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Plön Gebühren-Hammer beim Klärschlamm
Lokales Plön Gebühren-Hammer beim Klärschlamm
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20:00 05.06.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Klärschlamm wird im Amt Lütjenburg zu eiem Kostenfaktor. Die Gebühren für die Abfuhr steigen deutlich (Symbolfoto). Quelle: +
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Lütjenburg

Unter Zähneknirschen vergaben die Mitglieder des Amtsausschusses den Auftrag an die Firma Remondis. Nach Angaben von Amtsvorsteher Volker Schütte-Felsche reagierten auf eine bundesweite Ausschreibung zwei Unternehmen. Und nur eines, nämlich Remondis, gab auch ein Angebot ab. Zahlten die Bürger bisher 48 Euro pro Kubikmeter Klärschlamm, sind es neu 87,50 Euro. 

Remondis äußert sich nicht

Eine Sprecherin der Firma Remondis wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu den Gründen der Erhöhung äußern. „Da wir bislang keine finalen Informationen zum Ausschreibungsergebnis vorliegen haben, handelt es sich für uns derzeit noch um ein laufendes Ausschreibungsverfahren, zudem wir uns grundsätzlich nicht äußern.“

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 Fachleute sehen andere Ursachen

Fachleute benennen allerdings Ursachen. Die Zahl der Klärschlammentsorger sei klein, wie das Ergebnis der Ausschreibung des Amtes Lütjenburg zeigt. Wenig Konkurrenz bedeute in solchen Fällen höhere Preise.

Einen weiteren Grund müsse man in der Landwirtschaft sehen. Bisher verstreuten die Bauern den Klärschlamm als Düngerergänzung auf die Felder. Die Landwirte müssten nun aber dokumentieren, welche Menge Dünger sie genau ausbringen. Im Falle von Klärschlamm sei das mit zusätzlichen Proben, Kosten und Aufwand verbunden. Auch fürchteten Landwirte um den Ruf ihrer Produkte, wenn sie auf Klärschlamm zurückgreifen.

Anderen Kommunen stehen auch Preiserhöhungen bevor

Der Gebührenhammer wird den Fachleuten zufolge auch die anderen Kommunen im Kreis Plön ereilen. Sie stehen über kurz oder lang vor den gleichen Problemen wie das Amt Lütjenburg. Dort sieht es im Moment noch moderat aus. Im Amt Selent Schlesen verlangt man pro Kubikmeter Klärschlamm 53,25 Euro plus eine Anfahrtsgebühr von 14,45 Euro. In den Gemeinden Wankendorf, Stolpe, Ruhwinkel und Belau werden bei einer Abfuhr von bis zu vier Kubikmeter 37,50 Euro fällig, im Amt Großer Plöner See 42,55 Euro. 

Dannau ist eine Gemeinde, in der es relativ viele Haushalte mit eigener Klärgrube gibt. „Grausig“ nennt Bürgermeister Roland Feichtner die Entwicklung. „Es gibt keine Landwirte mehr, die den Schlamm abnehmen.“

Entschlammung der Klärteiche verteuert sich auch

Feichtner geht davon aus, dass die Verteuerung der Klärschlammentsorgung später auch diejenigen Haushalte treffen wird, die an die kommunale Kläranlage angeschlossen sind. Dafür macht er ein Rechenbeispiel auf. Die Entschlammung zweier Klärteiche in Dannau kostete vor einigen Jahren 120 000 Euro. Er schätzt, dass die Gemeinde nun rund 200 000 Euro berappen müsste, um den Schlamm loszuwerden. „Das wird eine ganz teure Tasse Tee.“ Letztlich müssten die Haushalte über die Abwassergebühr für die höheren Kosten beim Klärschlamm aufkommen. 

In Kiel entsteht eine Verbrennungsanlage für Klärschlamm.

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