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Plön Riskante Überholmanöver auf der B76
Lokales Plön Riskante Überholmanöver auf der B76
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20:18 06.11.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das Amtsgericht Plön musste über gefährliche Überholmanöver urteilen. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Ein Ehepaar (34 und 32 Jahre) fuhr im März in einer langen Schlange von Wagen in Höhe der Weinbergsiedlung in Richtung Preetz. Der Mann, der am Steuer saß, bemerkte plötzlich hinter sich einen Alfa Romeo, der seinen Hintermann überholte trotz Gegenverkehr. Der Raser setzte sich dicht hinter ihn, schilderte er vor Gericht. „Der ist so dicht aufgefahren, dass man die Scheinwerfer nicht mehr sehen konnte.“

Golf-Fahrer musste auf Grünstreifen ausweichen

Dann ging die riskante Tour weiter. Der Alfa Romeo setzte wieder an und überholte auch den Golf des Zeugen, der von Beruf Kraftfahrer im Landtag ist. Dabei schwenkte der Fahrsünder wieder ganz eng ein, weil von vorne ein andere Wagen kam. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wich der Golffahrer auf den Grünstreifen aus. Der Raser überholte dann ein weiteres Fahrzeug, bevor er in Richtung Preetz von der Bundesstraße abbog.

Hupen und Lichthupe aus dem Gegenverkehr

Der Golffahrer und seine Frau sagten übereinstimmend aus, dass der Gegenverkehr hupte und mit den Scheinwerfern blinkte. Ein Zeichen dafür, dass die anderen Autofahrer den Raser ebenfalls als Gefahr einstuften.

Lesen Sie auch:So gefährlich ist die Bundesstraße an der Weinbergsiedlung.

Das Ehepaar verfolgte den risikobereiten Kolonnenspringer bis ins Preetzer Stadtgebiet, wo er ebenfalls Fahrzeuge überholt haben soll. Sie notierten sich das Autokennzeichen und alarmierten die Polizei. Die Leitstelle fand zwar schnell die Halterdaten heraus, konnte aber keinen Streifenwagen schicken. In Preetz waren die Fahrzeuge anderweitig im Einsatz. Dass die Polizei den Fahrer nicht direkt am Steuer erwischte, hatte erhebliche Konsequenzen für den Ausgang des Verfahrens.

Angeklagter schwieg eisern vor Gericht

Der überholte und bedrängte Golffahrer konnte nur eine wage Beschreibung des Rasers abgeben. Bart, schwarzer Mantel, ein Mann. Im Gerichtssaal konnte er nicht mit Sicherheit sagen, dass der Angeklagte auch am Steuer saß. Und der schwieg eisern vor Gericht zu den Vorwürfen. Sein gutes Recht. In seiner ersten Aussage bei der Polizei gab er zumindest zu Protokoll, dass seinen Alfa Romeo in der Regel nur er fahre. Selbst diese kurze Information wiederholte er nicht vor dem Richter.

Strafbefehl zunächst über 1200 Euro und mit Fahrverbot

In dem Strafverfahren erhielt der 60-Jährige, der beruflich auf seinen Wagen angewiesen ist, zunächst einen Strafbefehl. Darin stand eine Strafe von 1200 Euro und drei Monate Fahrverbot wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Dagegen zog der Anwalt des Beschuldigten vor das Plöner Amtsgericht.

Bisher nicht als Raser aufgefallen

Mit einigem Erfolg, vor allem deswegen, weil eine Reihe von Aspekten zwar gegen den Angeklagten sprach, aber ihn niemand am Steuer gesehen hatte. Der Richter stellte deswegen das Verfahren ein. Dafür sprach zudem, dass der Angeklagte bisher nie im Straßenverkehr übel aufgefallen war und auch keinen Punkt in Flensburg hatte. Als Auflage erhielt der Ingenieur, 300 Euro an die Björn-Steiger-Stiftung zu überweisen. Außerdem muss er drei Gespräche mit einem Verkehrspsychologen absolvieren. Inhalte der Sitzungen ist das eigene Fahrverhalten und die Einschätzung von gefährlichen Situationen im Straßenverkehr.

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