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Plön Vater greift in die Klassenkasse
Lokales Plön Vater greift in die Klassenkasse
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16:09 30.10.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Ein seltener Fall von Untreue: Ein Vater bediente sich an der Kasse der Schulklasse seiner Tochter. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Im November 2016 bestimmten ihn die Eltern zum Kassenwart für die Kasse einer ersten Klasse an der Grund- und Gemeinschaftsschule in Heikendorf. Daraus bestritten sie die Kosten für Ausflüge und kleine Anschaffungen. Bis zum Januar 2019 fiel niemandem auf, dass der Vater einen Teil des Geldes für sich abzweigte. Kassenprüfungen gab es nämlich nicht. Auf Elternversammlungen berichtete er nur über den aktuellen Kontostand, ohne Belege dafür vorlegen zu müssen. 53 Abbuchungen für private Zwecke über eine Gesamtsumme von 1500 Euro legt ihm die Staatsanwaltschaft zur Last. Mal hob er das Geld an einem Geldautomaten ab, mal überwies er Beträge auf sein Privatkonto oder bezahlte mit der EC-Karte des Klassenkontos an der Tankstelle.

Ein Bankkaufmann kam ihm auf die Spur

Auf die Spur kam ihm im Dezember 2018 ein anderer Elternvertreter, ein Bankkaufmann. Ein Kind aus der Klasse wechselte die Schule und sollte anteilig seinen Beitrag erstattet bekommen. „Die Summe konnte nicht stimmen“, sagte der Mann vor Gericht aus. Er wurde misstrauisch, fragte nach, erhielt aber keine Antworten. Der 52-Jährige schaltete Schulelternbeirat und die Schulleitung ein. Die Sache flog auf.

Bei mobilen Bankgeschäften den Überblick verloren

„Ja, ich habe das getan. Das war doof von mir“, gestand der Angeklagte gleich zu Beginn. Allerdings schränkte er ein, er habe aus Versehen das Klassenkonto angezapft. Eigentlich wollte er Geld vom Konto seiner Tochter abbuchen, um eigene Engpässe zu überbrücken. Er habe bei seinen Bankgeschäften am Handy den Überblick verloren. 

Warum eine Überweisung von nur 16 Cent?

Privat befand er sich in einer schwierigen Lage. Seine Freundin hatte ihm den Laufpass gegeben. Die Abschlussprüfung seiner Ausbildung stand an. „Ich habe Sitzungen bei einem Psychotherapeuten gehabt.“

Einiges konnte er nicht erklären. Beispielsweise, warum er Überweisungen in Höhe von nur 16 Cent auf sein Konto getätigt hatte. 

Insgesamt hob er 1500 Euro vom Klassenkonto ab, überwies zwischenzeitlich aber wieder 1000 Euro zurück. „Soweit ich es leisten konnte.“

Angeklagter muss zur Schuldnerberatung

Aktuell ist er der Klassenkasse noch 370 Euro schuldig. Das Gericht ordnete an, dass er das ausstehende Geld in Raten zurückzahlen muss. Im Gegenzug stellte der Richter das Verfahren ein. Er machte dem nicht vorbestraften Angeklagten zur Auflage, sich an eine Schuldnerberatung zu wenden. Der Angeklagte kam glimpflich davon. Der Richter: „Bei so einer Anzahl von Taten reden wir normalerweise über eine Freiheitsstrafe.“ Weil er von sich aus einen Teil des veruntreuten Geldes von sich aus zurückgezahlt hatte, verzichtete das Gericht auf eine Verurteilung und beließ es bei den Auflagen. Wenn er sie nicht befolgt, wird es aber zu einem Schuldspruch kommen.

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