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Plön Aufnahmestopp abgewendet
Lokales Plön Aufnahmestopp abgewendet
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17:40 07.11.2016
Von Hans-Jürgen Schekahn
Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn vertritt 15 kleine Städte in Schleswig-Holstein, die keine eigene Verwaltung mehr haben. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Lütjenburg

Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn kennt die Probleme der Menschen, die aus fremden Ländern in seine Stadt geflüchtet sind. Ohne Hilfe eines Dolmetschers oder Sprachpaten scheitern sie schon daran, das Aufnahmeformular für den städtischen Kindergarten auszufüllen. Geschweige denn, Elterngespräche mit den Pädagogen führen zu können. In der Einrichtung tummeln sich derzeit sieben Kinder, deren Eltern 2015 auf der Flucht nach Lütjenburg kamen. Weitere sieben Jungen und Mädchen haben einen anderen Migrationshintergrund.

 Und die Verständigung mit den Eltern klappt nicht immer. Alle Kinder müssen beispielsweise vor dem Besuch des Kindergartens zum Arzt und ein Attest einholen. Das habe man einer Reihe von Flüchtlingseltern nur sehr schwer erklären können, so Sohn. Es koste die Mitarbeiter der Einrichtung zudem sehr viel Zeit. Und außerdem sei am Ende des Gesprächs nicht immer sicher gewesen, ob Vater oder Mutter wirklich alles verstanden hätten, was die Erzieher ihnen erzählt haben. Aus Höflichkeit oder Unsicherheit bejahten das zwar viele, aber es stimme nicht immer.

 Angesichts der Belastungen der städtischen Mitarbeiter wollte der Lütjenburger Bürgermeister zunächst einen Aufnahmestopp für Flüchtlingskinder aussprechen. Das hat sich aber mit einem neuen Landesprogramm nun erledigt. Das Sozialministerium stellt den Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein zusätzlich 5,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld soll die Kosten ausgleichen, die zusätzlich durch die Aufnahme von Flüchtlingskindern entstehen. Aus diesem Topf stehen auch Mittel für Hilfen bereit, wenn es mit der Verständigung nicht klappt.

 Für jedes Kind wird eine Pauschale ausbezahlt. Für Lütjenburg kommen in der Summe 6000 Euro zusammen, die hauptsächlich für Dolmetscher eingesetzt werden. Aber auch über Anschaffungen für die Kinder aus Syrien oder Afghanistan werde nachgedacht. „Das ist gut, richtig und hilfreich“, sagt Sohn zu der neuerlichen Landesunterstützung. Er wünscht sich, dass möglichst viele Flüchtlingskinder unter sechs Jahren die Kindergärten besuchen. Insgesamt leben 16 Jungen und Mädchen in diesem Alter in Lütjenburg, die meisten von ihnen würden zu Hause betreut. Dabei saugen gerade die Kleinen die neue Sprache im Kindergarten geradezu auf. Besonders sprachbegabten Kinder gelinge schon nach wenigen Monaten eine sehr gute Verständigung. Die besten Sprachlehrer für die unter Sechsjährigen spielen neben ihnen im Sandkasten, ist Sohn überzeugt. Der städtische Kindergarten ist bisher der einzige in Lütjenburg, in dem Flüchtlingskinder untergebracht sind. Warum die Eltern nicht zu den übrigen Einrichtungen finden, kann sich Sohn nicht erklären.

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