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Plön Ein Raisdorfer, der „von außen kommt“
Lokales Plön Ein Raisdorfer, der „von außen kommt“
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16:00 10.01.2014
Von Andrea Seliger
Michael Stremlau will neuer Bürgermeister von Schwentinental werden. Quelle: Archiv/eis
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Schwentinental

„Wir können Ihnen heute die erfreuliche Mitteilung machen, dass seit Kurzem mit Herrn Michael Stremlau ein hervorragender Kandidat für die Bürgermeisterwahl zur Verfügung steht“, sagte Volker Sindt, Vorsitzender der SPD-Fraktion, bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend, zu der neben dem zukünftigen Kandidaten auch Vertreter aus den Fraktionen und Parteivorständen von SPD, CDU, SWG, Grünen und der FDP gekommen waren. Stremlau hatte sich bei ihnen in den vergangenen 14 Tagen bereits vorgestellt. Die Vorstände und die Stadtvertreter hätten sich einstimmig für Stremlau ausgesprochen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der fünf politischen Kräfte. Für ihn spreche sowohl seine Verwaltungserfahrung als auch seine Persönlichkeit. Bei der Fraktion der WIR wolle er sich noch vorstellen, berichtete Stremlau.

Der 57-Jährige hat 1973 seine Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit begonnen und dort später diverse Führungsaufgaben übernommen. 2004 wurde er damit beauftragt, das Kieler Jobcenter aufzubauen, das er heute leitet. Dort sind 400 Mitarbeiter beschäftigt, das Haushaltsvolumen umfasst 190 Millionen Euro. Stremlau berät außerdem den Sozialausschuss und den Wirtschaftsausschuss der Stadt Kiel zu Fragen der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik.

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„Ich bin parteilos, aber nicht unpolitisch“, erklärte Stremlau in einem persönlichen Kurzporträt. Dabei habe er schon früher überlegt, ob er einmal ein politisches Amt übernehmen wolle: „Mein Wunsch war, dafür eine breite Basis zu haben“. Die vorangegangenen Gespräche hätten ihm ein gutes Gefühl vermittelt. Gemeinsam mit der Stadtvertretung wolle er das Potenzial der Stadt entwickeln.

Stremlau wohnt zwar im Ortsteil Raisdorf, Zentrum seiner bisherigen Aktivitäten war jedoch Kiel. Weshalb er sich als jemanden sieht, „der von draußen kommt“: „Ich starte ganz neutral und wertfrei und versuche, das Beste für Schwentinental zu erreichen“. Im Zusammenwachsen der beiden Ortsteile sieht er eine der größten Herausforderungen: „Ich finde es gut, dass wir Schwentinental haben. Es ist sinnvoll, größere Strukturen zu schaffen“, sagte er – aber dann müsse man sich auch gemeinsam dahinter versammeln. Nützlich dafür könnten ihm die Erfahrungen aus dem Aufbau des Jobcenters sein, bei dem sowohl Mitarbeiter der Stadt als auch der Arbeitsagentur plötzlich ein Team bilden mussten. Weitere Schwerpunkte sieht er im demografischen Wandel und in der Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

Offiziell ist Stremlaus Kandidatur noch nicht angemeldet, da dies nach der neuen Gesetzgebung nicht mehr von den Fraktionen, sondern von den Ortsvereinen der Parteien oder Wählergemeinschaften eingereicht werden muss. Voraussichtlich werden dies zumindest die SPD und die SWG tun. Auch andere Kandidaten haben sich noch nicht bei Gemeindewahlleiterin Monika Vogt beworben. Die Frist endet am 27. Januar.

Bürgermeisterin Susanne Leyk hat bisher immer noch keine Entscheidung getroffen, ob sie erneut antritt. „Ich muss mir das überlegen“, sagte sie auf unsere Nachfrage. Ein Amtsinhaber ist verpflichtet zu kandidieren, wenn ein Drittel der Stadtvertretung ihn dazu auffordert – nun sei klar, dass dieses Drittel nicht zustande komme, so Leyk. Wobei sie über ihr Amt sagt: „Ich mache das eigentlich gern.“ Weshalb es ihr schwerfallen würde, nicht noch einmal anzutreten. Bekannt sind jedoch auch Leyks Konflikte mit der Stadtvertretung.