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Plön Letzte Ruhestätte im Schießgebiet
Lokales Plön Letzte Ruhestätte im Schießgebiet
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19:30 11.03.2018
Von Hans-Jürgen Schekahn
Der Bestatter fiert die Urne langsam unter Trommelklängen in die Ostsee ab. Die Soldaten an Bord der MS Seewind zeigen den militärischen Gruß. Die Fahne weht auf Halbmast. Quelle: Privat
Lütjenburg

Derstroff verstarb bereits im Juli 2017 im Alter von 69 Jahren in seiner Wohnung in Lütjenburg. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2005 lebte er zurückgezogen am Eetzteich mit wenigen Kontakten zu Verwandten und zu Freunden. Weil es in der Familie Probleme gab, zog sich die Beerdigung hin. Zuletzt sollte er anonym in einem Massenurnenfeld in Hansühn bestattet werden. Davon erfuhr Oberstleutnant a.D. Hans Schommer, der darüber entsetzt war. Es sei einem so verdienten Soldaten wie Derstroff unwürdig, befand er. Schommer ließ sich die Beerdigungspflicht per Vertrag übertragen und organisierte die Bestattung – im Schießgebiet vor dem Übungsplatz Todendorf, wo Derstroff 15 Jahre lang die Ausbildung am Flak-Panzer Gepard leitete. Die nicht unerheblichen Kosten für den ungewöhnlichen Abschied kamen aus Spenden von Soldaten zusammen.

21 Schüsse Ehrensalut vom Flak-Panzer Gepard

Höhepunkt der Trauerfeierlichkeiten am Sonnabend war eine Zeremonie auf der Schießbahn Bravo in Todendorf. Die MS Seewind mit der Urne Derstroffs an Bord wartete vor der Küste auf das Seenotrettungsboot Hellmuth Manthey aus Lippe. Von ihr setzte das Bestattungskommando mit Oberstleutnant a. D. Schommer an der Spitze über auf die Seewind. Über Lautsprecher ertönten an Land 21 Salutschüsse eines Flak-Panzers zu Ehren Destroffs. Der Ehrensalut wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres auf der Schießbahn abgefeuert. Die Herstellerfirma testete damals das bei der Bundeswehr ausgemusterte Waffensystem für einen Kunden.

"Niemals lassen wir einen der Unseren im Stich"

Was machte den Verstorbenen so besonders, dass er mit einer einmaligen Zeremonie sein Grab in der See fand? Ex-Soldaten finden für ihn Worte wie „Haudegen“ oder „Original der Bundeswehr“, der auch einmal derbe Sprüche klopfte, aber jederzeit hinter seinen Untergebenen stand. Untergebene wie Ranghöhere bekamen von ihm oftmals eine klare Ansage. Oberstleutnant a. D. Hans Schommer begründete die Anstrengungen um ein würdiges Begräbnis so: „Niemals lassen wir einen der Unseren im Stich.“

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