Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Mit alten Leitern zum Museum
Lokales Plön Mit alten Leitern zum Museum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:40 31.03.2015
Von Claudia Josefus-Szellas
Mitglieder des Heimatvereins schleppten überlange Malerleitern für eine neue Ausstellung durch Preetz. Quelle: Claudia Josefus-Szellas
Preetz

Einige Autofahrer und Fußgänger schauen neugierig, als sich sechs Träger mit zwei metallenen Leitern langsam durch die Klosterstraße bewegen. Renate Hansen, Barbara Reimers, Gudrun Windisch, Gudrun Lob, Kally Rath und Heinke Heintzen schleppen die überlangen Sprossenobjekte. „Wir freuen uns sehr, dass wir die komplette Werkstatt bekommen haben. Das gab es so noch nie. Zudem haben wir die künstlerischen Malereien von Karl Schuldt erhalten“, so Heinke Heintzen, Vorsitzende des Heimatvereins. „Und was eben in kein Auto passt, das muss auf dem Fußweg abgeholt werden“ – sie sieht es mit viel Humor.

 Heintzen gewährt einen kleinen Einblick in die großen Schätze, die bereits im Museum gelagert sind. Allen voran die Schottsche Karre, die schon seit Dezember einen kleinen Vorgeschmack auf die Malerarbeit vor zig Jahrzehnten gibt. „Schauen Sie, dieser alte Original-Tapeziertisch aus Holz – für die Aufarbeitung von Heimatgeschichte etwas Grandioses, für einige nur Sperrmüll.“ Heinke Heintzen lacht.

 Sie und viele andere sind engagiert dabei, denn: „Alles, was weggeworfen wird, ist ein Teil Historie, das es zu bewahren gilt.“ Ein Farbenschrank, altes Handwerkszeug, eine Truhe und viele Kleinigkeiten aus dem Berufsleben von Karl Schuldt finden im Museum ein neues Zuhause. Der 2014 verstorbene Maler war unter anderem über 20 Jahre Vorsitzender des Preetzer Gesangsvereins. Er habe auch auf dem Preetzer Klostergelände viele Aufträge gehabt und sei dort auch mit den bald zu bestaunenden, etwa fünf und sechs Meter langen Leitern in der Kirche im Einsatz gewesen.

 „Im oberen Stockwerk werden wir die Schau aufbereiten“, kündigt Heinke Heintzen an. Bis dahin gibt es noch einiges an Arbeit. „Wir haben noch viel zu recherchieren und werden mit den Nachfahren Interviews führen. So können wir ein Malerleben darstellen.“