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Plön Was das Unternehmen Blunk für Azubis tut
Lokales Plön Was das Unternehmen Blunk für Azubis tut
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14:35 22.08.2019
Von Sven Tietgen
Die Azubis Lukas Pickel (links) und Luca Steffens inspizieren einen 360-PS-Motor im Schlepper. Quelle: Sven Tietgen
Rendswühren

Auf dem Bock eines PS-starken Schleppers sitzen, Felder bestellen und Ernten einfahren: Das wollen viele Kinder aus dörflichen Regionen gerne machen, wenn sie „groß“ sind – vor allem Jungen. Auch deshalb trotzt das Lohnunternehmen Blunk in Rendswühren dem vielerorts beklagten Lehrlingsmangel.

Für die Azubis bei Blunk ist die Arbeit oft Wunsch-Job Nummer eins gewesen

Lukas Pickel strahlt: Gerade hat der 16-jährige Auszubildende zur Fachkraft Agrarservice seinen Treckerführerschein gemacht und darf jetzt einen 360 PS-Schlepper der Firma Blunk fahren. „Genau das wollte ich machen, und alles, was damit zusammenhängt“, erzählt der aus Osdorf stammende Lehrling. Wie Lukas Pickel hat auch Luca Steffens vor drei Wochen die Ausbildung in dem Rendswührener Familienbetrieb angefangen. Der 18-Jährige stammt aus Harsefeld. In dem kleinen Ort zwischen Stade und Buxtehude bewirtschaftete sein Großvater ein Stück Land. Ein Cousin arbeitet ebenfalls in einem Lohnunternehmen als Dienstleister für die Landwirte der Region. „Für mich kam vom Berufswunsch her nichts anderes in Frage“, erklärt Luca Steffens.

Wie junge Landwirte in Schleswig-Holstein neue Wege gehen, lesen Sie hier in unserer Multimedia-Reportage "Umbruch auf dem Acker".

Lehrlinge bei Blunk starten mit Wartung und Werkstatt

Mit einem weiteren „Neuen“ sind die Azubis nun zu dritt. Erste Station ist für sie der Bereich Werkstatt und Maschinen. Bei Ausbildungsleiter Reinhard Hopp geht es um Wartung und Technik der Schlepper, Häcksler und anderen landwirtschaftlichen Maschinen, mit denen das 1982 von Joachim und Elvira Blunk gegründete Unternehmen in ganz Norddeutschland unterwegs ist.

Von vier Außenstellen aus agieren die Mitarbeiter als Dienstleister im Auftrag der Landwirte. Mit den Schleppern plus weiteren Fahrzeugkomponenten übernehmen sie Feldbearbeitungen aller Art – von der Aussaat bis zur Ernte. „So ein Schlepper mit Nebengerät kostet schnell 700 000 Euro, das ist eine Menge Verantwortung für die jungen Leute. Aber das wichtigste sind die Kunden. Sie sollen sich wohlfühlen - da geht es um Wertschätzung“, betont Joachim Blunk, der in der Region vor allem unter seinen Spitznamen „Jogi“ bekannt ist.

Der Ausbildungsberuf ist eine Männerdomäne

Einen Mangel an Bewerbern für die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice gibt es nicht. 40 junge Leute, alle männlichen Geschlechts, haben sich auf die fünf Ausbildungsstellen beworben. Blunk gehörte vor 15 Jahren zu den ersten, die den damals neuen Ausbildungsberuf anboten. Zwischen 30 und 50 Bewerbungen trudeln jährlich ein. Zwei Lehrlinge können in diesem Jahr noch aufgenommen werden. Für den Firmenchef ist vor allem der Wille zu lernen und zu arbeiten ausschlaggebend. „Die jungen Leute müssen brennen für den Job,  sonst hat das keinen Zweck.“ Dass der demografische Wandel noch nicht bei dem Unternehmen mit derzeit 230 Festangestellten angekommen ist, hat für Blunk vor allem mit der Qualität der Ausbildung zu tun – und einem überregional guten Ruf, wie er sagt.

So bewerben sich sogar junge Leute aus Baden-Württemberg in der Rendwührener Firmenzentrale. Vier Bewerbungen liegen bereits für das nächste Ausbildungsjahr 2020 vor. „Wir bieten jedem Auszubildenden eine Übernahme an, und von Anfang an werden die jungen Leute eingebunden in unsere Arbeitsabläufe. Wir fordern viel, unterstützen unsere Lehrlinge aber auch“, betont Joachim Blunk.

Azubis Fachkraft Agrarservice-Zahlen Landwirtschaftskammer

In Schleswig-Holstein sind nach Angaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein rund 50 anerkannte Ausbildungsbetriebe für den Beruf Fachkraft Agrarservice ansässig. Insgesamt lernen derzeit etwa 80 bis 100 junge Leute aus allen drei Ausbildungsjahren den Beruf. Jährlich werden 30 bis 40 Neuverträge geschlossen. Das Anforderungsprofil listet den Spaß am Umgang mit Technik und Elektronik ebenso auf wie Naturverbundenheit, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit sowie die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten. Für das aktuelle Ausbildungsjahr werden noch interessierte junge Leute gesucht, von einem Mangel an Bewerbern will die Landwirtschaftskammer aber nicht sprechen. Gleichwohl hat die Kammer vor rund fünf Jahren eine zusätzliche Stelle geschaffen, die über die insgesamt zwölf verschiedenen sogenannten grünen Berufe mit unter anderem Landwirt oder Gärtner informiert. Angesprochen werden dabei Schüler ebenso wie Betriebe.

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