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Plön Mr. Plumridge macht den Doppelpass
Lokales Plön Mr. Plumridge macht den Doppelpass
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06:00 13.02.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Andrew Plumridge beantragt die doppelte Staatsbürgerschaft, bevor ihm der Brexit Schwierigkeiten bereitet. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Lütjenburg

Ein ungeordneter Brexit brächte für Briten (74 leben im Kreis Plön) große Probleme mit sich. Sie fielen nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU am 29. März in den Status eines „Drittstaatsangehörigen“. Für sie ist es dann vorbei mit der EU-Freizügigkeit bezüglich des Wohnortes und der Arbeit. Es wäre, als wären sie Flüchtlinge. Um das zu umgehen, streben viele von ihnen die doppelte Staatsbürgerschaft an. Einer ist Andrew Plumridge.

Plumridge stammt aus der Grafschaft Buckinghamshire

Der gelernte Orgelbauer wuchs in der Kleinstadt Marlow unweit von London auf. Auf der nahen Themse lieferte er sich in seiner Jugendzeit Ruderrennen bei der Henley Royal Regatta. (Hier ein Video von der Regatta 2018). Der Wettbewerb ist so faszinierend für die Briten wie für US-Bürger der Super-Bowl. Nur eben in Großbritannien, nur eben auf dem Wasser, eben britisch.

Der Liebe wegen in Deutschland geblieben

Anfang der 90er-Jahre führt ihn ein Auftrag seiner Orgelfirma nach Bayern. Der Liebe wegen und, weil „er einen Geschmack von Deutschland“ bekommen hat, bleibt er. 2004 kaufen Plumridge und sein Lebenspartner die historische alte Schule in der Gemeinde Helmstorf und renovieren Stück für Stück das denkmalgeschützte Gebäude. 2010 beginnt Plumridge bei der Kirchengemeinde Lütjenburg als Küster.

Vom Brexit überrascht

Als die Briten zur Volksabstimmung über ihren Verbleib oder Austritt gehen, glaubt er, die meisten würden für „Remain“ und die EU stimmen. Er hat sich getäuscht. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Brexit durchgehen wird.“

Brexit und die Folgen verdrängt

Lange Zeit hat er verdrängt, dass Großbritannien aus der EU austritt. Die werden doch wohl noch ein zweites Mal abstimmen? Und dann mit anderem Ergebnis. Das war doch nur eine Art Meinungsumfrage. So sind seine Gedanken.

Einbürgerungstest am 2. März

Er führt Gespräche mit der Ausländerbehörde des Kreis. Weil er natürlich sehr gut Deutsch spricht, erlassen ihm die Mitarbeiter den Sprachtest. Nur den Einbürgerungstest mit 33 Fragen kann die Behörde ihm nicht ersparen. (Hier geht es zum Online-Fragenbogen des Bundesamtes für Migration). Der ist am 2. März. „Ich habe schon geübt.“  Als Letztes wird Plumridge noch ein Bekenntnis zum Grundgesetz ablegen. Dann sollte ihm der deutsche Pass sicher sein.

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