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Plön Windmühle von Unesco ausgezeichnet
Lokales Plön Windmühle von Unesco ausgezeichnet
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18:41 31.05.2019
Von Frida Kammerer
Uwe Cartstens (76) und Jörg von Boltenstern (67) haben die Mühle Sventana aus einer Ruine heraus komplett restauriert. Quelle: Frida Kammerer
Ascheberg

Außer der Ascheberger Mühle wurden noch drei weitere Mühlen ausgezeichnet: Die Nicola-Betriebsmühle in Schleswig, sowie zwei weitere Mühlen in Hamburg, die ebenfalls Mitglied im Landesmühlenverband Schleswig-Holstein und Hamburg sind. Mühlenbetreiber Uwe Carstens hat die Anerkennung angestoßen. Nur Wind- oder Wassermühlen dürfen Weltkulturerbe werden.

Das immaterielle Unesco-Kulturerbe

Das immaterielle Kulturerbe ist anders als die Welterbestätten oder Weltdokumentenerbe nicht fassbar. Mehr als 500 Formen des immateriellen Kulturerbes sind auf den internationalen Unesco-Listen verzeichnet. Im deutschen Verzeichnis sind mehr als 90 immaterielle Erbstücke zu finden. Dieser Schritt ist eine Wertschätzung und Anerkennung überlieferten Wissens und Könnens, hier soll geehrt werden, was man nur überliefern kann – sei es durch Ausbildung oder Erziehung.

Unter dem Motto „Wissen. Können. Weitergeben“ ist es das Ziel, die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Deutschland und weltweit zu erhalten, zu pflegen und zu fördern. Dabei kann es sich um Traditionen wir Brot backen oder Korn mahlen handeln, aber auch um das Menschliche, so wurde auch „Zusammenleben von Minderheiten und Mehrheiten im deutsch-dänischen Grenzland“ 2018 ausgezeichnet.

Vor zwei Jahren wurde die Müllergilde gegründet, die sich auch die Anerkennung der Unesco zum Ziel setzte. „Bei uns sind nur produzierende Müller Mitglied“, sagt der 76-Jährige, der vor seinem Ruhestand Mühlensachverständiger war. Die Bedingung der Müllergilde und der Unesco ist, dass „verkehrsfähiges Mehl“ hergestellt wird und nicht nur zur Demonstration die Mühlensteine angeworfen werden. „Wir wollen die Hürden aber nicht zu hoch legen“, erklärt Carstens. Es gehe vor allem um den Grundsatz „Wissen – Können – Weitergeben“.

Aus der Ruine wurde wieder eine funktionsfähige Mühle

In den 1980er-Jahren hat er die Mühle Sventana zusammen seiner Frau, Jörg von Boltenstern und dessen Frau und einem weiteren befreundeten Ehepaar gekauft. Gemeinsam haben sie aus der Ruine wieder eine funktionsfähige Mühle gemacht. Bis 1990 haben die drei Eigner 350.000 DM in die Mühlenruine investiert, bis dann endlich fertiges Mehl aus dem Korn gemahlen werden konnte. „Hätte es die DDR nicht gegeben, würde es die Mühle heute so nicht geben“, sagt Carstens. Die Gelder, die das Kultusministerium damals zur Verfügung stellte, kamen aus dem Fonds für „Zonen-Randmittel“.

210.000 DM kamen von Land und Kreis damals dazu, 140.000 DM haben die Familien selbst aufgebracht. Die Teile, die heute in der Mühle sind, stammen alle aus anderen alten Mühlen. In Ostfriesland wurde eine Mühle abgerissen. „Die Teile haben wir mit der Eisenbahn zum Bahnhof Ascheberg gefahren und dann auf Lkw geladen“, erinnert sich Jörg von Boltenstern. Beim Kauf 1982 war das Dach undicht, die Kappe mit den Flügeln fehlte und die Mahltechnik war weg. Alles musste neu beschafft werden.

Bio-Getreide wird von Nützlingen beschützt

Heute kann die Mühle wieder auf drei Arten Getreide mahlen. Zwei Gänge sind für Roggen und Weizen, mit einem dritten könnte man das Getreide schälen und Perlgraupen herstellen. „Das machen wir aber nur zur Demonstration“, sagt der 67-Jährige. Nur das Mehl, das aus Bio-Getreide von Gut Rosenkrantz entsteht, wird verkauft. Das Getreide kommt schon gereinigt bei der Mühle an, „das könnten wir gar nicht leisten“, erklärt von Boltenstern. Gegen die Schädlinge wie Mehlwürmer setzen die Mühlenbetreiber Mehlmotten-Schlupfwespen ein. „Wir sind stolz, dass wir hier ohne Gifte arbeiten können“, sagt Carstens.

Am Pfingstmontag, 10. Juni 2019, ist die Langenrader Windmühle zum Mühlentag für Besucher geöffnet. Wenn das Wetter mitspielt und das Mühlenrad genug Schwung hat, wird frisches Vollkornmehl gemahlen und vor Ort verbacken. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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