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Plön Im Atrium nachts um halb zwölf
Lokales Plön Im Atrium nachts um halb zwölf
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14:09 22.07.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Hat in der Cocktailbar alles im Griff, auch wenn der Job hier manchmal schweißtreibend ist: Barkeeper und Betriebsleiter Sascha Kühnel (26). Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Das Atrium thront gut sichtbar auf dem höchsten Punkt im Ostseepark. Jeden Sonnabend und vor Feiertagen öffnen sich ab 22 Uhr die Türen für bis zu 2500 Partygänger. Der Club ist Norddeutschlands größte Disco und sogar die drittgrößte bundesweit, sagt Geschäftsführer Thore Peemöller (30) ziemlich stolz. 

Es ist Sommer, es sind Ferien – und in der Stunde von 23 bis 24 Uhr gehört das Atrium der Jugend. Mit „Muttizettel“ ist der Eintritt ab 16 Jahren gestattet. 2500 Leute passen hier rein – doch so viele sind es an diesem Abend lange nicht. Vor zwölf Uhr ist es auf den vier Tanzflächen ziemlich überschaubar. Voller wird es erst danach. Dann tummeln sich hier auch ältere Gäste. Wer über 25 ist, kommt meist erst um eins, weiß Peemöller.

Atrium in Schwentinental: Familiär auf 4000 Quadratmetern

Atrium – in den Häusern des alten Roms diente dieser offene Raum dem Aufenthalt der ganzen Familie. Aber auch im Schwentinentaler Atrium geht es - trotz der Größe von knapp 4000 Quadratmetern - irgendwie familiär zu. „Hey Thore, alles klar?!“ Auf dem Weg zur Cocktailbar begrüßen immer wieder Bekannte den jungen Atrium-Chef. Der persönliche Kontakt ist ihm wichtig, sagt er, während er gleich noch ein paar verwaiste Biergläser einsammelt. „Wir haben viele Stammgäste. Mit denen setze ich mich auch mal zusammen und gebe einen Kurzen aus.“

Zahlen, Daten, Fakten

Das Atrium

Fläche: 4.000 qm 

Floors: 4

Öffnungszeit: Sa, 22 bis 5 Uhr

Raucherbereiche: 2 (Royal Club, Gaudi)

Busshuttle: kostenlos jeden Sonnabend

Der gelernte Industriemechaniker ist seit Anfang des Jahres Geschäftsführer, sein Bruder Björn Peemöller (45) seit 2001 Besitzer der Großraumdisko. Dem Trend hin zum kleineren Club und weg von der Riesendisco stemmen sie sich entgegen – offenbar erfolgreich.

„Es läuft gut“, unterstreicht Thore Peemöller. Große Raves, die sie hier anbieten, seien brechend voll – besonders ziehen elektronische Musikgenres wie Hardstyle. „Wir haben hier Technik im siebenstelligen Bereich verbaut“, sagt Peemöller. Unter anderem eine imposante, 40 Quadratmeter große digitale Leinwand im Main Floor.

Bundeswehr-Soldat wird im Atrium zum Barkeeper

An einem Abend arbeiten hier rund 40 Mitarbeiter, fast alle nebenberuflich. Einer davon ist Betriebsleiter Sascha Kühnel, der an der Cocktailbar Getränke mixt. Der 26-Jährige ist im Hauptberuf bei der Luftwaffe und muss unter der Woche um 5.30 Uhr aufstehen. Doch jeden Sonnabend wird der Bundeswehr-Soldat zum Barkeeper und Nachtmensch: Im Atrium ist Kühnel seit sechseinhalb Jahren der Mann für Caipirinha, Long Island Ice Tea, Sex on the Beach und Co.

Diskothek Atrium: Auf einem Streifzug durch Norddeutschlands größte Disco in Schwentinental.

An der Bar haben er und die Kollegen alle Hände voll zu tun, besonders bei der Aktion „2 für 1“. Drei-Liter-Trinksäulen, sogenannte Tower, gefüllt nach Wahl mit Bier oder Cocktails, gehen ebenfalls weg wie warme Semmeln. Zwischen dem hundertsten Trinkturm, massenhaft Gläsern und Krügen auf der Theke, Wodka- und Saftflaschen, rufenden Gästen, Geldscheinen und Kleingeld kann es stressig werden. Doch Kühnel ist Optimist, sein Rezept heißt: lächeln und „Ruhe bewahren!“

Das gilt auch für Kollegin Lena Fehres (25), die im Main Floor Drinks ausschenkt. Sie arbeitet in der Debitoren-Buchhaltung einer Kieler Firma. Ihr Job im Atrium an jedem Sonnabend ist entschieden lauter als das Büro. Aber sie bleibt cool. „Manchmal nehme ich Ohropax, aber meistens geht es ohne.“

Dealer bekommen im Atrium lebenslang Hausverbot

An einem Tisch im Main Floor sitzt Geburtstagskind Dennis, der 22 wird, mit fünf Freunden aus Elmshorn. Für die Herren gibt es eine überdimensionale Salatschüssel voller Energy-Drinks, dazu eine Magnumflasche Wodka - aber wo sind die Damen? "Die kommen später...", heißt es. Na gut.

An ein, zwei Stellen in der Disco riecht es nach Kotze, fast überall nach Zigarette - obwohl Rauchen nur in zwei Bereichen erlaubt ist. Nach Marihuana riecht es nicht. Mit Drogen hat die Disco wenig Probleme. Im März hatte es hier zuletzt eine großangelegte Razzia gegeben. Die Drogenfunde waren vergleichbar harmlos. Einsatzleiterin Danica Brügge von der Polizei betonte damals: „Entgegen dem, was alles bei Facebook verbreitet wird: Wir haben hier absolut kein Drogenproblem.“ Peemöller sagt bestimmt: "Wer mit Drogen dealt, bekommt bei uns lebenslang Hausverbot."

Das Sicherheitspersonal - ziemliche Muskelpakete

Für das Sicherheitspersonal läuft der Abend im Atrium in Schwentinental entspannt ab. Zwölf Männer sind drinnen und draußen im Einsatz und über Funk verbunden. Ziemliche Muskelpakete.

Ja, am Eingang könne die Lage auch mal gereizt sein und der Ton lauter werden. Meist aber kein Problem, sagt Security-Urgestein Karim, der seit 25 Jahren in der Branche arbeitet. „Das ist halt eine Diskothek und kein Friedhof. Wir sorgen dafür, dass die Gäste hier unbeschadet rein- und wieder rauskommen.“

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