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Plön Schnelle Hilfe in Krisensituationen
Lokales Plön Schnelle Hilfe in Krisensituationen
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13:22 02.06.2019
Von Silke Rönnau
Zum Team in der Erziehungs- und Lebensberatung gehören Marina Gärräsch-Griese (von links), Annika Grosch, Oliver Klein und Torsten Kruse. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Die Beratungsstelle werde zu 83 Prozent vom Kreis und 17 Prozent von der Kirche finanziert, berichtet Klein. Sprechstunden werden in den drei Hauptstellen Preetz, Heikendorf und Lütjenburg sowie in den drei Nebenstellen Plön, Schönberg und Wankendorf angeboten.

„In den Außenstellen können uns auch die Menschen aufsuchen, die nicht so mobil sind“, so Klein. Er betont, dass man unabhängig und neutral sei und die Mitarbeiter der Schweigepflicht unterliegen.

Regelmäßig auch in Wankendorf vor Ort

Durch die personelle Verstärkung des Teams auf acht Berater und zwei Sekretärinnen könne man nun auch in Wankendorf wieder regelmäßig vor Ort sein. „Wir sind jetzt im Awo-Familienzentrum untergebracht, da kann man sich gut vernetzen, damit wir wieder bekannter werden“, freut sich der zuständige Berater Torsten Kruse, der alle zwei Wochen zur Sprechstunde einlädt. „Wenn darüber hinaus Bedarf besteht, fahre ich extra raus“, betont er.

In den meisten Fällen geht es um Kinder oder Jugendliche. Erziehungsberatung werde viel nachgefragt, sagt Kruse. Ein ganz großes Thema sei die Umgangsregelung. Manche Paare fragten sich bei einer Trennung, wie sie den Umgang im Sinne der Kinder gestalten sollten – andere, die sich zerstritten haben, würden vom Gericht geschickt.

Umgangsregelung als Herausforderung

Im ersten Fall finde man meistens schnell eine Einigung, bei den zerstrittenen Partnern müsse man oft erst einmal die Kommunikation verbessern. Das sei eine besondere Herausforderung. „Es geht da ganz viel um alte Kränkungen“, hat Kruse festgestellt. „Aber für uns ist es wichtig, den Fokus auf die Kinder zu richten.“ Die Beratung zur Umgangsregelung übernehmen sie zu zweit: „Damit es nicht parteilich wirkt und wir die Bedürfnisse aller Parteien aufgreifen“, erläutert Klein.

Torsten Kruse erinnert sich an ein besonderes Erlebnis mit einem gleichgeschlechtlichen Paar, bei dem sich eine der beiden Frauen einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatte. Auch Patchwork-Familien seien ein spannendes Thema: „Man setzt sich zum Teil mit vier Erwachsenen und vielen Kindern zusammen.“

Nicht nur Eltern kommen bei Schwierigkeiten zur Beratungsstelle, auch Schulsozialarbeiter oder die Jugendlichen selbst melden sich. „Jugendliche können sich auch ohne Wissen der Eltern an uns wenden“, betont Klein. Manchmal begleite der Schulsozialarbeiter den Schüler.

Anlaufstellen Krisenberatungsstelle

Erziehungs- und Lebensberatung im Kreis Plön

Leitung: Oliver Klein, Tel. 0431/243515, E-Mail: oliver.klein@diakonie-ploe-se.de

Infos und Anmeldung: montags bis freitags 9-12 und 14-16 Uhr.

Preetz: Haus der Diakonie, Am Alten Amtsgericht 5, Tel. 04342/71734, E-Mail: erziehungsberatung.pr@diakonie-ploe-se.de

Wankendorf: Instenkoppel 1, Anmeldung über Preetz.

Lütjenburg: Friedrich-Speck-Straße 10a, Tel. 04381/6667, E-Mail: erziehungsberatung.lb@diakonie-ploe-se.de

Plön: Vierschillingsberg 21, Anmeldung über Lütjenburg

Heikendorf: Dorfplatz 8, Tel. 0431/243515, E-Mail: erziehungsberatung.he@diakonie-ploe-se.de

Schönberg: Schulweg 3, Anmeldung über Heikendorf.

Probleme in der Schule

Viele Probleme hätten mit Schulabsentismus oder Selbstverletzung zu tun. „In solchen Fällen bekommen die Betroffenen in ein bis zwei Tagen einen Termin.“ Man versuche zu klären, was hinter den Problemen in der Schule stecke. Das könnten Mobbing, Lernschwierigkeiten, Ärger zu Hause oder Liebeskummer sein. „Wir bewegen uns nur im Bereich Beratung, helfen aber auch in der Zeit bis zu einer möglichen Therapie.“

Zunehmend suchten aber auch ältere Menschen Unterstützung. Manchmal komme es bei Paaren zu Spannungen, wenn sie in die Rente eintreten, erzählt Beraterin Annika Grosch. Wenn ein Partner sterbe und man muss plötzlich Sachen übernehmen müsse, die vorher die Frau oder der Mann erledigt habe, oder wenn sich durch eine schwere Krankheit der soziale Status verändere – dann tauche oft die Frage auf: Was mache ich denn jetzt?

In einer Lebenskrise erst mal stabilisieren

„Bei einer Lebenskrise achten wir erst einmal darauf, dass die Menschen ankommen und sich stabilisieren“, sagt Klein. „Wir geben ihnen Zeit, in Ruhe ihre Schwierigkeiten zu besprechen, um neue Sichtweisen und eigene Lösungen zu finden.“

Man könne mit jedem Thema kommen, betont Annika Grosch. „Kein Problem ist zu klein.“ Oliver Klein fügt hinzu, dass die Beratung ein niedrigschwelliges Angebot und kostenfrei sei. „Alle sind eingeladen, zu uns zu kommen, es muss niemandem peinlich sein.“

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