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Plön Freispruch nach Überholen auf der B202
Lokales Plön Freispruch nach Überholen auf der B202
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15:13 26.08.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Ein Autofahrer aus Kronshagen musste sich wegen Gefährdung im Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Plön verantworten. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Plön

Der selbstständige Geschäftsmann war im Mai 2018 morgens in Richtung Heiligenhafen unterwegs. Bei Blekendorf überholte er einen Lkw. Aus seiner Sicht ein ganz normales Manöver ohne besondere Vorkommnisse und schon gar nicht mit einem Unfall

"Ein ganz normales Überholmanöver ohne Vorkommnisse"

Wenige Minuten später fuhr plötzlich neben ihm ein Pkw auf gleicher Höhe. Der hatte zuvor mit der Lichthupe geblinkt. Eine Frau auf dem Beifahrersitz filmte ihn mit dem Handy und gestikulierte mit ihren Händen, so der Autofahrer vor Gericht. Schließlich setzte sich der andere Wagen vor ihn und versuchte, ihn auszubremsen. Weil der ein ausländisches Kennzeichen besaß, hielt der Angeklagte aus Furcht vor einem Überfall nicht an, sondern fuhr einfach weiter. Angekommen am Ziel erhielt er wenig später einen Anruf der Polizei mit der Botschaft: „Sie sollen einen Unfall verursacht haben.“ Später warf ihm deswegen die Staatsanwaltschaft Gefährdung des Straßenverkehrs mit anschließender Unfallflucht vor und stellte einen Strafbefehl aus. Gegen den wehrte sich der Mann vor dem Amtsgericht in Plön.

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Seit 38 Jahren unfallfrei

„Ich habe nichts gesehen und nichts gehört von einem Unfall“, sagte der Mann vor Gericht aus. Sein Fahrzeug sei mit Sensorsystemen ausgerüstet und zeige beim Überholen an, ob ein Fahrzeug neben ihm fahre. Die Signale standen aber auf Grün. Wäre jemand neben ihm gefahren, als er den Lkw überholte, hätte eine Automatik zur Warnung das Lenkrad zittern lassen. „Ich fahre vorsichtig und seit 38 Jahren unfallfrei.“

"Einfach ausgeschert, ohne zu blinken"

Das sah der Fahrer des anderen Wagens ganz anders. Der 26-Jährige wollte seinerseits überholen, gleichzeitig den Wagen des Angeklagten und den Lkw. Als er fast schon auf gleicher Höhe mit dem Auto des Angeklagten war, sei der einfach ausgeschert, ohne zu blinken. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, lenkte er auf den Grünstreifen und überfuhr dabei einen Leitpfosten, so seine Sicht der Dinge. Der Schaden am Wagen: 2000 Euro. Er sei nach dem Unfall wieder auf die Straße und habe versucht, den anderen Wagen zu stoppen. Das sei ihm nicht gelungen. Dann habe er die Polizei gerufen.

Vergehen nicht klar nachzuweisen

Akribisch versuchte der Richter durch viele Fragen, Licht in das Geschehen zu bringen, das beide Autofahrer unterschiedlich schilderten. Wie groß war der Abstand zwischen den Fahrzeugen? An welcher Stelle genau wurde überholt? Wie hoch war das Tempo? 

Letztlich war dem Angeklagten, eine Straßenverkehrsgefährdung nicht klar nachzuweisen. Der Richter entschied daher nach Vernehmung weiterer Zeugen auf Freispruch.

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