinsel abgebaut. Dazu der leitende Verwaltungsbeamte Stefan Dockwarder: „Von Gemeinden installierte Badeinseln gibt es nicht erst seit gestern. Eine Überwachung wurde außer in Bosau bisher nie gefordert und ist auf die Schnelle nicht zu organisieren. Allerdings ist unbedingt zu verhindern, dass Bürgermeister oder Verwaltungsmitarbeiter im Fall eines Falles persönlich haftbar gemacht werden.“

Land und Bund seien in der Pflicht, eine rechtssichere Lösung zu finden. Dersaus Bürgermeister Holger Beiroth fragte sich, wie man früher zurecht gekommen sei. „Wir sind von Bäumen in den See gesprungen, auf von Gemeinden selbstgebaute Spielgeräte geklettert. Dennoch sind wir groß geworden und haben fürs Leben gelernt.“

In der Stadt Plön wird überlegt, den Schwimmponton von der unbewachten Badestelle an der Fegetasche ins Prinzenbad zu verlegen, wo die DLRG für Sicherheit sorgt, teilte Fachbereichsleiter Eckhard Frahm mit.

Im Amt Bokhorst-Wankendorf verfügt nach Angaben der Amtsverwaltung nur der Stolper See über eine Badeinsel. Der Ponton wird vorerst weiterbetrieben, der Leitende Verwaltungsbeamte Ralf Bretthauer will zunächst die Sach- und Rechtslage mit dem Kommunalen Schadensausgleich oder der Kreisverwaltung klären. „Dort arbeiten Juristen, die wir hier vor Ort in der Amtsverwaltung nicht haben“, erläuterte er. Auch Verwaltungsleiter Manfred Aßmann vom Amt Selent/Schlesen schlägt vor, die Badeinseln in den Gemeinden Dobersdorf, Martensrade, Selent und Schlesen weiterzubetreiben.

An der Ostsee sieht es anders aus: Schönberg hat die gerade eröffnete Badeinsel nur unter der Voraussetzung genehmigt bekommen, dass sie bewacht wird. Das hat die DLRG übernommen. Der Betrieb der Badeinsel endet mit dem Einsatz der DLRG. In Laboe ist die Wasserwacht vor Ort.

In Heikendorf gibt es zwei Badeinseln am Hauptstrand in Möltenort und in der Seebadeanstalt am Strandweg, die jeweils von 10 bis 18 Uhr von Rettungsschwimmern bewacht werden. Die Seebadeanstalt ist danach verschlossen. Am Hauptstrand ist derzeit nicht geplant, die fest verankerte Insel morgens ins Wasser und abends an Land zu bringen, sagt Schrevenborns Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp. Es wäre mit zu großem Aufwand verbunden.

Die Richtlinien

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen unterscheidet aufsichtsmäßig zwischen Naturbädern und Badestellen. In einem Naturbad ist eine Aufsicht erforderlich, steht in den entsprechenden Richtlinien 94.12 und 94.13.

Badestelle: Eine Badestelle ist eine jederzeit frei zugängliche Wasserfläche eines Badegewässers, deren Nutzung gestattet oder nicht untersagt und in der Sprungeinrichtungen, Badestege, Wasserrutschen und andere bädertypische Anlagen im Wasser nicht vorhanden sind, sowie die angrenzende Landfläche.

Naturbad: Ein Naturbad ist eine eindeutig begrenzte Anlage, die aus einer für beide Zwecke geeigneten und gekennzeichneten Fläche eines Badegewässers sowie einer dieser Wasserfläche zugeordneten und abgegrenzten Landfläche besteht. Es ist mit bädertypischen Ausbauten wie zum Beispiel Sprunganlage oder Wasserrutsche versehen.

Infos: www.baederportal.com

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