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Plön Massive Kritik an den Bauplänen
Lokales Plön Massive Kritik an den Bauplänen
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11:22 25.06.2013
Von Andrea Seliger
Die Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba Nord würde gegenüber vom Hotel Rosenheim gerne seniorengerechte Wohnungen bauen. Die Schwentinentaler Kommunalpolitiker bezeichnen die geplanten Häuser als „zu massiv“. Quelle: Computergrafik s2n-architekten
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Schwentinental

Das war geplant: 50 Wohnungen zwischen 45 und 65 Quadratmetern sollten in mehreren Blocks auf dem Gelände gegenüber der Kirche und dem Hotel Rosenheim untergebracht werden. „Das ist die Größenordnung, in der wir bauen müssen, damit es wirtschaftlich ist“, so Gewoba-Nord-Geschäftsführer Dietmar Jonscher.

 Bei der ersten Vorstellung im Ausschuss sei lediglich die Frage der Stellplätze angesprochen worden. Bei der zweiten Vorstellung bei einer Sitzung kurz vor der Wahl sei das Konzept dann als zu massiv abgelehnt worden. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, so Jonscher. Eine formelle Bauvoranfrage hat er noch nicht gestellt.

 In einem offenen Brief hat Jens Gloyer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats, seinem Ärger darüber inzwischen Luft gemacht: „Im Kommunalwahlkampf haben sich alle Parteien für die Schaffung von seniorengerechtem Wohnraum eingesetzt“, so Gloyer und wirft konkret SPD und CDU „Verhinderungspolitik“ vor.

 Für die Kirche steht dabei einiges auf dem Spiel: Geld gibt es nur, wenn dort auch tatsächlich gebaut werden darf. Da der neue Kindergarten bereits um 300000 Euro teurer wurde und das Pastorat im Fernsichtweg noch vor dem Einzug des neuen Pastors saniert werden sollte, brächten die Verzögerungen die Kirche in finanzielle Schwierigkeiten, so Gloyer.

 Der alte und neue Ausschussvorsitzende Herbert Steenbock (SWG) verweist darauf, dass es sich um eine nichtöffentliche Sitzung gehandelt habe, zu deren Inhalt er nicht viel sagen dürfe. Der Ausschuss sei „nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung“, so Steenbock, auch wenn man sich eine weniger massive Bebauung gewünscht habe. Die Entscheidung sei mehrheitlich, nicht einstimmig gefallen.

 Einen Bebauungsplan gibt es für dieses Gebiet nicht. Laut Baugesetzbuch müssen Vorhaben deshalb danach beurteilt werden, ob sie sich in die Umgebung einfügen. Nach Ansicht von Bürgermeisterin Susanne Leyk ist dies der Fall. Nach den Zeichnungen des Architekten sind die Wohnblöcke etwas niedriger als das gegenüberliegende Hotel.

 Jonscher hat die Arbeiten an dem Projekt im Moment gestoppt. Ob er den nächsten Schritt tut und eine offizielle Bauvoranfrage stellt oder sich von dem Projekt zurückzieht, sei noch nicht endgültig entschieden. Diese Entscheidung soll jedoch demnächst fallen.