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Plön Afrika war wie eine Sucht
Lokales Plön Afrika war wie eine Sucht
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16:49 26.03.2009
Raisdorf

Überwiegend Aids- und Lepra-Kranke, Menschen mit offenen Geschwüren, Tuberkulose-Leidende, Malaria-Infizierte, kaum einer älter als 30 Jahre - das waren die Patienten, die Dr. Arend Schaller in den vergangenen Monaten Tag für Tag in einem Krankenhaus im äthiopischen Nazareth kostenlos behandelt hat. Während hier der Kampf nach höherer Bezahlung der niedergelassenen Kassenärzte tobt, hat der Raisdorfer ehrenamtlich Leben gerettet und Leiden gelindert. „Die hiesige Honorardiskussion macht mich betroffen“, sagt Schaller schlicht.

Nachdenklich zeigt er seine Bilder. Dutzende von Aufnahmen von Patienten, Wunden, Infektionen. „Dort gibt es unvorstellbare Ausprägungen von Infektionskrankheiten, die monatelang nicht behandelt wurden. So etwas ist hier in keinem Lehrbuch zu finden“, schildert Schaller seine Erlebnisse in dem Hospital, in dem er als einziger weißer Arzt tätig war. Schon sein Vater war, vor knapp 60 Jahren, mit sechsköpfiger Familie nach Afrika ausgewandert, um in Addis Abeba Lepra zu bekämpfen. Damals war Arend Schaller sieben Jahre alt. Zwölf Jahre blieb er in dem 1127127 Quadratkilometer großen Staat im Nordosten Afrikas. Lebte in Äthiopiens Hauptstadt, wo er eine französische Schule besuchte, und saß in jeder freien Minute auf dem Pferd. Mit 18 traf er in Afrika seine spätere Frau Maud.

Kurze Zeit später kehrte das Paar dem fünften Kontinent den Rücken, damit Schaller in Deutschland Medizin studieren konnte. „Deutschland hat mir nicht gefallen“, erinnert sich der Internist. Mit dem Doktortitel in der Tasche verließ Schaller sein Geburtsland, leistete dreieinhalb Jahre lang in Algerien Entwicklungshilfe. Eine sechsmonatige Ausbildung in Tropenmedizin in London folgte, bevor es ihn in den Niger verschlug - wieder im Namen der medizinischen Entwicklungshilfe. „Ich hatte immer den Drang „weg“ - und Afrika war für mich wie eine Sucht“, versucht der Mediziner zu erklären, warum er erst wieder in der Bundesrepublik landete, als seine drei Kinder ins schulpflichtige Alter kamen. „Wir lebten im Busch, keine Schule weit und breit, das war nichts mit Kindern.“ 1976 landete die fünfköpfige Familie schließlich in der Eifel. Durch einen Kollegen kam Schaller drei Jahre später nach Raisdorf , wo er eine Praxis eröffnete.

„Ich ging zwischendurch nie wieder nach Äthiopien zurück. Die politischen Verhältnisse waren schwierig. Wahrscheinlich aber hatte ich einfach nur Angst, schwach zu werden und da zu bleiben.“ Fast 20 Jahre später, am 22. Dezember 2007, gab der Arzt seine Praxis ab. Schon einen Tag später saß er im Flieger nach Äthiopien. Frischte alte Kontakte auf. Im November 2008 war es soweit: Mit Ehefrau Maud, Krankenschwester, flog er in sein altes Land, übernahm die Ambulanz in dem modernen äthiopischen Krankenhaus in Nazareth, während Maud Schaller ein Hygieneprojekt ins Leben rief.

„Ich habe drüben mehr gearbeitet als hier“, rekapituliert der Mann, für den schwerkranke Äthiopier aus Hunderte von Kilometern entfernten Dörfern anreisten. „Es war es wert“, ist Schallers Bilanz für seinen Aufenthalt. Deswegen will das Paar im kommenden Winter wieder rüberfliegen. Nur etwas will der reitende Arzt ändern: „Nächstes Mal kaufe ich mir drüben ein Pferd.“

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