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Plön Zweifel an Prügelattacken auf Tochter
Lokales Plön Zweifel an Prügelattacken auf Tochter
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18:27 14.08.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das Amtsgericht Plön verhandelte einen Fall von mutmaßlicher Gewalt in der Familie. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Sieben Fälle von schwerer Körperverletzung legte die Anklage der 45-jährigen Mutter zur Last, weitere vier Fälle dem 27-jährigen Sohn. Die Taten sollen sich zwischen 2013 und 2016 in einer Gemeinde im Kreis Plön und in Kiel abgespielt abgespielt haben. In einem Fall soll die Mutter das Bett ihrer Tochter zerschlagen und mit den Holzresten auf sie eingedroschen haben. Immer wieder soll die Frau auch einfach mit der Hand zugeschlagen haben. Andere Male soll sie angeblich ihren Sohn dazu angestiftet haben, seine Schwester zu prügeln. In Kiel am Europaplatz und in der Fleethörn soll es zu regelrechten Überfällen auf die Tochter gekommen sein, die seit 2015 aus ihrem Elternhaus ausgezogen war und in der Landeshauptstadt lebte. Platzwunden, Blutergüsse und Schläge bis zu Bewusstlosigkeit bei der jungen Frau listete die Staatsanwaltschaft für diese beiden angeblichen Attacken auf. 

Schwer wog auch ein Vorwurf, die Mutter soll einen Bekannten ihrer Tochter per Handy angeschrieben haben. Sie habe ein Messer dabei, stehe vor der Wohnung ihrer Tochter und werde sie umbringen. Der Mann ging damit zur Polizei.

Tochter beruft sich auf Aussageverweigerungsrecht

Vor Gericht zeigte sich ein anderes Bild. Die junge Frau hatte schon im Vorwege angekündigt, nicht gegen ihre Mutter aussagen zu wollen. Als Angehörige besitzt sie ein Aussageverweigerungsrecht. Sie erteilte dem Gericht auch ausdrücklich eine Absage, ihre früheren Aussagen bei der Polizei zu verwenden. Auch dazu hat sie das Recht.

Mutter beteuert ihre Unschuld unter Tränen

„Ich habe nichts gemacht“, sagte die beschuldigte Mutter zum Teil unter Tränen. Ihr Mann sei damals an Lungenkrebs erkrankt und mittlerweile verstorben. Damit habe sie genug zu tun gehabt. Das Verhältnis zu ihrer Tochter, die damals um die 18 Jahre alt war, sei „schwierig, sehr schwierig“ gewesen. Sie habe gemacht, was sie wolle. Sie habe immer wieder ohne Grund „gezickt“. Alle Vorwürfe von ihr würden nicht zutreffen: „Ich würde meine Kinder niemals schlagen“, sagte die mehrfache Mutter.

Handy war ein Geschenk an die Tochter

Die Handy-Nachrichten mit den Todesdrohungen erklärte sie damit, dass sie ihr ausgedientes Smartphone der Tochter geschenkt habe, ohne die Programme und persönliche Zugangsdaten zu löschen. Das bestätigte auch ihr mitangeklagter Sohn. Somit stand die Möglichkeit im Raum, dass die junge Frau selbst diese Gewaltbotschaften geschrieben hat. Warum auch immer.

Mit Zustimmung von Verteidigung und Staatsanwalt stellte der Richter das Verfahren ohne weitere Auflagen ein. Im Fall des Sohnes trägt die Staatskasse auch sämtliche Kosten. Die Mutter muss die Hälfte ihrer Anwaltskosten aus eigenen Mitteln bestreiten. Auch hier trägt der Staat die übrigen Ausgaben, verkündete der Richter.

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