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Plön Kloster will gegen den Kreis klagen
Lokales Plön Kloster will gegen den Kreis klagen
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15:46 07.06.2018
Von Silke Rönnau
Zur Sohlgleite in Preetz gibt es Diskussionen zwischen Postseeanliegern und Kreis. Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

In einer Versammlung im Februar dieses Jahres hatten die Anlieger, wie berichtet, nicht nur die starken Niederschläge als Grund für die Überschwemmungen ausgemacht, sondern vor allem die im November 2016 fertiggestellte Sohlgleite im Harderpark als Flaschenhals gesehen. Das 1,5 Millionen Euro teure Bauwerk, das komplett von der EU finanziert wurde, hatte das bisherige Bohlenwehr ersetzt und sollte im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie die Durchgängigkeit für Fische und andere Lebewesen sowie den Hochwasserschutz sicherstellen.

Steinmatratzen und Stahlträger moniert

Die Landwirte machten als Haupthindernis die unter der Brücke ausgelegten, 13 Zentimeter hohen Steinmatratzen, einen quer davor montierten Stahlträger sowie zwei Beton-Bermen an den Seiten verantwortlich. Außerdem sei die Alte Schwentine im Sommer zu mindestens zwei Dritteln zugewachsen. „Sie muss auf gesamter Breite geräumt werden, sie ist der einzige Abfluss aus dem Postsee“, forderte Jens Blunk vom Wasser- und Bodenverband Postsee in der Anliegerversammlung am Mittwochabend in Pohnsdorf.

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Bei einer gemeinsamen Sitzung im März seien mehrere „Maßnahmen und Optimierungen“ vereinbart worden, teilte Kreissprecherin Nicole Heyck auf Anfrage mit. Dazu gehörten ein mindestens acht Meter breites Abflussprofil in der Alten Schwentine sowie der Rückbau einer Berme im Zustrom der Hochwasserentlastungsanlage, der Steinmatratzen auf mindestens drei Meter Breite auf gesamter Länge und des Winkelprofils.

Jens Blunk beklagte nun, dass bisher nichts passiert sei. Daraufhin erklärte der Kreis, dass der Planer zurzeit den genauen Leistungsumfang für die Maßnahmen als Grundlage für ein Kostenangebot festschreibe.

Gutachter: Sohlgleite funktioniert nicht wie geplant

Gutachter Gerd-Olaf Osterkamp berichtete, dass nach weiteren Messungen viel weniger Wasser abfließe als geplant.  Dazu komme eine über 50-prozentige Leistungsreduzierung bei einer nicht geräumten Alten Schwentine. Zwei Drittel des Wassers sollten über die Sohlgleite abfließen, ein Drittel über die Hochwasserentlastungsrinne. Momentan sei es aber genau umgekehrt, so Osterkamp. „Tatsächlich funktioniert die Sohlgleite nicht im entferntesten so wie geplant“, urteilt er.

„Schäden sind heute schon da“, erklärte Priörin Viktoria von Flemming. Das Kloster will nun stellvertretend für alle gegen den Kreis klagen.

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