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Plön Eckdaten für Schulredder stehen fest
Lokales Plön Eckdaten für Schulredder stehen fest
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17:32 06.11.2019
Von Nadine Schättler
Anwohnerin Marion Stöcken genießt auf ihrem Grundstück im Wiesenkamp die grüne Umgebung. Mit einem Höhenunterschied von etwa 1,40 Meter könnten die geplanten Wohnblöcke zukünftig den freien Blick komplett versperren. Quelle: Nadine Schättler
Heikendorf

Die Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht für Anwohner und Initiatoren der Bürgerbewegung gegen eine Verklotzung in Heikendorf. Mit Spannung wurde das von der Gemeinde beauftragte Verkehrsgutachten für die Straße Schulredder erwartet. Besonders die Anwohner hatten in der Vergangenheit mehrfach eine verkehrliche Untersuchung im Hinblick auf das Bauvorhaben Nr. 61 für die „Fläche zwischen Schulredder und Am Herrkamp“ eingefordert. „Es geht uns auch um die Gefahren für die Kinder, die dort zur Schule, in die OGTS oder zur Sporthalle fahren“, erklärt Anwohnerin Marion Stöcken. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie die Homepage www-trotzt-dem-klotz.de und wehrt sich seit zwei Jahren gegen eine massive Bebauung auch in ganz Heikendorf. „Wir finden, eine Bebauung muss sich in die Umgebung einfügen.“

Anwohner: "Jetzt schießen wir zurück"

Bei den aktuellen Planungen für das Schulredder-Projekt sei dies nach Ansicht der Bürger nicht gelungen. Acht Wohnblöcke im Geschosswohnungsbau sollen nach den Architektenplänen von Hochbauplaner Peter Klinck auf der Fläche des ehemaligen Gärtnerei-Grundstückes entstehen. Daran ändern auch die vom Bauausschuss jetzt festgelegten Eckdaten, die „als Grundlage zur Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ dienen sollen, nichts. „Eine so massive Bauweise passt sich überhaupt nicht in die Botanik ein. Das werden wir nicht kampflos hinnehmen. Jetzt schießen wir zurück“, sagt Marion Stöcken. Durch eine Zunahme des Autoverkehrs bei mehr als 50 Wohneinheiten befürchten die Gegner des Projekts zudem steigende Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. „Uns erschließt sich nicht, warum man den Schulredder vor einigen Jahren zur Einbahnstraße gemacht hat und nun etwa 100 Fahrzeuge für künftige Anwohner keine weitere Gefährdung darstellen sollen.“

Gutachten wertet Erschließung über den Schulredder als „verträglich“

Doch nach den im Bauausschuss vorgestellten Ergebnissen des Verkehrsgutachtens gibt es für das geplante Bauprojekt auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände „aus verkehrsplanerischer Sicht keine Bedenken“. Die Ingenieure der Neumünsteraner Wasser- und Verkehrs-Kontor (WVK) Gesellschaft beziehen sich auf eine „verträgliche Verkehrsmenge“ von 400 bis 800 Fahrzeugen pro Stunde. Eine 24-Stunden-Analyse mittels videoautomatischer Verkehrserhebung in Heikendorf zeigte, dass im Schnitt stündlich 79 Autos durch den Schulredder fahren. Nach einer Schätzung durch das Ingenieurbüro „beträgt das durch 66 Wohneinheiten erzeugte Verkehrsaufkommen am Tag 306 Kraftfahrzeuge in der Summe aus Quell- und Zielverkehr“. Zu Spitzenzeiten wären das 21 zusätzliche Autos pro Stunde. Im Ergebnis fassen die Ingenieure zusammen: „Die Erschließung über den Schulredder ist verträglich und leistungsfähig.“ Auch das geplante Wohngebiet inklusive der Kita am Krischansbarg (B-Plan Nr. 76), der über den Schulredder zu erreichen ist, haben wenig Auswirkungen. Laut Gutachten ist „die Bedeutung des Schulredders für die mit dem B-Plan Nr. 76 erzeugten Verkehre gering“.

Bauausschussvorsitzender Hans-Herbert Pohl (CDU) sieht die mehrheitliche Entscheidung (drei Gegenstimmen, eine Enthaltung) für 65 Wohneinheiten - statt maximal 50 Wohneinheiten, wie es die SPD beantragt hatte - durch das verkehrliche Gutachten bestätigt: „Wir liegen weit unter der Bemessungsgrundlage.“ Die Sorge um eine zu massive Bebauung kann er nicht nachvollziehen. „Den direkten Anwohnern liegt das natürlich weiter schwer auf der Seele. Aber für die Gesamtentwicklung Heikendorfs halte ich eine derartige Innenverdichtung an dieser Stelle für gut und maßvoll.“

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