Schwentinental: Ehemalige Chefs arbeiten für die Konkurrenz - „Dramatischer Wechsel“ - Brisante Personalien sorgen für Ärger um die Stadtwerke – KN - Kieler Nachrichten
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Plön Brisante Personalien sorgen für Ärger um die Stadtwerke
Lokales Plön Brisante Personalien sorgen für Ärger um die Stadtwerke
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16:30 07.07.2009
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Schwentinental

Hintergrund: Sowohl Schade, der in seiner Amtszeit als Beauftragter der Stadt auch Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeindebetriebe Raisdorf (GBR) war, als auch der ehemalige Geschäftsführer der GBR, Kurt Völzke, arbeiten seit einigen Monaten für die Konkurrenz - die Kieler Stadtwerke. Befürchtet wird von vielen Stadtvertretern und von Bürgermeisterin Susanne Leyk, dass Völzke und Schade ihr in Schwentinental erworbenes Wissen jetzt gegen die Interessen der Stadt Schwentinental einsetzen.

Bekannt sind die Personalien seit einigen Wochen. Der Kieler Stadtwerke-Vorstand hatte Bürgermeisterin Leyk darüber informiert, dass Völzke hauptberuflich für die Kieler tätig sein wird - und zwar vor allem im Zusammenhang mit Konzessionen zum Betrieb von Stromnetzen. Und Klaus Schade werde in diesem Zusammenhang „Lobbyarbeit“ für die Stadtwerke Kiel betreiben.

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Brisant sind die Personalien vor allem deshalb, weil die Konzession für den Netzbetrieb der Stadtwerke Kiel im Schwentinentaler Ortsteil Klausdorf demnächst ausläuft. Als Völzke noch GBR-Geschäftsführer war, trachtete er danach, die Konzession nach Schwentinental zu holen. Stattdessen, so die Befürchtung unter den Kommunalpolitikern, werde er sein Wissen jetzt zum Wohle der Kieler einsetzen und dafür arbeiten, dass die Konzession in Kiel bleibt.

Angeheizt wurden die Bedenken zusätzlich durch einen Vorgang im Bereich Selent/Schlesen. Die Raisdorfer Gemeindewerke hatten sich um die in den kommenden Jahren frei werdende Konzession in Selent beworben. Die Bewerbung der Stadt sei dann aber irgendwann durch Völzke zurückgezogen worden - ohne die Ortspolitiker zu fragen oder davon in Kenntnis zu setzen, hieß es am Montag gleich von mehreren Seiten.

Bürgermeisterin Leyk nahm am Ende den Auftrag mit, zu prüfen, ob Völzke und Schade gegen „nachvertragliche Pflichten“ verstoßen, wenn sie ihr in Raisdorf/Schwentinental erworbenes Wissen zum Wohle des Mitbewerbers (Stadtwerke Kiel) einsetzen.

Ihren emotionalen Höhepunkt erreichte die Sitzung am Montag, als der Ausschussvorsitzende Norbert Scholtis (CDU) den unter den Zuhörern sitzenden Klaus Schade aufforderte, „wenigstens den Schein zu wahren und den Raum zu verlassen“, wenn über die Probleme der Stadtwerke Schwentinental gesprochen werde: „Klaus Schade war Aufsichtsratsvorsitzender. Der Wechsel ist dramatisch.“ Volker Sindt (SPD) widersprach mit dem Hinweis, dass die Sitzung für jedermann öffentlich sei. Und es sei die zu respektierende „eigene Entscheidung“ von Völzke und Schade, für wen formulierte es sosie arbeiten.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder aber darin, dass die Pflichten der beiden Wissensträger nach ihrem Ausscheiden aus den Diensten der Stadt sorgfältig geprüft werden sollten. Uwe Bartscher von der SWG formulierte es so: „Es geht darum, Schaden von der Stadt abzuwenden.“

zm

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