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Plön Brandschutz: Von Hotel ist nie die Rede
Lokales Plön Brandschutz: Von Hotel ist nie die Rede
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17:14 24.06.2009
Selent/Plön

Wie Landrat Volkram Gebel auf eine Anfrage der Kieler Nachrichten zugibt, existiert beispielsweise eine brandschutzrechtliche Genehmigung nur für Büroräume. Wie berichtet sind seit 2006 aber im Kavaliershaus und im Turm des Herrenhauses 20 Doppelbett-Zimmer eingerichtet, die regelmäßig durch den „Burg-Herren“, den Rendsburger Unternehmer Dietmar Hartmann, an Hochzeitsgesellschaften vermietet wurden.

Besonders brisant ist die Frage der Fluchtwege in dem mehrstöckigen Kavaliershaus, das nur über einen Treppenaufgang verfügt. Die beiden in dem historischen Gebäude befindlichen Bettentrakte sind damit nur von einer Seite zugänglich. Für den zwingend vorgeschriebenen zweiten Fluchtweg heißt es in der schriftlichen Stellungnahme von Landrat Gebel: „Für die hier genehmigte Nutzung ist der zweite Fluchtweg gewährleistet (durch Fensteröffnungen, gem. § 42 Abs. 5 LBO mit lichten Öffnungen von mind. 0,90 mal 1,20 Meter und einer Anleiterbarkeit an diese Fenster).“ Dieser Satz gilt nur für die Nutzung als Bürogebäude. Tatsächlich sind Fenster im Kavaliershaus als Fluchtweg ausgewiesen. Sie befinden sich aber in den Gästezimmern, die bei Belegung durch Partygäste natürlich abgeschlossen waren und zusätzlich mit einem großen Bett verstellt sind. Ein sicherer Fluchtweg?

Spannend ist auch die Frage, wann Gebel als Chef der Kreisverwaltung (und damit oberster Verantwortlicher der Bauaufsicht) von den offenbar illegalen Übernachtungen erfahren hat, die sich vor allem an Wochenenden vor den Augen und Ohren der Anwohner in der Nachbarschaft öffentlich vollzogen haben. Gebel will erstmals am 28. Februar 2008 davon gehört haben, dass es Feiern von Hochzeitsgesellschaften auf der Blomenburg gegeben hat. Damals stellte der Blomenburg-Kritiker Lars Berwald im Kreistag eine entsprechende öffentliche Anfrage. „Von gewerblichen Übernachtungen war nicht die Rede“, heißt es in den Antworten von Gebel.

Auch bei einer zweiten Anfrage Berwalds am 2. Oktober 2008 sei das nicht Bestandteil des Anliegens gewesen. Erst am 19. Februar diesen Jahres habe sich der Kreis Plön nach weiteren Fragen von Berwald im Kreistag mit der Frage beschäftigt. Am 19. März habe es dazu eine Erörterung im Kieler Wirtschaftsministerium gegeben. Im Widerspruch zu diesen Aussagen Gebels steht ein anderer Satz aus der Stellungnahme: „Dem Kreisbauamt ist bis heute von einer Umnutzung nichts bekannt.“

Mittlerweile hat das Kieler Wirtschaftsministerium Stellung bezogen und hält einen Übernachtungsbetrieb und private Feiern derzeit für absolut unzulässig. Es gebe keinerlei Unklarheit und keinerlei Spielraum in dem Förderbescheid für die Blomenburg, sagte Pressesprecher Harald Haase. Das Technologiezentrum wurde mit über acht Millionen Euro Zuschüssen von Land und EU bedacht. Das Wirtschaftsministerium prüfe allerdings, ob eine Ausnahme gemacht werden könne, so Haase. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Der Trägergesellschaft Blomenburg, die zu 80 Prozent dem Kreis gehört, sei schriftlich die Haltung des Ministeriums mitgeteilt worden.

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