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Plön Ansturm auf die Busse
Lokales Plön Ansturm auf die Busse
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16:00 21.10.2013
Von Andrea Seliger
Ab Preetz fahren nur noch Busse in Richtung Kiel. Quelle: sel
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Preetz

Der junge Mann steht am Gleis und lauscht der Musik aus seinem Kopfhörer. Ja, er weiß, dass der Zug nach Raisdorf nicht fährt, aber er will ja nach Kiel – „oh, das geht auch nicht?“. Andere sind deutlich besser informiert, so wie Kevin und Mark, beide 13, die zur Albert-Schweitzer-Schule nach Schwentinental-Raisdorf fahren. Früher aufstehen als sonst mussten sie aber nicht: Bis zum Schulbeginn in Raisdorf reicht die Fahrt mit dem Bus um 7.09 ab Preetz. Nach Kiel dauert es allerdings rund 20 Minuten länger als mit dem Zug.

 Damit der Weg trotzdem möglichst schnell geht, sortiert Ehrich die Fahrgäste: Wer nach Raisdorf will, steigt in einen anderen Ersatzbus als die, die nach Kiel wollen. Damit kann der Kieler Bus direkt durchfahren und ein paar Minuten sparen. „Mach mal hinten auf“, ruft er einem Fahrer zu, damit die Umsteiger aus der Bahn schnell weiterkommen.

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 Im Bus nach Kiel sitzen die täglichen Pendler, viele nutzen die zusätzlichen Minuten dafür, noch einmal die Augen zuzumachen. „Alle Zeitkartenbesitzer sind persönlich informiert worden“, erzählt eine Frau, die aus der Nähe von Plön kommt und schon im September Schienenersatzverkehr miterlebt hat. Da der Bus jetzt aber direkt nach Kiel durchfährt, findet sie es „nicht so schlimm“.

 Dass Ehrich in Preetz aufs Tempo gedrückt hat, zahlt sich für die Pendler aus. Denn in Kiel landet der Bus im morgendlichen Berufsverkehr, nur stockend geht es voran auf dem Theodor-Heuss-Ring. Da sind die gesparten Minuten schnell aufgebraucht, doch die Leute kommen pünktlich nach Ersatzfahrplan an.

 Zwei Stunden später ist der Ansturm durch die Schüler und den Berufsverkehr in Preetz vorbei, Ehrich kann aufatmen. Sechs Busse hatte er für den Morgen bestellt, „damit auch niemand stehen bleibt“. Sie stammen von verschiedenen Unternehmen. Mit gleichem Einsatz soll es nachmittags zurück nach Preetz gehen. Ehrich stand schon in Eutin und zuletzt in Eckernförde, um dafür zu sorgen, dass alles reibungslos läuft. „Ein Problem ist, dass viele keinen Fahrschein haben“, berichtet er. Eigentlich müssen die Tickets vorher am Automaten gekauft werden, denn nicht alle der eingesetzten Ersatzbusse haben einen Fahrkartendrucker.

 Doch was tun, wenn der Automat kaputt ist? So einen Fall hat Jürgen Bach in Raisdorf mitbekommen. Der Busfahrer habe die fahrscheinlose Dame nicht mitgenommen. Die Bahn will den Fall prüfen. Auch an anderen Details mangelt es noch. So hängt drei Tage nach Beginn der Baumaßnahmen an der Raisdorfer Bushaltestelle nach wie vor der Ersatzfahrplan für die Strecke Eutin-Ascheberg, in Preetz gar keiner und in Kiel der für den Bus nach Eckernförde. Ein Fehler ist auch in den richtigen Fahrplänen: Der erste Bus ab Preetz nach Kiel fährt täglich und nicht nur am Wochenende bereits um 5.05 Uhr ab.