Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön "Ich liebe das Verbrechen von nebenan"
Lokales Plön "Ich liebe das Verbrechen von nebenan"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:38 24.02.2020
Von Silke Rönnau
In seinem neuen Krimi beschreibt Autor Jörg Rönnau aus Preetz die Suche nach einem Kriegsschatz. Quelle: Silke Rönnau
Anzeige
Preetz

Die Geschichten in den Regionalkrimis von Jörg Rönnau spielen alle in der Umgebung von Preetz. Er sei eben durch und durch Holsteiner, meint er schmunzelnd.

Herr Rönnau, mochten Sie immer schon Krimis?

Jörg Rönnau: Ja, Mord und Totschlag haben mich immer schon fasziniert. Ich liebe besonders Regionalkrimis mit dem Verbrechen von nebenan. 

Wie sind Sie selbst zum Schreiben gekommen? 

Ich musste krankheitsbedingt meine Arbeit als Krankenpfleger aufgeben und hatte plötzlich viel Zeit. Und ich habe immer schon gern Geschichten erzählt. Die Eingebung für den ersten Krimi „Killerfrosch – Hetzjagd über die Ostsee“ kam mir im Gottesdienst im Bugenhagenhaus. Plötzlich hatte ich den Gedanken, dass da eine Leiche liegt. 

Den Toten hatte damals der platt schnackende Pastor Pieper entdeckt, den Preetzer schnell als Pastor Christoph Pfeifer wiedererkannt haben. Taucht Pastor Pieper jetzt auch wieder auf?

Ja, Pastor Pieper kommt wieder vor.

Mit Pastor Pfeifer in den Bunkeranlagen

Ich bin mit dem echten Pastor für die Recherche in den Bunkeranlagen unter den Häusern im Zappenweg unterwegs gewesen. Im Buch zeigt Pastor Pieper den Kripobeamten den Bunker, denn da unten soll ein Goldschatz versteckt sein. Er gerät in die Fänge des Mörders und kommt da ziemlich lädiert wieder heraus. Ich habe Pastor Pfeifer die Szene vorher geschickt, ob das so okay ist, und er hat schallend gelacht. 

Worum geht es in Ihrem neuen Krimi?

Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen – heute und im Zeitraum zwischen 1945 und 1960. Ein hoher Marineoffizier und sein Sohn sind auf der Spur eines Goldschatzes und legen sich dabei mit einer kriminellen Vereinigung an.

U-Boot will Goldschatz aus dem Land schmuggeln

Im April 1945 war ein U-Boot unter mysteriösen Umständen in Kiel ausgelaufen. SS-Offiziere wollten die Goldbarren aus dem Land schmuggeln, um damit woanders ein neues Leben anzufangen. Den Ermittlern wird schnell klar, wer der Mörder ist. Die Spuren führen zum Marinestützpunkt Tirpitzhafen. Der Kommissar gerät selbst in höchste Gefahr. Aber ich will ja nicht zu viel erzählen...

Ermittelt wieder Lorenzo Bartonelli von der Kieler Mordkommssion?

Nein, ich habe einen neuen Verlag, deshalb habe ich auch einen neuen Charakter entwickelt. Jetzt untersucht Hauptkommissar Hinnerk Matthiesen den Fall.

Wie entwickeln Sie Ihre Ideen?

Ich fahre gerne Fahrrad, da kommen mir die besten Ideen. Plötzlich ist die ganze Story im Kopf. Die Arbeit besteht dann darin, die Hintergründe für die Geschichte zu recherchieren, zum Beispiel wie es damals zum Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 60er-Jahre in Kiel ausgesehen hat. Und dann fange ich einfach an zu schreiben.

"Ich bin ein chaotischer Schreiber"

Allerdings bin ich eher ein chaotischer Schreiber, diszipliniertes Arbeiten liegt mir nicht so. Manchmal schreibe ich drei Tage durch und dann passiert wieder eine Zeitlang nichts. Es kann sein, dass ich plötzlich aufspringe und zum Computer renne, weil mir gerade etwas eingefallen ist.

Ihre Geschichten spielen immer hier in der Umgebung...

Ich bin Holsteiner durch und durch, ich liebe die Region, bin hier geboren und lebe hier. Wenn ich darüber schreibe, ist es auch authentisch. Die Orte, die ich in den Büchern nenne, gibt es fast alle auch in Wirklichkeit. Und ich kenne die Menschen und kann damit die Charaktere gut beschreiben. Sie sind ja schon ein bisschen eigen, die Holsteiner...

Zusammen mit anderen Schriftstellern haben Sie das Kieler Krimi-Kartell gegründet. Was ist Ihr Ziel?

Wir treffen uns alle zwei Monate reihum, das sind ganz lustige Nachmittage. Wir werden immer mehr, mittlerweile sind wir schon 16 Autoren aus der Region. Wir wollen uns untereinander austauschen und haben auch schon diverse Lesungen veranstaltet.

Ist das nächste Buch schon in Arbeit?

Oh ja, es ist schon zu einem Drittel fertig. Das wird allerdings ein Spionageroman, der im Zweiten Weltkrieg spielt. Ich habe dafür noch keinen Titel, nicht mal einen Arbeitstitel. Aber auch Kommissar Matthiesen wird weiter ermitteln, das soll eine Reihe werden.

Bücher und Lesungen

Jörg Rönnau (58) lebt in Preetz. Sein erstes Buch „Killerfrosch – Hetzjagd über die Ostsee“ stellte er Anfang 2016 vor, bereits Ende des gleichen Jahres erschien der Krimi „Slawenbrut“, der ebenfalls in Preetz und Umgebung spielt.

Im dritten Werk „Der Käpt’n – Jenseits der See“ wird ein Kapitän im Ruhestand in eine Spionagegeschichte verwickelt. Dabei erinnert er sich an seine zahlreichen Erlebnisse, bei denen immer bekannte Schriftsteller eine Rolle spielten. Aus diesem Buch wird Jörg Rönnau am Freitag, 28. Februar, ab 19.30 Uhr im Bugenhagenhaus in Preetz lesen.

Für das neue Buch „Kriegsgold“ ist die erste Lesung am Donnerstag, 23. April, ab 19 Uhr in der Stadtteilbücherei Kiel-Gaarden geplant. In Preetz wird er es am Freitag, 8. Mai, ab 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Preetz, Gasstraße 5, vorstellen.

Jörg Rönnau: „Kriegsgold“, Maximum Verlags GmbH, ISBN 978-3-948346-12-6.

Weitere Nachrichten aus Preetz lesen Sie hier.

Und weiter geht die Sanierung der B 76 zwischen Kiel und Schwentinental: Autofahrer müssen sich wieder in Geduld üben, besonders während der Stoßzeiten im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr. Das teilt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein mit.

Sibylle Haberstumpf 24.02.2020

Seit 50 Jahren gibt Klaus Käselau Kunstkurse an der Volkshochschule in Plön. Rund 1400 Teilnehmern in etwa 100 Kursen hat er Zeichnen und Malerei näher gebracht. Das Jubiläum wird mit einer Ausstellung gefeiert, in der die Werke einiger seiner VHS-Schüler gezeigt werden.

Jördis Merle Früchtenicht 24.02.2020

Goethes Faust steht bei den Abiturienten des Gymnasiums Schloss Plön hoch im Kurs: Nicht nur ist das Werk Pflichtlektüre, es ist auch im Zentrum eines Videos, mit dem die Schüler den Wettbewerb "Push Your Party" der Förde Sparkasse gewonnen haben. Das Preisgeld wird für den Abiball gebraucht.

Jördis Merle Früchtenicht 24.02.2020